Tennis
Gedankenspiele über eine mögliche Saison auf Asche

Münster -

Seit Tagen herrscht bestes Tenniswetter, die Plätze sind nach dem Winterschlaf perfekt – eigentlich könnte es losgehen auf den Courts. Doch noch gibt die Landesregierung in NRW keine Freigabe. Doch die könnte bald folgen – und auch über eine Durchführung der Saison auf der roten Asche wird noch nachgedacht.

Sonntag, 19.04.2020, 13:36 Uhr
In zwei Bundesländern darf schon wieder Tennis gespielt werden, NRW könnte bald folgen. Und auch die Durchführung der Sommersaison ist noch nicht endgültig abgehakt.
In zwei Bundesländern darf schon wieder Tennis gespielt werden, NRW könnte bald folgen. Und auch die Durchführung der Sommersaison ist noch nicht endgültig abgehakt. Foto: imago-images

An diesem Montag endet für die Tennisspieler in Mecklenburg-Vorpommern und in Rheinland-Pfalz die Zwangspause, die Landesregierungen öffnen die Plätze wieder. Ganz soweit ist Nordrhein-Westfalen noch nicht, dennoch besteht für die Racketsportler (auch Speckbrettler) in NRW Hoffnung – auf eine baldige Rückkehr auf die rote Asche und sogar auf Mannschaftsspiele. Die Verbände Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein sind längst aktiv und stehen über den Landessportbund im Austausch mit der Staatskanzlei und der Landesregierung.

Bis zum 8. Juni hatte der Deutsche Tennis-Bund den Spielbetrieb bundesweit ausgesetzt, hat die 1. und 2. Bundesliga – in der Nordstaffel der Damen ist der TC Union Münster betroffen – komplett abgesagt. Anders könnte es für die Regionalligen (unter anderem mit den Herren 30 des THC und des TCU) und für alle Spielklassen darunter bis zur Kreisklasse kommen. „Wenn wir Grünes Licht bekommen, könnten wir ab dem 11. Juni loslegen und die Saison vor und nach den Sommerferien bis zum 5. September spielen“, sagt Lutz Rethfeld (THC). Doch der Vizepräsident Sport im Westfälischen Tennis-Verband schiebt auch klar und unmissverständlich ein Aber hinterher. „Wenn die Auflagen zu hoch seien sollten und damit ein Mannschaftssport nicht durchführbar sind, ändern wir unseren Plan. Die Gesundheit hat ganz klar Vorrang.“

Klare Vorgaben

Es bleiben so oder so viele Fragen, wie und ob die Saison stattfinden kann. In Mecklenburg-Vorpommern und in Rheinland-Pfalz darf man nun zwar Tennis spielen, die Abstandsregeln aber sind zu beachten. Heißt: Zwei Meter Platz beim Seitenwechsel und auf den Bänken, der übliche Handschlag nach der Einheit bleibt aus, kein Doppel und kein Duschen, auch auf ein anschließendes Erfrischungsgetränk muss verzichtet werden. Im Training alles kein Problem, bei Mannschaftsspielen dagegen nur schwer einhaltbar. Zumal die Doppel fester Bestandteil des Wettbewerbs sind. Dazu kommt das Problem mit der Anreise zu Auswärtsspielen. Sollte es weiter nicht erlaubt sein, Fahrgemeinschaften zu bilden, würde eine Wettkampfsaison nur wenig Sinn machen.

Sportliche Fragen bleiben

Nicht gelöst sind zudem sportliche Fragen: Was passiert mit Mannschaften, die wegen der Corona-Krise nicht antreten wollen? Wie verfährt man in dem Fall, wenn ein Team nach Corona-Erkrankungen eines Spielers nicht komplett antreten kann oder gar in Quarantäne muss?

An Antworten auf die sportlichen Ungereimtheiten feilen die Verbände. Vorerst warten sie erst einmal auf das Go von der Landesregierung für die ersehnte Rückkehr auf die Courts – vielleicht schon zum 27. April, sonst zum 4. Mai. Vorausgesetzt, die Corona-Lage bessert sich weiter.

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