Volleyball: Bundesliga
Bleiben Bock und Langgemach beim USC Münster?

Münster -

Bundesligist USC Münster plant die Saison 2020/2021. Eine Zäsur wie im Vorjahr wird es kaum geben, diesmal laufen nur drei Verträge aus. Allerdings auch der von Libera Linda Bock. Die Nationalspielerin hat sich zuletzt vermutlich auf die Wunschzettel mehrerer Clubs gespielt.

Dienstag, 25.02.2020, 17:48 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 16:58 Uhr
Die Verträge von Juliane Langgemach (oben li.) und Linda Bock (oben re.) laufen aus. Trainer Teun Buijs (unten li.) ist noch bis 2021 gebunden, Lina Alsmeier sogar noch ein Jahr länger.
Die Verträge von Juliane Langgemach (oben li.) und Linda Bock (oben re.) laufen aus. Trainer Teun Buijs (unten li.) ist noch bis 2021 gebunden, Lina Alsmeier sogar noch ein Jahr länger.

Am Dienstagmittag machten sich die Volleyballerinnen des USC Münster auf den Weg nach Dresden. An diesem Mittwoch (Anpfiff 19 Uhr) kommt es dort zum Bundesligaspiel mit dem gastgebenden DSC. Es ist die vorletzte Reise in der bald abgeschlossenen Hauptrunde – am 10. März steht noch die Partie beim VC Wiesbaden an. Bereits am 21./22. März steigt die Liga in die Playoffs ein. Die Viertelfinalrunde wird im Best-of-three-Modus gespielt, als vermutlich Siebter oder Achter läuft es für Münster auf ein Duell mit Titelverteidiger Stuttgart oder Rekordmeister Schwerin hinaus. Im schlechtesten Fall ist die Saison für die Unabhängigen noch vor Beginn des Aprils beendet. Längst macht sich der Club Gedanken über die Zukunft.

Im vergangenen Sommer tauschte der dienstälteste Erstligist die Hälfte des Personals aus. Trainer Teun ­Buijs hatte sechs neue Spielerinnen zu integrieren. Der Niederländer stand mit dieser schwierigen Aufgabe nicht allein, Kollegen mussten ähnliche Probleme lösen, in der Bundesliga gibt es eine bemerkenswerte Fluktuation.

Aktuell laufen beim USC lediglich drei Verträge aus: Libera Linda Bock, Mittelblockerin Juliane Langgemach und die kaum berücksichtigte Johanna Müller-Scheffsky sind nur noch wenige Monate an Münster gebunden. Langgemach, die gebürtige Dresdnerin, ist die Dienstälteste aus diesem Kreis. Die 25-Jährige kam 2016 aus Aachen zum USC, zurzeit ist die Ex-Nationalspielerin lediglich zweite Wahl hinter Demi Korevaar und Barbara Wezorke. In den sechs Begegnungen dieses Jahres stand Langgemach nicht einmal in der Startformation, mitunter kam sie gar nicht zum Einsatz. Langgemach wird nicht zufrieden sein mit ihrer Situation.

Linda Bock ist die wichtigste Personalie, die der USC in diesen Tagen zu diskutieren und zu verhandeln hat. Die 19-Jährige spielt seit 2018 in Münster, im vergangenen Jahr machte sie gewaltige Leistungssprünge und schaffte den Aufstieg zur Nationalspielerin. Nicht nur Bundestrainer Felix Koslowski schätzt inzwischen die Annahme- und Abwehr-Qualitäten der Libera. Mindestens auch die Bundesliga-Konkurrenz dürfte den Namen der ehemaligen Borkenerin, die als Zweitligaspielerin aus Borken zum USC kam, auf dem Zettel haben.

Axel Büring, Münsters Vizepräsident Sport, teilt auf Anfrage mit, dass sich der Vorstand bereits seit einiger Zeit mit den zu klärenden Personalfragen befasse. „Spruchreife Ergebnisse gibt es noch nicht“, sagt der 52-Jährige. Büring wird sich nach und nach aus den Diskussionen zurückziehen, er verlässt Münster im Frühjahr und baut sich mit der Familie in Emlichheim ein neues Umfeld auf. Solange die Position Bürings nicht frisch besetzt wird, liegt die Verantwortung in den Händen von Präsident Martin Gesigora und „Vize“ Prof. Bernd Strauß. Gemeinsam mit den anderen Präsidiumsmitgliedern haben sie auch auszuloten, ob die wirtschaftliche Situation des Clubs Möglichkeiten zur Verstärkung eröffnet. Momentan belegt die Mannschaft unter den nur elf Erstligisten Platz acht. Das passt weder zu den eigenen Ansprüchen noch zu den allgemeinen Erwartungen.

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