Volleyball: Ex-USC-Spielerin hofft auf neues Engagement
Sina Fuchs im Wartestand

Münster -

Die Corona-Krise hat auch Sina Fuchs kalt erwischt. Anfang März spielte sie noch für VC Alcobendas in der spanischen Liga, nach dem Saisonabbruch kehrte sie eilig heim. Nun wartet sie in Lüdinghausen auf die Fortsetzung ihrer Karriere. Wann und wo – beides ist völlig ungewiss.

Mittwoch, 29.04.2020, 20:16 Uhr
Länger als eine Dekade trug Sina Fuchs das Trikot des USC Münster. Aktuell wartet die 27-jährige Profi-Volleyballerin in Lüdinghausen auf ein neues Engagement.
Länger als eine Dekade trug Sina Fuchs das Trikot des USC Münster. Aktuell wartet die 27-jährige Profi-Volleyballerin in Lüdinghausen auf ein neues Engagement. Foto: Jürgen Peperhowe

Sina Fuchs lebt im Wartestand. Sie kennt diese Situation. Zweimal schon zwangen schwere Knieverletzungen die Volleyballerin zu einer längeren Pause. Zeiten, in denen Geduld erforderlich war. Genau die benötigt die 27-Jährige nun wieder. Nach der schnellen Verbreitung des Coronavirus in Spanien und dem Abbruch der Meisterschaft zog es Fuchs eiligst heim ins Münsterland. Dort wartet der Profi nun auf ein neues Engagement.

Fuchs, einst Schülerin im münsterischen Sportinternat und länger als eine Dekade für den USC am Ball, war erst im vergangenen Jahr nach Spanien aufgebrochen. Vom VC Wiesbaden wechselte sie zum CV Alcobendas. Gut zehn Kilometer nördlich der Metropole Madrid machte sie neue Erfahrungen. „Wir haben weniger trainiert als in der Bundesliga und meistens vor nur 100 Zuschauern gespielt. Es hat trotzdem viel Spaß gemacht“, sagt die Spielerin.

Sportlich war Alcobendas sogar herausragend unterwegs. Zum Zeitpunkt der Einstellung des Spielbetriebs Anfang März lag der Club auf Rang drei der höchsten Liga, vor dem Start in die Playoffs waren nur noch zwei Begegnungen zu bestreiten. Allerdings gegen den Ersten und Zweiten des Klassements. „Wir hätten da auch noch ein bisschen abrutschen können“, räumt Fuchs ein.

Seit sieben Wochen lebt die ehemalige Jugend-Nationalspielerin nun wieder bei der Familie in Lüdinghausen. Sie genieße das „Dorfleben“, finanzielle Engpässe gibt es noch nicht. „Ich habe in den vergangenen Jahren etwas zurückgelegt und jetzt Arbeitslosengeld beantragt. Ich komme klar“, erklärt Fuchs.

Ungewiss sind Zeitpunkt und Ort der Fortsetzung ihrer Karriere. Gern würde Fuchs nach Spanien zurückkehren. „Land und Leute waren eine Bereicherung für mich, ich habe mich sehr wohl gefühlt.“ Eva Stepancikova, ihre Agentin, sucht derzeit nach einer neuen Anstellung für die Außenangreiferin. Die Tschechin war selbst eine exzellente Volleyballerin, in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre feierte die Zuspielerin mit dem USC Münster nationale und internationale Erfolge. Schon seit einiger Zeit vermittelt die 47-Jährige Spielerinnen. Fuchs vertraut ihr, sie sieht aber auch die besondere Situation. „Momentan ist alles sehr schwierig. Die spanische Liga hat nicht so viel Geld, möglicherweise setzen die Clubs künftig mehr auf Eigengewächse. Dann wäre die Tür für die meisten Ausländerinnen zu.“

Fuchs übt sich in Geduld. Sie kann das. „Durch die Corona-Krise schiebt sich im Sport gerade vieles nach hinten“, weiß sie. Vielleicht muss sich die Spielerin komplett umorientieren. Eine Rückkehr in die Bundesliga schließt sie inzwischen nicht mehr aus. Ein Comeback beim USC Münster, der gerade zwei Außenangreiferinnen ziehen lassen musste, wäre eine naheliegende Lösung. Fuchs verrät, dass sie vor einiger Zeit unverbindlichen Kontakt zum neuen Sportlichen Leiter Ralph Bergmann gehabt habe. „Jeder weiß, dass ich mich in Münster meistens sehr wohl gefühlt habe. Und es ist ja klar, dass ich das Geschehen in der Bundesliga immer noch sehr interessiert verfolge“, sagt Sina Fuchs.

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