Basketball: 2. Bundesliga Pro B
Reise der WWU Baskets endet mit vorzeitigem Saisonabbruch ungekrönt

Münster -

Das war es in der 2. Basketball-Bundesliga: der Spielbetrieb ist endgültig eingestellt, die sportlichen Entscheidungen gefallen – und die Aufstiegsfeiern könnten geplant werden, wenn es in diesen Zeiten überhaupt etwas zu feiern gäbe. Für die WWU Baskets Münster bedeutet das, dass ein Strich unter die zweite eindrucksvolle Drittliga-Spielzeit kommt – und das zumindest kurz Ruhe einkehren darf und soll,

Dienstag, 17.03.2020, 15:44 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 10:58 Uhr
Kai Hänig wie er leibt und lebt: Der Baskets-Center (M.) ging keinem Zweikampf aus dem Weg – doch ab sofort ruht der Basketball.
Kai Hänig wie er leibt und lebt: Der Baskets-Center (M.) ging keinem Zweikampf aus dem Weg – doch ab sofort ruht der Basketball. Foto: pp

Der Start in die finale Phase der Meisterschaft wurde in letzter Sekunde vom Coronavirus dahingerafft – aber nur vier Tage nach der Absage der ersten von maximal vier Playoff-Runden in der zweiten Basketball-Bundesliga Pro B sind urplötzlich und fernab aller Körbe sämtliche Entscheidungen gefallen: Einen Meister wird diese Runde nicht mehr hervorbringen, aufsteigen dürfen die beiden besten Teams der Vorrunde, Absteiger wird es keine geben. Das ist das Ergebnis der (Corona-)Krisensitzung der Zweitliga-GmbH am Dienstag in Abstimmung mit den 41 beteiligten Clubs.

Damit ist auch die Aufstiegsrallye der WWU Baskets jäh gestoppt, ehe das Team überhaupt auf die Zielgerade gehen konnte. Stattdessen gehen als letzte Amtshandlung dieser Spielzeit die Glückwünsche raus vom Nordstaffel-Dritten an den unangefochtenen Ligaprimus im Süden, die Baskets aus Elchingen, sowie Münsters Liga-Konkurrent im Norden, die Itzehoe Eagles. Beide Clubs dürfen jetzt aufsteigen, müssen aber nicht. Für alle Beteiligten eine sportlich attraktive, aber wirtschaftlich schwierige Entscheidung in einer Zeit, die Entscheidungen ohnehin nur noch unter Vorbehalt zulässt.

Helge Stuckenholz kann die aktuelle Krise natürlich nicht lösen, sein Umgang damit zeigt indes seine Expertise als Manager und jede Menge Umsicht. „Diese Situation ist noch nie da gewesen und für alle neu. Wir müssen das jetzt erst einmal ansehen und sacken lassen“, sagt das umtriebige Mastermind der Baskets abgeklärt. „Und das Sackenlassen darf jetzt auch ein oder sogar zwei Wochen dauern. Wir werden jetzt nicht panisch reagieren, aber auch nicht ignorant.“

Noch läuft die Frist für die Einreichung der Lizenzunterlagen, und noch ist offen, wie sich die Ligen in der kommenden Spielzeit zusammensetzen – und wie viele Teams auf die Reise gehen werden. „Wir müssen abwarten, wie sich bei allen Vereinen die Sponsorensituation entwickelt, auch da kann es in diesen Zeiten durchaus noch gravierende Veränderungen geben“, so Stuckenholz. Auch bei den Baskets ist noch nicht final geklärt, ob sie ihren Hut in den Bewerberring werfen werden für den Fall, dass sich Nachrückoptionen bieten. Die Münsteraner sind in der Hauptrunde hinter Itzehoe und den Baskets Schwelm hauchdünn als Dritter über die Ziellinie gegangen – exakt den Platz nehmen sie also auch in der Thronfolge ein. Im Süden würden entsprechend bei einer Absage Elchingens die Reserve von s.Oliver Würzburg und die White Wings aus Hanau gefragt.

An der Sinnhaftigkeit des sofortigen Liga-Shutdowns besteht in Münster kein Zweifel, die aktuelle Krise lasse keine Wahl, so Stuckenholz. Christian Krings, Geschäftsführer der 2. Basketball-Bundesliga GmbH betont: „Diese Entscheidung ist nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich eine sehr schwierige Situation für alle Beteiligen.“ Dennoch aber unausweichlich. „Die Gesundheit ist unser höchstes Gut, und wir müssen dazu beitragen, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus so gut es geht zu verlangsamen. Wir wollen keine Fans, Spieler und Mitarbeiter in Gefahr bringen. Zudem erlauben die Gegebenheiten bei den Vereinen vor Ort keinen fairen Wettkampf mehr.“

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