Fußball: 3. Liga
Re-Start der Preußen gegen Halle in der Stille des Stadions

Münster -

Ansonsten wird vor einem Drittliga-Spiel oft über die jüngsten Auftritte, Einfluss der Kulisse oder die mögliche Aufstellung spekuliert. Diesmal ist alles anders. Dabei ist es ein absolutes Schlüsselspiel. Der Drittletzte Preußen Münster erwartet am Sonntag (14 Uhr) den Halleschen FC, der ganz knapp über dem Stich steht.

Samstag, 30.05.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 30.05.2020, 13:38 Uhr
Jan Löhmannsröben bleibt der Preußen-Abwehrchef.
Jan Löhmannsröben bleibt der Preußen-Abwehrchef. Foto: Jürgen Peperhowe

Am 16. Mai sollte die Saison in der 3. Liga eigentlich beendet sein, zwei Monate zuvor war das fünftletzte Heimspiel des SC Preußen Münster gegen den Halleschen FC geplant. Nun ist alles anders, die Corona-Krise hat den Fußball-Drittligisten zur Pause gezwungen. Die Entscheidung, ob der 1906 gegründete Traditionsclub im neunten Jahr der Drittliga-Zugehörigkeit absteigt oder nicht, wurde damit verschoben.

Also, die Hoffnung auf das zumindest kleine Fußball-Wunder, das ein Klassenerhalt bei sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer bedeuten würde, lebt. Am Pfingstsonntag (14 Uhr) muss die Mannschaft von Trainer Sascha Hildmann nach der wohl kürzesten Vorbereitung der Vereinsgeschichte praktisch mutterseelenallein drei Punkte gegen Halle zu holen versuchen. Die Liga macht weiter, 1. und 2. Bundesliga haben vorgelegt.

Leben in der Bude

„Visier hoch, wir haben noch elf Spieltage“, ist Hildmann vor dem Premieren-Geisterspiel im Preußenstadion zuversichtlich und kämpferisch wie am ersten Tag seines Dienstantritts in Münster. Mit ihm kam wieder Leben in die Bude, sein Optimismus strahlt aus. Nun muss er, wie die 19 anderen Fußballlehrer landauf, landab, mit der neuen Stille eines Stadions zurechtkommen.

Auftakt des Mannschaftstrainings: Preußen trainieren wieder

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  • Der SC Preußen Münster durfte am Dienstag erstmals wieder im Team trainieren. Hier Seref Özcan am Ball.

    Foto: SCP
  • Wieder erlaubt: Zweikämpfe. Mit Okan Erdogan (l.) und Kevin Rodrigues Pires.

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  • Am Sonntag ist der Hallesche FC zu Gast in Münster.

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  • Die Ultras haben ein Plakat am Trainingsplatz aufgehangen.

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  • Da die erste Testreihe am Samstag und auch die zweite Montag ohne positives Ergebnis blieben, gab es grünes Licht für den Drittligisten.

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  • Routinier Ole Kittner mit langer Mähne.

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  • Kittner im Duell mit Özcan (l.)

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  • Alexander Rossipal hält noch etwas Abstand.

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  • Keeper Marian Prinz laufert im Tor.

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  • Die letzte echter Einheit hatte im März stattgefunden.

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  • Kittner hat gegen Rossipal das Nachsehen.

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  • Dominik Klann (r.) hilft aus.

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  • Ballkünstler Özcan.

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  • Anführer Jan Löhmannsröben am Ball.

    Foto: SC Preußen Münster
  • Kurze Pause für Joel Grodowski.

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  • Kittner erteilt Anweisungen.

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  • Özcan und Prinz hören gut zu.

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  • Co-Trainer Louis Cordes, Chefcoach Sascha Hildmann und Löhmannsröben.

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  • Nico Brandenburger beweist Kopfballstärke.

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Partien, die wie Geisterspiele daherkamen, gab es schon häufiger an der Hammer Straße. Nur war das damit verbunden, dass der SCP so grottig agierte. Nun werden sich gut 200 Menschen einfinden, damit diese Partie stattfinden kann. Ohne Fans. Heimvorteil war gestern, zuletzt am 2. März, als 7227 den 1:0-Heimsieg über Hansa Rostock sahen.

Ich merke die Anspannung jetzt schon.

Sascha Hildmann

Hildmann und dem ausgesperrten SCP-Anhang würde das genügen. Ein schnödes 1:0. Dass der 47-Jährige kein Befürworter des Drittliga-Re-Starts war, ist bekannt. Aber nach knappen drei, vier Übungseinheiten mit Mannschaftstraining, sagt er: „Ich merke die Anspannung jetzt schon, das Lampenfieber kommt, Tag und Nacht denke ich jetzt nur noch an Fußball. Das Training macht ja auch Spaß.“

79 Tage Pause

Allerdings pausierte der SCP 79 Tage, ist vier Tage gemeinsam im wettkampfrelevanten Training – ein krasses Missverhältnis. Kleiner Trost: Auch Halle geht es nicht viel besser. Doch, so Hildmann: „Ich habe ein gutes Gefühl bei den Abläufen.“ Allerdings fehlen ihm Testspiele, auch die Koordination, das Stellungsspiel zum Ball, hat bei seinen Spielern gelitten. Es war ein Crash-Kurs zurück in die Übungseinheiten.

Wir spielen auf Sieg.

Sascha Hildmann

Wen er nun gegen Halle auflaufen lässt, daraus macht er noch ein Geheimnis. Bis auf Fridolin Wagner (Rotsperre für drei Spiele) dürften viele vom letzten Vor-Corona-Auftritt in Köln (1:2) mit von der Partie sein, dazu könnte nun Okan Erdogan in der Mittelfeldzentrale auflaufen. Hildmann verspricht nur eines: „Wir spielen auf Sieg.“ Was bleibt den Adlerträgern an Tagen wie diesen auch noch anderes übrig? Drei Punkte würden weiterhelfen.

  • Münster: Schulze Niehues – Steurer, Löhmannsröben, Scherder – Schauerte, Erdogan, Rodrigues Pires, Rossipal – Cueto, Königs, Schnellbacher

Liveticker aus dem Preußenstadion ab 13 Uhr: 

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