Leichtathletik: LG Brillux Münster
Trainer Jörg Riethues: „Ohne Wettkämpfe ist alles Mist“

Münster -

Geht da doch noch was? Ganz leise hegt Trainer Jörg Riethues die Hoffnung, dass im Sommer doch noch Leichtathletik-Wettkämpfe stattfinden können und dürfen. Die Sportler der LG Brillux zumindest stehen in den Startlöchern.

Montag, 11.05.2020, 18:18 Uhr aktualisiert: 12.05.2020, 14:06 Uhr
Gibt es noch eine „Late Season“
Gibt es noch eine „Late Season“ Foto: Birkenstock

Das hätten die Profi-Fußballer wohl nicht gedacht, jemals als „Vorbild“ für die Leichtathleten gelten zu können. Den für den 16. Mai geplanten Bundesliga-Restart nimmt der Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) jedenfalls zum Anlass und als Chance, „zu lernen und Dinge zu adaptieren“. Soll heißen: Selbst Deutsche Meisterschaften sind in den Überlegungen des DLV nicht vom Tisch – und zwar die ursprünglich für Anfang Juni geplante DM der Aktiven sowie die des Nachwuchses. Ob es indes tatsächlich zu einer „Late Season“, der verspäteten Saison im Herbst, kommt, und dann möglicherweise ohne Zuschauer, machte DLV-Generaldirektor Cheick-Idriss Gonschinska abhängig von behördlichen Festlegungen und Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes.

Die Hoffnung darauf ist auch in Münster groß. Bei der LG Brillux „stehen alle in den Startlöchern“, sagte Chef-Trainer Jörg Riethues. Wohl wissend, dass Wettkämpfe und Wettbewerbe enorm wichtig für die Leichtathleten sind: „Ohne die ist alles Mist.“ Bislang, so Riethues, konnten die Sportler einigermaßen durch Video-Training und individuelle Übungspläne bei Laune gehalten werden. Sogar so gut, dass es die Sportler waren, die ihren Coach mental aufbauten. „Ganz ehrlich? Als der Zusammenbruch feststand, bin ich wirklich in ein tiefes Mental-Loch gefallen“, sagte Riethues. Nach den guten Leistungen der LG-Crew bei den deutschen Crossmeisterschaften stand alles auf „go“ – dann kam der Lockdown. „Für mich war das keine einfache Sache“, sagte Riethues. „Da stand so viel Arbeit dahinter.“

Riethues zurück aus dem „Loch“

Mittlerweile erweckt Riethues den Eindruck, dass er aus dem „Loch“ heraus wieder den Motivationsgipfel erklommen hat. Die DLV-Planungen spielen ihm und seinen Schützlingen in die Karten. „Ich habe wirklich noch große Hoffnung, dass wir eventuell abgespeckt noch Meisterschaften haben werden in diesem Jahr. Zumindest einige kleinere, regionale Titelkämpfe.“

Trainiert haben die LG-Sportler in der Zwischenzeit jedenfalls gut. Das ergeben die Leistungsdaten. „Zumindest in der Laufgruppe funktionierte das Einzeltraining gut und auch in der Stabhochsprunggruppe mit Ansgar Spiegelburg wurde per Video-Konferenzen gut gearbeitet“, schilderte Riethues. „Wir sind auf dem aktuellen Stand und gut vorbereitet.“

Realistischer Blick

Ob das Training nun – Vorbild Fußball – wieder schnell in halbwegs normale Bahnen gelenkt werden kann? „Das hängt natürlich auch von den Vorgaben der Stadt und der Uni ab, inwieweit die Sportanlagen wieder nutzbar sind. Die Hausherren müssen die Sportstätten ja erst mal freigeben.“

Riethues ist auch Realist: Die Saison „nach hinten raus“ einfach zu verlängern, ist nicht unproblematisch. Andererseits „haben wir ja sehr junge Athleten. Die haben noch einige Jahre vor sich“.

  • Neuer Stützpunkttrainer
  • des Landesleistungsstützpunktes in Münster ist Stefan Vinbrüx. Der Sportwissenschaftler und Sprint-Trainer, ehemals SC Preußen Münster, wird zugleich als LG-Brillux-Trainer fungieren. Der ehemalige Zehnkämpfer und 400-Meter-Hürden-Läufer hatte angesichts der Corona-Krise keinen leichten Start, wie Riethues bestätigte. Eine Schwerpunktaufgabe für Vinbrüx ist unter anderem die Koordinierung des Zusammenspiels von Sportinternat, Sportschule (Pascal-Gymnasium) und LG Brillux Münster als stützpunkttragendem Verein.
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