Fußball: 3. Liga
Neunter in der Hildmann-Tabelle

Münster -

Eigentlich fällt die erste Bilanz der Ägide Sascha Hildmann positiv aus. Der Fußball-Drittligist Preußen Münster sammelte acht Punkte und hat weiter Hoffnungen auf die Trendwende im Abstiegskampf. Wäre da nicht die Konkurrenz aus dem Tabellenkeller, die ebenfalls gut punktet – wie Viktoria Köln und vor allem dem Chemnitzer FC.

Donnerstag, 27.02.2020, 19:59 Uhr
Zwei Hoffnungsträger beim SCP: Die Winter-Zugänge Jan Löhmannsröben und Marco Königs nach dem Sieg gegen Uerdingen.
Zwei Hoffnungsträger beim SCP: Die Winter-Zugänge Jan Löhmannsröben und Marco Königs nach dem Sieg gegen Uerdingen. Foto: Jürgen Peperhowe

Nun sind die Trainingsbedingungen beim SC Preußen sowieso nicht allererste Güteklasse. Aktuell aber ist der einzige Rasenplatz, das Trainingsfeld hinter der Haupttribüne, praktisch unbespielbar. „Desolat“, nennt das Trainer Sascha Hildmann, der somit gezwungen ist, ein Kontrastprogramm auf die Beine zu stellen. Der Ausflug am Mittwoch zum VfL Bochum tat allen Beteiligten gut, jeder einsatzfähige Akteur durfte 45 Minuten ran. Aus der vermeintlichen Stammelf kamen nur Heinz Mörschel und Julian Schauerte nicht zum Einsatz. Beide sind erkrankt, Mörschel sowieso nach der fünften Gelben Karte im Heimspiel am Montag gegen Hansa Rostock zum Zuschauen verurteilt.

Hoffnung neu befeuert

Bei den Preußen jedenfalls ist die Hoffnung nach dem 2:0-Auswärtssieg gegen KFC Uerdingen neu befeuert worden. Der Sieg war dringend notwendig beim Blick auf die Tabelle. Und die Sache kann von mehreren Seiten aufgerollt werden. Tatsächlich hat der SCP unter dem neuen Coach positive Entwicklungsschritte zu vermelden. Acht Punkte, nur zwei Gegentore in vier Spielen, ein negativer Ausreißer war allerdings das 1:4 gegen Duisburg. Unter Hildmann in diesen ersten fünf Partien ist der SCP Tabellenneunter.

Das Problem dabei ist, dass der Rückstand auf das rettende Ufer von fünf auf sechs Zähler angewachsen ist. Denn der Chemnitzer FC ist mit elf Punkten im neuen Jahr die zweitbeste Mannschaft der Liga. Zudem sammelte Preußens Mitkonkurrent Viktoria Köln auch acht Punkte. Die Skeptiker sagen, dass der SCP „nur“ den Rückstand auf die Nicht-Abstiegsränge ungefähr halten konnte, dabei aber nur noch 13 Spieltage zur Aufholjagd Zeit hat. Nicht gut.

Münster als Außenseiter

Die akute Abstiegszone beginnt im Moment bei Rang zwölf und dem FSV Zwickau. Weniger haben Zwickau, Halle, Kaiserslautern, Chemnitz und Magdeburg den SCP im Blick als vielmehr den Viertletzten aus Köln. Münster ist für diese Vereine eher eine Art Außenseiter, der nur mit einer mächtigen Serie den Rückstand noch aufholen kann. „Dark Horse“ im Tabellenkeller, könnte man sagen. Für Großaspach (zwölf Punkte zurück auf Rang 16) und Schlusslicht Jena (13 zurück) dürfte die Rettung schon jetzt fast unmöglich sein.

Die Optimisten sehen den SCP aber so gerade noch rechtzeitig in die Spur kommen. Hildmanns Defensivtaktik scheint zu funktionieren, mit Boris Schommers (Kaiserlautern) und Daniel Steuernagel (Uerdingen) monierten bereits zwei Coaches die „destruktive Spielweise“ der Preußen. Hier sagt der Optimist mit dem Adler auf der Brust, dass nur mit ekeligem Spiel die Wende geschafft werden kann. Verteidigen, kontern, Chancen verwerten lautet das Motto. Es dürfte, schlechte Trainingsplätze hin oder her, auch der Plan für Montag gegen Rostock sein.

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