Handball: Verbandsliga Frauen
Kinderhaus hat viel Spaß bei virtueller Meisterfeier

Münster -

Die Nachricht kam nicht unerwartet, aber im Moment dann doch überraschend. Am Sonntag brach der Handball-Verband Westfalen die Saison ab und kürte Verbandsliga-Spitzenreiter Westfalia Kinderhaus zum Meister. Trainer Florian Ostendorf erreichte die Meldung während eines Spaziergangs.

Montag, 20.04.2020, 17:52 Uhr aktualisiert: 22.04.2020, 17:40 Uhr
Meistertrainer: Florian Ostendorf führte Westfalia Kinderhaus im dritten Amtsjahr in die Oberliga.
Meistertrainer: Florian Ostendorf führte Westfalia Kinderhaus im dritten Amtsjahr in die Oberliga. Foto: Jörg Riemenschneider

Plötzlich Meister! Am Sonntagnachmittag haben die Handballerinnen von Westfalia Kinderhaus vom Abbruch der Verbandsliga-Saison erfahren. Der Handball-Verband Westfalen erklärte das aktuelle Klassement zur Abschlusstabelle. Die Wertung erfolgte nach dem „norwegischen Modell“: Division der Punkte durch die Anzahl der absolvierten Spiele. Der ermittelte Wert wurde mit 100 multipliziert. Für Kinderhaus ging diese Rechnung auf. Die Mannschaft war und blieb Spitzenreiter und ist künftig Oberligist. Zur Freude von Trainer Florian Ostendorf.

 

Klären Sie uns doch bitte einmal auf: Wo und wie haben Sie von der Entscheidung des Verbandes erfahren?

Ostendorf: Per Whats-App auf einem Spaziergang mit meiner Frau.

Ihr erster Gedanke?

Ostendorf: Weiß ich gar nicht mehr genau. Danach ging die Nachricht ja herum wie ein Lauffeuer.

Sie waren mit Kinderhaus einmal Zweiter und einmal Dritter. Jetzt die Meisterschaft. Wie fühlt sich das an?

Ostendorf: Am Anfang sehr gemischt. Auch auf die Gefahr hin, dass wir nicht Erster geblieben wären, hätten wir die Saison lieber zu Ende gespielt und unser Glück weiter im sportlichen Wettkampf gesucht.

Haben Sie tatsächlich daran geglaubt, dass die Spiele noch einmal aufgenommen würden?

Ostendorf: Nein. Mir war seit Ende März klar, dass es keine Alternative zum Abbruch geben könne. Eigentlich ging es ja nur noch um die fairste Lösung. Ich finde, der Verband hat das gut gemacht.

Und Sie haben bestimmt auch schon gut gefeiert ...

Ostendorf: Ja, virtuell per Skype. Wir haben am Sonntag um 18 Uhr begonnen. Gegen 23 Uhr habe ich mich dann ausgeklinkt. Zeitweilig waren wirklich alle Spielerinnen, Trainer und Betreuer miteinander vernetzt.

Wie fröhlich war es?

Ostendorf: Es gab Bier und Sekt, wir hatten Spaß. Und irgendwann ist dann auch allen klar geworden, dass wir uns für nichts entschuldigen müssen, sondern stolz auf das Erreichte sein dürfen. Sicherlich gehört zur Wahrheit, dass noch fünf Spieltage ausstanden. Andererseits haben wir eine super Runde gespielt und völlig zu Recht an der Spitze gestanden.

Nach der Verbandsliga ist vor der Oberliga. Was passiert in Kinderhaus in den nächsten Wochen?

Ostendorf: Zunächst einmal fahren wir alles runter und machen Pause.

Und dann?

Ostendorf: Ich habe keinen Schimmer. Zurzeit weiß doch niemand, wann wir wieder in die Sporthallen dürfen. Trainingssteuerung ist total schwierig, solange wir nicht als Gruppe arbeiten können.

Immerhin können Sie die personellen Planungen vorantreiben ...

Ostendorf: Da ist gar nicht mehr so viel zu tun. Aus beruflichen Gründen wird uns Kira Enders verlassen, aus privaten geht Jutta Müller-Deile. Ein Neuzugang aus Witten ist fix, aus der „Zweiten“ ziehen wir Lea Hardeweg hoch. Zu 95 Prozent steht unser Kader.

Was erwartet Ihre Mannschaft in der Oberliga?

Ostendorf: Das ist ein gehöriger Sprung, aber wir stellen uns dieser Herausforderung. Unsere Mannschaft ist sehr jung. Und junge Spielerinnen können immer noch besser werden. Darauf setzen wir.

Haben Sie Hoffnung, dass im September wieder Handball gespielt werden kann und die neue Saison dann beginnt?

Ostendorf: Hoffnung schon. Aber das wäre der zweite Schritt. Zunächst einmal warten wir auf das Signal, wieder gemeinsam trainieren zu dürfen.

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