Fußball: 3. Liga
Preußen Münster gastiert an der Grünwalder Straße in München

Münster -

Die Preußen haben so richtig Fahrt aufgenommen. Mit dem Rückenwind des 4:2-Erfolgs gegen den Halleschen FC geht es zum Duell mit der Reserve des FC Bayern an die Grünwalder Straße. Gespielt wird am Mittwoch um 19 Uhr.

Dienstag, 02.06.2020, 19:24 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 19:46 Uhr
Anlaufen, springen, stehenbleiben, hochhüpfen, schützen: Maurice Litka (von links), Lucas Cueto, Jan Löhmannsröben, Luca Schnellbacher, Heinz Mörschel und Kevin Rodrigues Pires verteidigen gegen Halle einen Freistoß.
Anlaufen, springen, stehenbleiben, hochhüpfen, schützen: Maurice Litka (von links), Lucas Cueto, Jan Löhmannsröben, Luca Schnellbacher, Heinz Mörschel und Kevin Rodrigues Pires verteidigen gegen Halle einen Freistoß. Foto: Jürgen Peperhowe

Re-Start mit Geisterspiel: Preußen Münster - Hallescher FC

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  • Geisterspiel beim SC Preußen Münster: Zu Gast im leeren Stadion war der Hallesche FC.

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  • Der SC Preußen Münster war sofort hellwach: Bereits in der 4. Spielminute trifft Kevin Rodrigues Pires zum !:0 für den SCP.

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  • Der am Boden liegende Torwart Kai Eisele musste sich geschlagen geben, während...

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  • ...Torschütze Kevin Rodrigues Pires (2.v.r.) sich von seinen Mitspielern feiern ließ.

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  • Nachdem Maurice Litka in der 13. Spielminute das 2:0 für Preußen Münster erzielt hatte, legte Luca Schnellbacher mit einer akrobatischen Einlage nach: Im Liegen erzielte er das 3:0.

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  • Nach dem dritten Treffer feierten ihren Schützen Luca Schnellbacher.

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  • Sein zweiter Streich: Maurice Litka (2.v.l.) brachte den SCP endgültig auf die Siegesstraße, nachdem Halle auf 1:3 verkürzt hatte. Der SCP-Akteur erhöhte in der 77. Spielminute auf 4:1.

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  • SCP-Coach Sascha Hildmann

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  • Halles Trainer Ismael Atalan

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  • SCP-Coach Sascha Hildmann erteilt Anweisungen.

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  • SCP-Trainer Sascha Hildmann im Gespräch mit Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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  • Dr- Müller-Rensmann, Gesundheitsbeauftragter des SC Preußen Münster

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  • SCP-Mauer mit Litka, Cueto, Löhmannsröben, Schnellbacher, Mörschel und Pires

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  • Gedenkminute für de verstorbenen Coronaopfer und für Ex-SCP-Spieler Krekeler

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  • Halle-Trainer Ismael Atalan

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  • Malte Metzelder und Ralf Heskamp im Gespräch

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  • Diskussionen nach einem Foul mit Schnellbacher und Bentley Bexter Bahn

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  • Tim Hartwig und Bernd Niewöhner

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  • Bernd Niewöhner

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  • Malte Metzelder

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Ende September 2019: Es war eine sportliche Bankrotterklärung, die der SC Preußen Münster in diesem Heimspiel bot. Damals rutschte der Fußball-Drittligist nicht nur erstmals auf einen Abstiegsrang, sondern zeigte beim 1:4 gegen Aufsteiger Bayern München II eine derart desolate Leistung, dass jedem der über 7000 Zuschauer angst und bange werden musste. Seitdem haben die Preußen die Abstiegsränge nicht mehr verlassen. Seitdem hat die Bayern-Reserve die Liga aufgemischt. Nun trifft man sich wieder, im legendären Stadion an der Grünwalder Straße (Mittwoch, 19 Uhr).

„Wir werden“, sagt SCP-Coach Sascha Hildmann, „über uns hinauswachsen müssen.“ Das werden die Preußen, die gerade mit dem 4:2-Heimerfolg über Halle Kontakt zur Nicht-Abstiegs-Zone hergestellt haben, vermutlich in jedem der noch anstehenden zehn Punktspiele tun müssen. Anders wird der Klassenerhalt nicht zu erreichen sein. Motto: Das Limit erreichen, und notfalls sogar etwas mehr abliefern.

