3. Liga
Hallescher FC beurlaubt Ismail Atalan

Münster/Halle -

Die 1:5-Auswärtsniederlage war ausschlaggebend: Ismail Atalan ist nicht mehr Trainer von Fußball-Drittligist Hallescher FC. Der Verein trennte sich nach nur fünf Partien von dem Fußballlehrer.

Montag, 08.06.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 14:37 Uhr
Ismail Atalan ist nicht mehr Trainer von Fußball-Drittligist Hallescher FC.
Ismail Atalan ist nicht mehr Trainer von Fußball-Drittligist Hallescher FC. Foto: dpa

Ismail Atalan ist nicht mehr Trainer von Fußball-Drittligist Hallescher FC. Der Tabellenvierteletzte trennte sich nach nur fünf Partien vom 40 Jahre alten Fußballlehrer, der mit seiner Familie in Senden wohnt. Nach der 1:5-Auswärtsniederlage bei Mitkonkurrent FSV Zwickau wurde der Nachfolger von Torsten Ziegner freigestellt. Sein Vertrag soll im Falle des Klassenerhalt für die Saison 2020/21 gültig sein.

Atalans Bilanz passte sich der Gesamtentwicklung in Halle an. Der HFC war in der ersten Saisonhälfte noch Tabellenführer, konnte aber die letzten 13 Partien nicht mehr gewinnen, besser gesagt nur zwei von 39 möglichen Zählern holen. Unter Atalan holte Halle nur einen Punkt aus fünf Partien (4:12-Tore), kassierte dabei aber vor allem schmerzhafte Niederlagen in den „Sechs-Punkte-Spielen“ gegen Großaspach, Münster und nun Zwickau. Suspendiert worden sein sollen zudem Angreifer Terrence Boyd und Marcel Hilßner. Ihnen wird mangelnde Fitness vorgeworfen.

Fanproteste und Druck von Sponsoren

Am Sonntag hatte sich nach Informationen unserer Zeitung die Mannschaft hinter den Coach gestellt, angeführt vom Ex-Preußen Sebastian Mai als Kapitän. Aber Fanproteste, rund 150 Anhänger sollen die Mannschaft zur Rede gestellt haben, sowie offenbar auch Druck durch Sponsoren führten im Laufe des Tages zu einem Gesinnungswandel. Am Sonntag wurde Atalan in den Abendstunden beurlaubt. Der dritte Trainer in dieser Saison soll bereits am Dienstag die Mannschaft im Heimspiel gegen Aufstiegsanwärter Waldhof Mannheim betreuen.

Atalan ist im Münsterland kein Unbekannter. Er spielte für den 1. FC Gievenbeck wie auch Preußen Münster. Als Trainer nahm er beim 1. FC Gievenbeck II, Davaria Davensberg und Roland Beckum Fahrt auf. Bei seiner ersten Station als Profitrainer feierte er mit SF Lotte große Erfolge mit dem Aufstieg in die 3. Liga (2016) und dem Erreichen des DFB-Pokal-Viertelfinals. Beim Zweitligisten VfL Bochum, seinem nächsten Karriereschritt, war nach drei Monaten Schluss. Nach einem zweiten Engagement in Lotte, als die Sportfreunde in der Regionalliga spielten, folgte der Wechsel nach Halle. Beim HFC galt Atalan als Wunschkandidat von Sportchef Ralf Heskamp, er sollte den Absturz stoppen. Nach dem 1:5 in Zwickau ist Halle allerdings auf einem Abstiegsrang aber angelangt.

Wettbewerbsnachteil durch Corona-Pause

Halle gehörte zu den Vereinen, die durch die Corona-Pause und die stattlichen Auflagen in Sachsen-Anhalt einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Drittligisten angeprangert hatten und mit als letzter Verein das Training wieder aufnahmen. Halle gehörte zu den Befürwortern eines Saisonabbruchs. Atalan hatte vor dem Gastspiel in Münster, als der HFC sein Quarantäne-Trainingslager in Billerbeck aufgeschlagen hatte, attestiert, dass im Training deutliche Defizite bei seiner Mannschaft durch die fast dreimonatige Pause zu erkennen wären. Nach drei Niederlagen in den ersten drei Geisterspielen nach dem Re-Start muss der 40-Jähriege nun gehen.

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