Volleyball
Wiebke Silge stellt sich neuer Herausforderung

Wiebke Silge galt einst als herausragendes Volleyball-Talent. Mit 17 debütierte sie in der Bundesliga, wenig später stieß sie in der Kreis der Nationalmannschaft vor. Sehr früh sagte sie dem Spitzensport ade und kehrt nach Ostbevern zurück. Nun möchte die inzwischen 23-Jährige noch einmal angreifen.

Mittwoch, 15.04.2020, 15:44 Uhr aktualisiert: 16.04.2020, 10:09 Uhr
Gefeiert von den Fans: Wiebke Silge während der Europameisterschaft 2015 in Deutschland. Im Sommer kehrt die dann 24-Jährige in den Spitzensport zurück.
Gefeiert von den Fans: Wiebke Silge während der Europameisterschaft 2015 in Deutschland. Im Sommer kehrt die dann 24-Jährige in den Spitzensport zurück. Foto: imago-images

Im Frühjahr 2017 hat sich Wiebke Silge von den ganz großen sportlichen Ambitionen verabschiedet. Als der Entschluss reifte, war sie gerade 20 und spielte beim SC Potsdam. Viele Wege standen der hoch talentierten und 1,90 Meter großen Volleyballerin offen. Doch die junge Frau, die ihre Wurzeln in Ostbevern hat und aktuell in Münster wohnt, hielt die Füße still und entschied, die hoffnungsvolle Karriere zu beenden. Zumindest auf anspruchsvollem und forderndstem Niveau. „Ich habe gemerkt, dass es nicht möglich war, Profisport und Studium in Einklang zu bringen. Deshalb habe ich die Konsequenzen gezogen“, sagt Silge. Aus Brandenburg zog sie zurück in die westfälische Heimat.

Wind dreht sich ein zweites Mal

Nun gerade dreht sich der Wind ein zweites Mal. Silge studiert inzwischen Betriebswirtschaftslehre im Gesundheitswesen, es ist nicht mehr viel Zeit bis zur Bachelor-Prüfung. Silge wird sie hinausschieben, weil sie festgestellt hat, dass die Volleyball-Karriere doch nicht abgebrochen ist, sondern nur unterbrochen war. Tatsächlich hat sie einen neuen Profivertrag unterschrieben. Wo sie künftig spielt, verrät Silge nicht. Der USC Münster, ihr ehemaliger und maßgeblicher Ausbildungsverein, hat sich vergeblich um die Mittelblockerin bemüht. „Es gab einen kurzen Kontakt, aber da waren die Dinge offenbar schon entschieden“, sagt Münsters Präsident Martin Gesigora.

Wiebke Silge war 15, als sie nach Münster ins Sportinternat zog. Sie nahm eine famose Entwicklung: Mit 17 debütierte sie in der Bundes­liga, nur unwesentlich später gab sie beim traditionellen Nationen-Turnier in Mon­treux ihren Einstand in derNationalmannschaft. Das war2014, gut zwölf Monate darauf wechselte sie aus dem warmen Nest am Berg Fidel nach Potsdam. Ein Paukenschlag. Ausgerechnet Silge, die Schüchterne und Stille – damit hatte beim USC niemand gerechnet. „Ich wollte etwas anderes sehen, auf ei­genen Füßen stehen. Es war eine richtige Entscheidung, die Zeit hat mir gutgetan“, sagt Silge rückblickend.

56 Länderspiele

In Potsdam hatte die Volleyballerin Bauingenieur­wesen studiert, zurück im Münsterland schrieb sie sich 2017 an der Hochschule in Osnabrück ein. Volleyball spielte Silge wieder in Ost­bevern, die 3. Liga war für die 56-fache A-Nationalspielerin mit EM- und WM-Erfahrung keine wirkliche Herausforderung. Beim BSV war sie Leistungsträgerin, es gelang der Aufstieg ins Bundesliga-Unterhaus. Und irgendwann muss da ein Moment gewesen sein, in dem Silge erst zu der Idee und dann zu der Überzeugung kam, doch noch einmal richtig anzugreifen.

Silges Volleyball-Biografie füllt schon viele Seiten, dabei ist sie erst 23. Wieder stehen ihr viele Wege offen, noch macht sie ein Geheimnis daraus, wohin der nächste führt. Möglicherweise in die Schweiz.

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