Segeln: Quartett des SC Hansa
Pause vorbei: Stützpunkt-Athleten trainieren auf der Ostsee

Münster -

Gewöhnlich werden die Segler von einer Flaute gestoppt, doch auch das Corona-Virus hatte eine große Bremskraft. Die Pause aber ist nun vorbei, ab sofort werden wieder die Segel gehisst. So auch bei den Sportlern des SC Hansa, des SC Münster und des Hiltruper SC. Für ein Quartett vom Landesstützpunkt ging es dabei direkt wieder auf die Ostsee.

Donnerstag, 04.06.2020, 16:56 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 15:06 Uhr
Vom Aasee zur Nordsee, von Münster nach Kiel: Das Hansa-Quartett mit (v.l.) Lean Hohenlöchter, Christoph Möhring, Max Stiff und Ole Kuphal trainiert aktuell im hohen Norden.
Vom Aasee zur Nordsee, von Münster nach Kiel: Das Hansa-Quartett mit (v.l.) Lean Hohenlöchter, Christoph Möhring, Max Stiff und Ole Kuphal trainiert aktuell im hohen Norden.

Es ist vermutlich kein Zufall, dass ausgerechnet beim Segeln Aufbruchstimmung so bildhaft und nachdrücklich vermitteln kann, wie in kaum einem anderen Sport. Wer sich frischen Wind um die Nase wehen lassen will, Segel setzen darf, zu neuen Ufern aufbrechen kann und die Leinen löst zur Sonne, zur Freiheit, der tut dies am besten mit einer Handbreit Wasser unterm Kiel und straffen Segeln über sich. Kein Wunder, dass die Segler nicht nur, aber vor allem in Münster nach der langen Corona-Pause sofort wieder mit Vollgas in ihrem Element sind. Die Aasee-Clubs SC Hansa und SC Münster haben ihre Boote aufs Wasser gebracht, die Mitglieder des Hiltruper Segelclubs sind ebenfalls wieder im Einsatz.

Natürlich wird auch der Landesstützpunkt der Segler beim SC Hansa wieder reichlich frequentiert. Aktuell betreuen die Stützpunkt-Leiter Markus Jenki und Trainerin Lena Thöne vor allem die Nachwuchssegler aus der näheren Umgebung, doch auch die Kadermitglieder aus dem Rheinland sind zumindest bei den Online-Fitness-Einheiten schon wieder am Start.

In der Eingewöhnungsphase

Vom Trainingsalltag sind die Athleten derzeit noch ein wenig entfernt, noch bestimmen die Corona-Richtlinien die Abläufe. „Daran mussten wir uns alle gewöhnen“, sagt Thöne. „Das Vorbereiten der Boote alleine ist schon eine andere Aufgabe für unsere Athleten, als sie es bisher gewöhnt waren.“ Schaden kann es indes nicht. Je zwei Kleingruppen in der Optimisten- und Laserklasse sind im Schichtbetrieb im Einsatz. „Wobei wir deutlichen Zuwachs bei den Laser-Seglern haben“, so Thöne. Einige der jungen Optimisten-Segler haben mangels sportlicher Wettkämpfe im Corona-Jahr früher als geplant die Klasse und sind ins größere Boot gewechselt. Und da auch schon mit dem ersten großen Ziel: Da fast alle Wettbewerbe national und international abgesagt sind, liegen die Hoffnungen jetzt auf den Deutschen Meisterschaften im Oktober in Leipzig, das aktuell den Sehnsuchtsort der deutschen Segel-Elite darstellt.

Gute DM-Aussichten

„Noch sind die Regularien nicht offiziell, aber voraussichtlich wird es in diesem Jahr einfacher, sich zu qualifizieren, weil es kaum Qualifikationswettbewerbe geben wird“, so Thöne. Mit guten Aussichten für die nationalen Titelkämpfe starten dabei vor allem Lean Hoenlöchter, Max Stiff, Ole Kup­hal und Christoph Möhring in ihre Saison. Das Quartett war vor Pfingsten aus einem der kleinsten und anspruchsvollsten Trainingsreviere Deutschlands auf dem Aasee zur größten Regattabasis des Landes nach Kiel gereist, wo sie unter den aufmerksamen Augen der Landestrainer vorbereitet werden.

Die Kollegen haben derweil in Münster die sonnigen Tage unter anderem mit Übungen zur Bootsbeherrschung auf dem spiegelglatten Aasee genutzt und nehmen nach dem Wetterwechsel wieder Fahrt auf – mit frischem Wind und unter vollen Segeln.

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