Fußball: 3. Liga
"Arbeiten mit Hochdruck" - Preußen-Rückkehr verschoben

Münster -

Ursprünglich hatte der DFB den 26. Mai als Termin für die Wiederaufnahme der Saison vorgesehen. Doch daraus wird laut einer Mitteilung erst mal nichts, weil behördliche Genehmigungen fehlen. Preußen Münster bringt das vor allem Zeit.

Freitag, 15.05.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 15:15 Uhr
Fußball: 3. Liga: "Arbeiten mit Hochdruck" - Preußen-Rückkehr verschoben
Malte Metzelder (l.) und Teammanager Harald Menzel, der viel Organisatorisches erledigt hat. Foto: Johannes Oetz

Der DFB-Spielausschuss hat sich in seiner Sitzung zur aktuellen Situation der 3. Liga am Freitag beraten. Bislang liegt weiter keine politische und übergeordnete behördliche Freigabe für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs vor. Vor diesem Hintergrund ist der Ausschuss zum Ergebnis gekommen, dass der 26. Mai als angedachter Termin für den Wiedereinstieg in die laufende Saison nicht mehr möglich ist, da den Drittligisten eine vergleichbar lange Vorbereitungszeit wie den Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga ermöglicht werden soll.

Dennoch soll die Spielzeit fortgesetzt werden, sofern es die politische Beschlusslage erlaubt. Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme könnte daher sehr kurz nach dem 26. Mai liegen. Auch mit dem Szenario, dass gegebenenfalls reguläre Spieltage der 3. Liga über den 30. Juni hinaus durchgeführt werden müssen, beschäftigt sich der DFB. Elf Runden stehen noch aus.

Noch kein Mannschaftstraining

Preußen Münster, aktuell Drittletzter der Tabelle und entschiedener Gegner der Fortsetzung, gehört zu den Clubs, die viele der organisatorischen Maßnahmen noch nicht umsetzen konnten und daher auch noch kein gemeinschaftliches Mannschaftstraining anbietet. Der SCP war sehr lange von einem Abbruch ausgegangen und ist erst seit dieser Woche wieder in Kleingruppen auf dem Platz.

Zudem suchen die Adler noch einen Hygienebeauftragten, ein Hotel für die siebentägige Quarantäne vor dem ersten Spiel und vieles mehr. "Mit dieser Verschiebung wären alle Planungen in Sachen Hotel und Trainingslager ja auch schon wieder hinfällig", so Preußen Münsters Geschäftsführer Malte Metzelder. "Natürlich arbeiten wir im Hintergrund mit Hochdruck an allen Punkten. Es beginnt aber mit dem Hygienebeauftragten. Da ist die Haftung ein ganz wichtiger Punkt. Das müssen wir ganz transparent mit den Kandidaten kommunizieren. Wir hatten da schon sehr gute Bewerber, die dann aber ihre Bewerbung zurückgezogen haben."

Der Fahrplan ist unmissverständlich: kein Hygienebeauftragter, keine Coronatests. Keine Coronatests, kein Mannschaftstraining. "Die Freigabe muss dann vom Gesundheitsamt kommen, das können nicht wir entscheiden und auch nicht der DFB", so der Sportchef.

Andere Vereine sind schon seit einigen Wochen wieder am Ball und dem SCP wie anderen Gegnern weit voraus. Wettbewerbsverzerrung lässt sich so kaum vermeiden. In Sachsen-Anhalt - dort sind der Hallesche FC und der 1. FC Magdeburg ansässig - etwa wären am 26. Mai noch gar keine Mannschaftsspiele erlaubt. Hier dürfte ein Grund für die Verschiebung liegen.

Zeit gewonnen

Für die Preußen also eine gute Nachricht: Sie gewinnen Zeit, Organisatorisches zu erfüllen und Trainingsrückstand aufzuholen. Hier hatten sich viele Konkurrenten in den vergangenen Wochen bereits explizit vorbereitet und sich einen Vorsprung geschaffen.

Eine Saisonende vor dem 30. Juni ist damit aber faktisch nicht mehr machbar. Da viele Spielerverträge (bei Preußen sieben sowie zwei Leihgeschäfte) an diesem Datum auslaufen, kommen auf die Clubs nun arbeitsrechtliche Unwägbarkeiten zu. Der DFB ist nun gefordert, diese zu lösen. Da auch die Relegationsspiele zu den Bundesligen sowie das Pokalfinale erst im Juli angesetzt sind, dürfte es hierzu aber schon Vorlagen geben.

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