Fußball: 3. Liga
Preußen halten sich in der Krise völlig bedeckt

Münster -

Viele Drittligisten haben sich öffentlich klar positioniert, ihre Nöte, aber auch Forderungen in der Krise adressiert und bekundet. Bei Preußen Münster läuft das Meiste hinter verschlossenen Türen. Der Traditionsclub steht vor einer Herkulesaufgabe im Umgang mit der Corona-Krise, ausbleibenden Einnahmen, fortlaufender Gehälter und ungewisser Zukunft.

Mittwoch, 18.03.2020, 19:22 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 19:32 Uhr
Das kann dauern, ehe man wieder Zweikämpfe wie diesen zwischen Münsters Jan Löhmannsröben (M.) und dem Kölner Andrej Dej im Stadion sehen wird.
Das kann dauern, ehe man wieder Zweikämpfe wie diesen zwischen Münsters Jan Löhmannsröben (M.) und dem Kölner Andrej Dej im Stadion sehen wird. Foto: Jürgen Peperhowe

Kein Sportler, kein Club, der nicht mit der Corona-Krise zu kämpfen hätte. Dem Profifußball mit seinem zu eng getakteten Kalender und Millionensummen, die fließen müssen, um das Geschäft am Laufen zu halten, tun die Ausfälle besonders weh. Den Kleinen vielleicht noch mehr als den Großen. Preußen Münster befindet sich als Drittligist noch immer in einer Art Sondierungsphase. Ja, der SCP ist kein millionenschwerer Erstligist, aber nein, dem Drittligisten geht es sowieso nicht gut – finanziell betrachtet. Wie umgehen mit der existenzbedrohenden Lage?

Für die sportlich wie eben auch wirtschaftlich ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Adlerträger türmen sich die Fragezeichen seit Tagen auf. Andere Vereine sind mit ihren Sorgen und Nöten schnell an die Öffentlichkeit getreten, haben Forderungen und eigene Statements zum Umgang des DFB mit den Problemen und Verlegungen kommuniziert. Die Drittliga-Konkurrenten 1. FC Kaiserslautern und Carl Zeiss Jena haben ihre Mitarbeiter wie auch die Spieler und den Trainerstab bereits in Kurzarbeit geschickt. Allerdings ist es offenbar umstritten, inwiefern das rechtlich durchzusetzen ist.

Kündigungen sollen fürs Erste vermieden werden

Auch in Münster war das Thema schon auf dem Tisch. Die juristischen Beratungen hierzu laufen. Wasserstandsmeldungen dazu – Fehlanzeige. Am Montag wurden die Profis und der dazugehörige „Staff“ umfassend über die aktuelle Lage und mögliche Auswirkungen informiert. Unter anderem von Sportchef Malte Metzelder, der nach außen aktuell aber keinerlei Aussage treffen möchte und auch keine zeitliche Prognose.

Klarheit herrscht an einer anderen Front. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle wurden nach Hause geschickt, bauen zum Beispiel freie Tage ab. Fan- und Ticketshops bleiben zu, nur online läuft das Merchandising weiter. Und das gar nicht mal so schlecht, Hosen und T-Shirts werden versandt, das Kinder-Trikot ist deutlich herabgesetzt, die Fans halten dem Verein die Treue.

Zurück in die Realität. Kündigungen sollen fürs Erste vermieden werden, ausgeschlossen sind sie angesichts überall fehlender Sicherheiten natürlich auch nicht. Pflichtgemäß abgesagt hat der SCP mittlerweile einige in den kommenden Wochen vorgesehene Veranstaltungen wie den Talenttag, der aber nachgeholt werden soll, und die Camps in den Osterferien – diese wurden ersatzlos gestrichen. Ohnehin ruht der gesamte Nachwuchsbereich.

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