Schach: Vereinsdomizil
SK 32 wartet sehnsüchtig auf den Umzug nach Hiltrup

Münster -

Die Verantwortlichen des SK Münster 32 hatten gehofft, dass sie längst in ihren neuen Räumlichkeiten heimisch sein würden. Doch der Umzug zieht und zieht sich. Schuld daran ist allerdings kein Virus. Sondern verwaltungstechnische Hürden.

Donnerstag, 19.03.2020, 14:20 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 16:06 Uhr
Thomas Schlagheck hofft auf ein neues Zuhause in Hiltrup. Aktuell ist der Umzug des Clubs nicht nur wegen der Coronakrise gestoppt.
Thomas Schlagheck hofft auf ein neues Zuhause in Hiltrup. Aktuell ist der Umzug des Clubs nicht nur wegen der Coronakrise gestoppt. Foto: cro

Eine wirklich gemütliche Heimat haben die Schachspieler des SK Münster 32 schon lange nicht mehr. Vor 18 Jahren haben sie in den Kellerräumen der Josefschule Quartier bezogen. Das Gebäude fällt im nächsten Jahr der Abrissbirne zum Opfer, für die Denksportler ist schon jetzt kein Platz mehr. Dort, wo sie an langen Abenden über Bauern und Türmen brüteten, werden bereits Versorgungsleitungen für den Neubau von Wohnungen gelegt. Da sind die Schacher nur im Weg. Oder besser: ihre Umzugskartons. Geschätzte 100 Kisten hat der Verein gepackt. „Da ist wirklich alles drin, was wir haben“, sagt der Vorsitzende Thomas Schlagheck.

Eigentlich wollte der SK 32 schon Ende vergangenen Monats sein neues Zuhause einrichten. Nach langer Suche war den hellen Köpfen ein Plätzchen in Nebenräumen der Hiltruper Stadthalle zugewiesen worden. Allerdings stehen die Kartons noch immer in der Josefschule. „Es gibt da ein paar verwaltungstechnische Hürden“, erklärt Schlagheck. „Wir hätten somit auch ohne die Coronakrise keinen Platz zu regelmäßigen Begegnungen gehabt.“

Nun sind die Denksportler, deren erste Mannschaft in der Oberliga spielt, in der exponierten Position, dass sie ihrem Freizeitvergnügen auch von zu Hause nachgehen können, im Wohnzimmer quasi. Auf der Internet-Plattform „lichess.org“ werden nahezu im Stunden-Rhythmus Partien und Turniere angeboten. In der Quarantäne-Liga hat die Mannschaft vom SK 32 gerade die Klasse gehalten. „Wir sind voll dabei. Unsere Server laufen mitunter schon heiß“, sagt Schlagheck.

Schach kann also auch in Krisenzeiten gespielt werden, dennoch fühlen sich Schlagheck und die annähernd 200 Mitglieder im Verein matt. „Es ist halt ziemlich unangenehm und sehr nervig, wenn du auf gepackte und gestapelte Kisten schaust und keinen Schimmer hast, wie und wann es weitergeht. Ganz unabhängig vom Coronavirus, das trifft und lähmt ja alle.“

Der SK-32-Chef befürchtet, dass die „verwaltungstechnischen Hürden auch noch im Weg stehen, wenn die Krise überwunden ist. Dann würden wir folglich weiterhin auf gepackten Koffern sitzen und müssten immer noch auf den Umzug warten. Das ist kein schöner Gedanke.“

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