Preußen Münster - Hallescher FC - die Einzelkritik

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  • Max Schulze Niehues - Note 2,5:

    Anfangs wenig geprüft, tauchte aber beim Freistoß von Sebastian Mai gut ab, später auch beim Kopfball von Antonios Papadopoulos. Das 3:0 leitete er sogar mit einem langen Schlag ein.

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  • Oliver Steurer - Note 2,5:

    Wie gewohnt sehr solide, nur kleine Wackler, beim 1:3 etwa verlor er Florian Hansch aus den Augen. Im Verbund aber wichtiger Teil der Abwehrstrategie

    Foto: Imago
  • Jan Löhmannsröben - Note 2:

    Chef im Ring, hart im Zweikampf, mit Steigerungspotenzial nur bei langen Bällen. Entscheidend aber ist, dass er sich großartig in jeden Ball wirft, seine Kollegen mitreißt und dazu noch Kommandos gibt. 

    Foto: Steinbrenner
  • Simon Scherder - Note 2,5:

    Ähnlich wie seine Innenverteidigerkollegen abgeklärt, ohne Fehl und Tadel. Meldete Jonas Nietfeld komplett ab, auch Terence Boyd gelang wenig. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Julian Schauerte - Note 3:

    Auf seiner rechten Seite brannte nichts an. Vorstöße waren eher selten, sicherte Lucas Cueto ab. Als der Kapitän sich dann mal einschaltete, legte er direkt das wichtige 4:1 für Maurice Litka auf. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires - Note 2,5:

    Im letzten Spiel vor der Pause traf der Deutsch-Portugiese, im ersten danach auch. Den Angriff zum 1:0 leitete er ein und vollstreckte ihn auch als Abstauber. Hatte Glück, dass er gegen Pascal Sohm keinen Elfmeter verursachte. Ansonsten unauffällig, aber mit viel Laufarbeit.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heinz Mörschel - Note 2,5:

    Etwas überraschend als Ersatz für Fridolin Wagner vor der Abwehr aufgeboten. Gute Diagonalbälle, arbeitete auch viel nach hinten. Seine Spielübersicht und seine Technik sind schon bemerkenswert.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Alexander Rossipal - Note 4:

    Erst eine Verwarnung wegen Ballweghauens (völlig überflüssig), dann ein sehr harter Einsatz gegen Sohm, der eigentlich die Ampelkarte nach sich hätte ziehen müssen. Zudem von Florian Hansch hier und da düpiert. Zur Pause folglich raus. 

    Foto: Sanders
  • Lucas Cueto - Note 3:

    Wieder zu Beginn ein guter Auftritt. Wegbereiter des 1:0 und des 3:0 mit seinem Tempo über die rechte Seite. Tauchte später etwas ab oder lief sich häufiger in der HFC-Abwehr fest. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Luca Schnellbacher - Note 2:

    Das erste Tor fädelte der Stürmer mit ein und legte es letztlich unfreiwillig vor, das dritte erzielte er selbst, nachdem er es auch eingeleitet hatte. Einfach runder Auftritt des Angreifers, der ein großes Pensum abspulte. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Maurice Litka - Note 2,5:

    Gewinner der Mini-Vorbereitung, Lohn war die Rückkehr in die Startelf. Torschütze des 2:0 mit Mais Unterstützung und später mit Wucht und Präzision auch des 4:1.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann - Note 3:

    Kam für den gelbvorbelasteten Rossipal und fügte sich mal wieder hinten links ein. Diese Rolle füllte der 27-Jährige vernünftig aus, auch wenn er sich kleine Unsicherheiten erlaubte. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marco Königs - keine Note:

    Rieb sich vorne auf und knüpfte mit dieser Spielweise an Schnellbachers Auftritt an. Nur mit Ball etwas glücklos. 

    Foto: Imago
  • Seref Özcan - keine Note:

    Kurzer Auftritt des Dribblers, der auch defensiv dachte. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Okan Erdogan - keine Note:

    Zur Stabilisierung der Deckung löste er Rodrigues Pires ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner - keine Note:

    In der Schlussphase als Abräumer noch mal gefragt.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Hildmann hat sich dieses vermaledeite 1:4 im September aktuell wieder angeschaut. Zwei Mal, wie er sagt. Er war zu diesem Zeitpunkt, als die Partie gespielt wurde, gerade erst beim 1. FC Kaiserslautern beurlaubt worden. In Münster stand Sven Hübscher in der Verantwortung.

