Schwimmen: Corona-Folgen
Bäder zu – Athletiktraining steht für SGS obenan

Münster -

Der bundesweite Stillstand trifft besonders Schwimmer hart. Denn sämtliche Becken und Bäder sind geschlossen. Und einfach so von 100 auf null – das geht nicht. Also erarbeiten die Trainer Wege und Lösungen, um „abzutrainieren“. Aber auch ein Blick in die Zukunft muss gestattet sein.

Mittwoch, 18.03.2020, 18:22 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 11:00 Uhr
Keine Bäder – kein Training: Die Leistungssportler der SGS Münster müsen gesundheitsbedingt auf Alternativen zurückgreifen.
Keine Bäder – kein Training: Die Leistungssportler der SGS Münster müsen gesundheitsbedingt auf Alternativen zurückgreifen. Foto: pl

Am Dienstag saßen Jens Okunneck und Baris Türkel noch zusammen und diskutierten das weitere Vorgehen für die Schwimmer der SGS Münster in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Wobei die Stützpunkt- und Athletiktrainer einer Meinung waren darüber, dass nicht die Frage, dass, sondern wie weitertrainiert werden kann, im Vordergrund zu stehen habe.

„Unsere Schwimmer des A-Kaders sind Leistungssportler, die normalerweise sechs-, siebenmal die Woche trainieren. Die können aus gesundheitlichen Gründen nicht einfach mit dem Training aufhören“, sagte Stützpunkttrainer Okunneck. Leistungssportler mit einem derartigen Aufwand „können nicht plötzlich von 100 auf null kommen“. So rückt also Türkel verstärkt in die Verantwortung: „Er sorgt dafür, dass die Sportler in Eigenregie dafür sorgen, trocken zu gehen“, erläuterte Okunneck die besonderen Anforderungen, denen auch Schwimmer unterliegen. Alle Bäder im Land sind geschlossen „und nicht jeder Schwimmer hat auch eine Langhantel im Keller“.

Die Pause dürfte, so Okunneck, rein sportlich betrachtet „zu unfassbaren Konsequenzen“ führen. Deutsche und Deutsche Jahrgangsmeisterschaften rücken weit nach hinten in dem Veranstaltungskalender. Saisonhöhepunkte, auf die auch die SG-Athleten Wochen und Monate lang hingearbeitet hätten. „Die Absagen reichen ja vorerst bis mindestens Mitte April“, sagte der Coach. „Nun ist viel Eigeninitiative gefordert: Die Sportler haben sich sieben Monate gequält – für nichts?“ Das Trainingslager des A-Kaders in den Osterferien auf Zypern wurde natürlich abgesagt, ebenso das des B-Kaders in Saarbrücken. Ob die SG auf den Stornokosten im vierstelligen Bereich sitzen bleibt, wusste Geschäftsführer Alf Kassenbrock noch nicht zu beurteilen. „Wir hoffen da auf die Solidarität der Eltern“, die neben einigen Sponsoren in Vorleistung getreten waren.

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