Fußball: Westfalenliga
Hiltrups Abteilungschef Neuhaus im Interview: „Alle Vereine sitzen im selben Boot“

Münster -

Der TuS Hiltrup hat die Schotten längst dicht gemacht. Wie es mit dem Westfalenliga-Team weitergeht, ob sich der Club noch Hoffnung auf einen Aufstieg macht und was der Fußball-Abteilung besonders zu schaffen macht, erklärt deren Leiter Rolf Neuhaus.

Freitag, 20.03.2020, 16:06 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 18:36 Uhr
Rolf Neuhaus
Rolf Neuhaus Foto: Andreas Teipel

Die Corona-Krise trifft den internationalen Fußball weltweit bis ins Mark. Doch auch der halbprofessionelle Bereich ist massiv betroffen. Rolf Neuhaus, Abteilungschef des Westfalenligisten TuS Hiltrup, schildert im Interview den Umgang mit der Ungewissheit und erklärt, wo die größten Defizite und Fragezeichen auftauchen.

 

Trifft den TuS der Stillstand aktuell finanziell schon schwer?

Neuhaus: Im Moment sind die Verluste noch nicht absehbar. Was aber sicher für Wochen wegbricht, sind die Einnahmen im Clubheim. Der Trainingsbetrieb ruht ja, niemand kommt mehr vorbei, um Bundesliga oder Champions League zu sehen, und auch Geburtstage oder andere Feiern finden nicht statt. Das ist schon belastend für uns.

Von welchen Summen reden wir da?

Neuhaus: Wir zahlen ja allein schon mal 2000 Euro Pacht. Daneben nehmen wir nichts ein, wie beschrieben. Da kommt was zusammen.

Lässt sich der Finanzplan zum Beispiel für die erste Mannschaft denn überhaupt aufrechterhalten?

Neuhaus: Derzeit ist da noch alles im Rahmen. Ich kann natürlich nicht sagen, ob ein Sponsor kommt und sagt: Meine Bande kommt ja nur noch zehn Monate zur Geltung, ich zahle dann auch weniger. Wir müssen auch abwarten, wie viele kleine Unternehmen auf der Strecke bleiben.

Sie sehen also für Ihren Verein nicht schwarz?

Neuhaus: Wenn der Spuk nach zwei Monaten vorbei ist, dann können Vereine unserer Größenordnung es überleben. Geht es aber noch länger, dann wird es schwieriger.

Bezahlen Sie die Westfalenliga-Spieler in dieser Zeit weiter normal?

Neuhaus: Dazu haben wir uns noch gar keine Gedanken gemacht. Aber warum nicht? Jeder hat einen Trainingsplan für das Wohnzimmer oder den Wald, alle halten sich fit. Wie gesagt: Sprechen wir von einem halben oder ganzen Jahr, müssen wir Dinge neu bewerten. Aber derzeit ist das so okay.

Wie wirken sich fehlende Zuschauereinnahmen aus?

Neuhaus: Die können wir mit unserem Schnitt verkraften. Da gibt es andere Ligen und Sportarten, die weit mehr drauf angewiesen sind.

Der TuS hat noch gute Aufstiegschancen, ist aber mit einem Spiel weniger in der engen Spitzengruppe nur Sechster. Haben Sie Angst, dass Sie im Falle eines Saisonabbruchs in die Röhre schauen könnten?

Neuhaus: Ich weiß nicht, wie das letztlich gelöst werden soll. Da sitzen alle Vereine ja im selben Boot, alle müssen gemeinsam zu einer Entscheidung kommen. Da werden wir nicht vorpreschen. Wenn am Ende unbedingt einer in der Oberliga aufsteigen soll, würden wir es wohl machen ...

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7336672?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker