Leichtathletik: Münster-Marathon
Noch lebt die Hoffnung auf 42 Kilometer Münster

Münster -

Beim Marathon ist grundsätzlich Ausdauer gefragt, für voreilige Entscheidungen sind demnach auch die Macher des Volksbank Münster Marathons nicht zu haben. Vieles spricht aktuell für einen Totalausfall des beliebten Laufevents im Coronajahr 2020, doch solange die Entscheidung nicht amtlich ist, behalten Michael Brinkmann und sein Team langen Atem.

Freitag, 24.04.2020, 17:52 Uhr aktualisiert: 26.04.2020, 13:26 Uhr
Abstand halten beim Münster-Marathon? No way! Dennoch hoffen die Veranstalter noch auf eine Austragung im Herbst.
Abstand halten beim Münster-Marathon? No way! Dennoch hoffen die Veranstalter noch auf eine Austragung im Herbst. Foto: Jürgen Peperhowe

Das Büro ist zurzeit nur noch mit einer Kraft besetzt, der Rest feiert Überstunden ab oder kümmert sich im Homeoffice um die Korrespondenz. Es gäbe viel zu tun, sehr viel sogar. Eigentlich. Im April laufen die Drähte heiß. Normalerweise. Aber was ist schon normal in Zeiten der Krise? Michael Brinkmann wirkt entspannt, obwohl er gerade jetzt zur Höchstform auflaufen müsste. Fünf Monate sind es noch bis zum 19. Volksbank-Münster-Marathon am 20. September. Eigentlich. Da ist wieder diese Partikel, die den Vorsitzenden des Münster Marathon e.V. umtreibt, wie nichts anderes. „Wir warten auf eine Entscheidung“, sagt Brinkmann. Und meint: Die „Entscheidung“ der Bundes- beziehungsweise Landesregierung. Findet der Münster-Marathon statt oder eben nicht?

In Berlin, wo am 27. September der größte deutsche Marathon stattfinden sollte, wurde vom Senat bereits der Strich gezogen. Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Beteiligten sind bis Oktober verboten. „Ich gehe davon aus, dass in diesem Jahr gar nichts mehr stattfindet“, sagte SSC-Geschäftsführer Jürgen Lock mit Blick auf die bevorstehende Marathon-Saison weltweit. SSC Events veranstaltet neben dem Berlin-Marathon mit üblicherweise Zehntausenden Teilnehmern zahlreiche weitere Laufevents in der Hauptstadt.

Der Volksbank-Münster-Marathon sollte – wegen den Kommunalwahl schon verschoben – am 20. September stattfinden. Eigentlich. „Die Bundesregierung ruft den 31. August aus. Bis dahin sind alle Großveranstaltungen untersagt“, betont Brinkmann. Soll heißen: Nichts Genaues weiß man nicht bei den Organisatoren in Münster. Nur so viel ist sicher: Eine Verschiebung beispielsweise ins nächste Frühjahr steht nicht zur Debatte.

Am 11. Mai wird sich der Marathon Münster e. V. abschließend zusammensetzen und den Stand der Dinge final analysieren. „Wir warten auf die behördlichen Anweisungen. Bis dahin arbeiten und planen wir weiter“, betont Brinkmann. „Wenn die Erlaubnis erteilt würde, müssten wir ordentlich Gas geben. Wir hinken jetzt schon vier Wochen hinterher.“ Lieferanten, Werbe- und Vertragspartner stehen dem Verein, so Brinkmann, glücklicherweise solidarisch bei. Trotzdem stehen finanzielle Verpflichtungen im Raum. Wie soll beispielsweise mit den bereits gezahlten Startgeldern umgegangen werden? Rückzahlung oder Abrechnung im nächsten Jahr? Brinkmann: „Diese Ansprüche müssen noch geklärt werden.“

Derweil hat der Verband der Laufveranstalter „German Road Races“ (GRR), in dessen Vorstand Brinkmann seit geraumer Zeit einen festen Platz hat, Verluste für Laufveranstalter in Deutschland hochgerechnet und einen Fünf-Millionen-Fördertopf beantragt. Viele Laufveranstalter, die nicht unter die Zielvereinbarung zur Förderung der Sportvereine in NRW fallen („10-Millionen-Programm“), geraten in Not, sagt Brinkmann. „Spitz rechnen“ muss auch der Münster Marathon e. V. Bei einer Absage „wollen wir plus-minus-null da rauskommen“, sagt Brinkmann und blickt auf das Jubiläumsjahr 2021. Noch besteht die leise Hoffnung, dass im 20. Jahr des Bestehens auch der 20. Marathon stattfindet.

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