Basketball: 2. Bundesliga Pro B
Reine Kopfsache: Stefan Weß nutzt Corona-Pause

Münster -

Im besten Falle würde Stefan Weß in diesen Tagen mit den WWU Baskets Münster die Playoffs der 2. Bundesliga Pro B aufmischen. Ist aber nicht, das Coronavirus machte nicht nur den Korbjägern einen Strich durch die Rechnung. Stefan Weß aber hat trotz der freien Zeit keine Langeweile, vermehrt Kopfarbeit ist bei dem Small Forward nun gefragt.

Sonntag, 05.04.2020, 17:24 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 17:24 Uhr
Stefan Weß nimmt Maß – in der Corona-Zwangspause verschärft am heimischen Schreibtisch.
Stefan Weß nimmt Maß – in der Corona-Zwangspause verschärft am heimischen Schreibtisch. Foto: WWU Baskets

Bachelorarbeit an der WWU Münster statt Playoffs in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B, Einzel- statt Mannschaftstraining: Der gebürtige Münsteraner Stefan Weß, kluger Kopf der WWU Baskets auf und abseits des Courts, hat aus der Not eine Tugend gemacht und universitäre Anforderungen vorgezogen. Daneben arbeitet Münsters Topscorer weiterhin an sportlichen Verbesserungen. Der 25-jährige Small Forward, der der Jugendarbeit des UBC Münster entstammt, wird immer mehr zu „dem“ münsterischen Gesicht des Pro-B-Zweitligisten.

„Ich habe mir in meiner Wohnung quasi einen Kraftraum nachgebaut“, berichtet Weß. „Ich habe eine Klimmzugstange, woraus man auch eine Dip-Stange machen kann. Dazu habe ich verschiedene Hanteln, Terrabänder.“ Einsame Übungen ersetzen das Mannschaftstraining. Langweilig wird ihm und den Mannschaftskollegen, die per Telefon und WhatsApp-Gruppe in regem Austausch sind, nicht. „Marck Coffin trägt sehr zur Ermunterung im Team bei“, berichtet Weß auch über außersportliche Qualitäten. „Ich mache jeden Tag ein Workout nach einem Programm aus verschiedenen Übungen“, sagt Weß zu seinem ersten Teil der täglichen Arbeit, der er viermal wöchentlich einen weiteren schweißtreibenden Part hinzufügt. Derzeit legt der Student der Wirtschaftsinformatik den Focus auf Kraft und Athletik.

Acht Stunden am Schreibtisch

Doch Weß verbringt nur den kleineren Teil des Tages damit, sich fit zu halten. Den Großteil (acht Stunden täglich) steckt er nun in seine Bachelorarbeit. Im übertragenen Sinne hat sein Betreuer Prof. Stephan Meisel von der Uni Münster nun Philipp Kappenstein vorübergehend als „Coach“ ersetzt. „Ich sehe das jetzt als neues Projekt an und konzentriere mich auf die Bachelorarbeit. Ursprünglich war sie nach einem Urlaub auf Kreta und der Hochzeit meines Cousins in Prag – beides kann ja leider nicht mehr stattfinden – für das Sommersemester im August geplant. Nun habe ich mir gedacht, weil ich nicht weiß, was im August ist, dass ich sie lieber jetzt direkt schon angehe.“ Reine Kopfsache eben.

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