Ruderer ziehen Zwischenfazit – Segler müssen sich gedulden
Einheiten mit Disziplin und Augenmaß

Münster -

Die Ruderer sind seit vier Tagen wieder in ihrem Element – unterwegs im Boot, auf dem Wasser, an der frischen Luft. Da fühlt sich einiges schon wieder an, wie es sein sollte. Doch der erste Eindruck trügt: Nur ein kleiner Teil der Flotte ist im Einsatz – und der normale Trainingsbetrieb (noch lange) kein Thema ...

Montag, 27.04.2020, 19:27 Uhr
Endlich wieder in bzw. auf ihrem Element: Die Ruderinnen des RV Münster. Aber immer unter Einhaltung aller Corona-Schutzmaßnahmen.
Endlich wieder in bzw. auf ihrem Element: Die Ruderinnen des RV Münster. Aber immer unter Einhaltung aller Corona-Schutzmaßnahmen. Foto: RV Münster

Seit der vergangenen Woche haben der ARC Münster und der RV Münster in Absprache mit der Stadt Münster ihre Kleinboote, sprich Einer und Zweier, zur Nutzung im Rahmen des Individualsports freigeben dürfen. „Das ist keine der aktuell diskutierten Lockerungsmaßnahmen“, betont RVM-Vorsitzender Dirk Bensmann, „die Beratungen darüber stehen noch an. Es geht im Moment darum, dass Rudern als Individualsport wie Joggen oder auch Kanufahren und Stand-up-Paddeln möglich ist.“

Kein blauer Stern, kein neuer Einteiler in ARC-Farben

Sprich: kein angeleitetes Training, keine Nutzung der Vereinsräume, selbst die Trikots mit dem blauen Stern des RV Münster oder die brandneuen Einteiler in den Vereinsfarben des ARC bleiben aktuell im Schrank. Dass dennoch Trainer und Verantwortliche seit Donnerstag durchgehend am RVM-Bootshaus anwesend waren, diente der Koordination und auch ein wenig der Aufsichtspflicht. „Uns ist es sehr wichtig, dass das korrekt wahrgenommen und ordnungsgemäß umgesetzt wird“, so Bensmann, der mit seinen Schützlingen sehr zufrieden war. „Wenn man gesehen hat, wie die Jugendlichen die Vorgaben umgesetzt haben, wie sie mit Mund-Nase-Schutz umgegangen sind, muss man sich keine Sorgen machen.“ Hier mache sich, so Bensmann, die Disziplin, die beim Rudertraining unerlässlich ist, deutlich bemerkbar.

Segler müssen sich gedulden

Bensmann weiß, dass der Rudersport durchaus privilegiert ist. Die Segler der drei münsterischen Clubs beispielsweise stehen nach wie vor vor verschlossenen Türen. „Der Vorstand wartet auf die Hinweise des Sportamtes“, sagt Dieter Schmitz, Sprecher des SC Hansa Münster. Die Reviere am Aasee und in Hiltrup sind Hoheitsgebiete der Stadt Münster und nicht wie der Dortmund-Ems-Kanal eine Wasserstraße unter Bundeshoheit. „Da gelten andere Regeln“, so Schmitz. „Betrachtet man den Hafen und den Steg noch als Sportgelände, dann sind die ohnehin gesperrt.“

Lockerungsvorschläge des DOSB

Die Segler hoffen jetzt wie nahezu alle anderen Sportler auf die Ergebnisse der politischen Beratungen über die Lockerungs-Vorschläge des DOSB sowie des Landes- und des Stadtsportbundes, die ihr Angebot für vereinsbasiertes Sporttreiben weiterentwickelt und vor allem an die zuständigen Adressen weitergeleitet haben. Allerdings werden Sportheime und -Hallen wohl geschlossen bleiben – ein klarer Vorteil für alle Freiluftsportarten. Doch auch hier sind die Wiedereinstiegshürden naturgemäß sehr unterschiedlich, auch wenn der DOSB in seinen Vorschlägen bewusst auf eine Positivliste der Sportarten verzichtet hat, um angepasste Bewegungsangebote für alle Vereinssportler voranzutreiben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7386971?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker