Cueto und Königs treffen – Torwart Schulze Niehues verhindert das späte 2:2
Harte Fakten liefern die Preußen - Unterhaching hadert beim 1:2

Münster -

Sechs Punkte von neun möglichen aus der ersten englischen Woche: Der SC Preußen Münster bleibt dran im Kampf um den Klassenerhalt. Gegen Aufstiegsanwärter siegte das Team von Trainer Sascha Hildmann mit 2:1 (2:0) - und kann den Sieg am Mittwoch im Auswärtsspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach vergolden.

Sonntag, 07.06.2020, 19:44 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 16:04 Uhr
Hielt dem SC Preußen Münster drei Punkte fest mit einem letzten großen Abwehrreflex: Torwart Max Schulze
Hielt dem SC Preußen Münster drei Punkte fest mit einem letzten großen Abwehrreflex: Torwart Max Schulze Foto: Jürgen Peperhowe

Wer gedacht hätte, ein Geisterspiel wäre ein stimmungsfreier und lebloser Raum, in dem man ab und an den Pfiff des Schiedsrichter oder das Kommando eines Trainers vielleicht hört, der sah sich getäuscht beim Aufeinandertreffen des SC Preußen Münster und der Spielvereinigung Unterhaching. Es ist lange her, dass die Adlerträger eine solch intensive Partie abgeliefert haben, in der sie derart kämpfen mussten, mit dem Rücken zur Wand standen und am Ende doch gewannen. Dieser 2:1 (2:0)-Heimsieg hätte ein volles Stadion verdient gehabt. Es war eine Mischung aus Können, Effektivität, Einsatzwillen und auch Glück, mit der sich der SCP einen durchaus als Überraschungssieg zu titulierenden „Dreier“ sicherte. Da stecken Bonuspunkte drin. „Es war ein Kraftakt“, befand Trainer Sascha Hildmann. Acht weitere stehen in vier Wochen nun auf dem Programm.

Starke Gäste aus Bayern

Die Gretchenfrage der Partie blieb, ob das nun ein verdienter Sieg oder der SCP nur von Fortuna geküsst war. Denn das, was Unterhaching über 90 Minuten als Drittliga-Fußball anbot, war absolute Spitzenklasse. Die Indizien sprachen für die Bayern, gefühlt mindestens 80 Prozent Ballbesitz, 16 Eckbälle – keiner für Münster – für potenzielle Standardchancen, eine überragende Spielanlage, ein brutales Pressing. Die harten Fakten aber lieferte der SCP, nachdem die Hausherren zu Beginn 7:24 Minuten nonstop in der eigenen Hälfte eingeschnürt worden waren.

Kommentar: Bemerkenswert

 

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Münsters Umschaltspiel funktionierte perfekt, wie schon beim 4:2 gegen den Halleschen FC. Heinz Mörschel legte den Schalter um, Julian Schauerte setzte sich auf der Grundlinie durch, aus kurzer Distanz köpfte Lucas Cueto (14.) ein. Doch das 0:1 änderte wenig an der Unterhachinger Grundhaltung, sie dominierten die Partie. Der Ausgleich war nur eine Frage der Zeit.

Denkste, die Erste: zweiter Angriff des SCP, Simon Scherder schaltet am schnellsten, wieder darf Schauerte von rechts nach innen passen und Marco Königs staubt ab zum 2:0 nach 24 Minuten. Es sollten die beiden einzigen Möglichkeiten des SCP bleiben. In Sachen Effektivität macht den Hildmann-Schützlingen keiner was vor. Im Moment.

Schiedsrichter korrigiert sich

Wobei Schiedsrichter Lukas Benen (Nordhorn) direkt nach Wiederanpfiff fast die tragische Rolle übernommen hätte. Einen Schuss von Hachings Mark Dombrowka an den Kopf des dann benommenen Oliver Steurer bewertete Benen als Handelfmeter, ließ sich aber nach Beratungen mit seinem Linienrichter umstimmen. Von da an forderten die Gäste tatsächlich bei jedem Zweikampf im Strafraum der Preußen Elfmeter – es wäre so ein halbes Dutzend zusammengekommen für Unterhaching. Mindestens.

Benen lag richtig mit der Korrektur, die aufgeladene Partie beruhigte er damit nicht mehr. Nicht dass es unfair war, aber es war ein Gerangel auf Biegen und Brechen, Hachings Mini-Delegation auf der Tribüne macht Rabatz wie 1000 Ultras. Preußens kleine Schar aus Funktionären und Spielern hielt dagegen. Als den Hausherren dann förmlich die Luft ausging, traf Felix Schröter nach 76 Minuten zum 1:2, der Ausgleich war nur eine Frage der Zeit.

Schulze Niehues überragend

Denkste, die Zweite: Der SCP war nicht nur besonders effektiv, sondern hatte in Max Schulze Niehues auch den „Sieggaranten“ zwischen den Pfosten. Er klärte sensationell gegen Felix Müller (88.), den Ex-Preußen, und noch besser gegen Dominik Stroh-Engel. Der gebürtige Westfale blieb aber stoisch: „Wir haben insgesamt echt gut verteidigt, unsere Nadelstiche sehr, sehr gut ausgenutzt. Nach der Pause war das Schwerstarbeit für uns.“ Mit einem überragend „starken Max“ am Ende.

Eine Frage an Sascha Hildmann

 

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