Gegen die Bayern-Zweite lief der SCP damals ins offene Messer, der Ex-Osnabrücker Kwasi Okyere Wriedt mit drei Treffern sowie Oliver Batista Meier hatten es sich zur ersten Aufgabe gemacht, die Hausherren in ihre Einzelteile zu zerlegen. Die Bayern vernichteten den SCP an diesem Tag, von dieser Pleite erholte sich Münster lange, lange Zeit nicht mehr wirklich.

Gegner-Check: FC Bayern München II

Ausgangslage: Die „kleinen Bayern“ sind die beste Mannschaft der Rückrunde, nur eine Niederlage in neun Partien unterstreicht das. In diesem Jahr unterlag das Team nur in Chemnitz (0:1). Dagegen zeigt sich der FCB II gerade gegen die Aufstiegsanwärter meist in bestechender Form. Zwar hat München Tuchfühlung zu den Aufstiegsrängen, darf aber als Zweitvertretung nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen. Der Klassenerhalt ist praktisch geschafft, nun gilt es für den FCB möglichst viele Gegner zu ärgern.

Stichwörter: Hecht im Karpfenteich.Personal: Glaubt man dem Vereinsfunk, dann sind mit Torwart Früchtl, Mai, Singh, Batista Meier, Dajaku und Zirkzee ein halbes Dutzend Akteure hochgewandert in den Kader des Erstliga-Tabellenführers. Bislang wurden 30 Spieler eingesetzt, mit 22,07 Jahren im Schnitt ist der Aufsteiger das jüngste Team der 3. Liga. Nun sollen vermehrt die Top-Talente aus der U-19-Bundesliga-Auswahl – Spitzenreiter nach 19 Spieltagen in der mittlerweile abgebrochenen Südwest-Liga – eingesetzt und auf Profi-Tauglichkeit getestet werden. Angelo Stiller auf der „Sechs“ gehört dazu.

Trainer: Sebastian Hoeneß, Sohn des früheren Bundesliga-Stürmers Dieter (VfB Stuttgart und Bayern München), kam 2017 vom Nachwuchsleistungszentrum von RB Leipzig zum FCB und betreute die A-Junioren. Der 38-Jährige, seit Saisonbeginn für die Reserve zuständig, bevorzugt seit der Winterpause ein 4-3-2-1.

Kuriosum: Fünf von zehn Saison-Niederlagen kassierten die Bayern gegen „Kellerkinder“. Chemnitz, Kaiserslautern, Jena, Zwickau und Köln stecken im Abstiegskampf. Ein gutes Omen für den SCP

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Zeitenwende:

In seinem neunten Spiel als Chefcoach der Preußen weiß Hildmann um die Schwere der Aufgabe. „Fußballerisch ist das die beste Mannschaft der 3. Liga.“ Sein Rezept der preußischen Gegenwehr: „Mit viel Kampf müssen wir ihnen die Lust am Spiel nehmen.“

„Ein Brett“, erklärt er, das wären die Bayern. Nur hat Hildmann auch ein paar Asse im Ärmel. Seine Preußen sind in der Rückrunde immerhin die achtbeste Mannschaft, es ging unter ihm zehn Plätze nach vorn, wenn man auf die Hin- und Rückrunden-Tabelle schaut. Klar, der Bayern-Sprung von Rang 15 auf Platz eins in diesem Ranking ist noch einmal beeindruckender.

Die Preußen, die am Dienstag bereits nach München gereist sind, aber erst am Donnerstag wieder zurückkehren, haben Mut geschöpft. Es würde keinen Sinn machen, viel zu ändern, meint Hildmann. Die siegreiche Halle-Elf genießt höchstes Vertrauen. Fridolin Wagner, der als zentraler Mittelfeldspieler eigentlich gesetzt ist, muss gegen München und am Sonntag im Heimspiel gegen Unterhaching seine Rot-Sperre verbüßen. Vielleicht denkt Hildmann über einen Wechsel im linken Mittelfeldbereich nach, Philipp Hoffmann dürfte dann erste Wahl für Alexander Rossipal sein.

Doppelpack:

  • Maurice Litka muss das 2:0 beim 4:2-Heimsieg über den Halleschen FC zugesprochen werden. Der DFB wertete seinen Schuss genau so, obwohl HFC-Spieler Sebastian Mai den Ball erst unhaltbar per Hacke ins eigene Tor gelenkt hatte. Für Litka war das damit Saisontor Nummer drei, das vierte folgte mit dem 4:2-Endstand.

Voraussichtliche Aufstellung von Preußen Münster:

  • Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Löhmannsröben, Steurer, Hoffmann – Cueto, Rodrigues Pires, Mörschel, Litka – Schnellbacher
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