Tennis: Ungewöhnliche Spielzeit beginnt
Aufschlag zur „Übergangssaison“

Münster -

Asse, Netzroller und Doppelfehler: Der Flugverkehr über den Tennisnetzen der Region nimmt an diesem Donnerstag wieder Fahrt auf. Trotz Corona und Corona zum Trotz. Die vom Westfälischen Tennisverband als Übergangssaison ausgerufene Not-Spielzeit geht an den Start – mit einigen münsterischen Clubs und unterschiedlichen Erwartungen.

Mittwoch, 10.06.2020, 15:54 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 22:02 Uhr
Ria Dörnemann darf in der Westfalenliga für Union Münster aufschlagen, weil in der 2. Bundesliga nicht gespielt wird.
Ria Dörnemann darf in der Westfalenliga für Union Münster aufschlagen, weil in der 2. Bundesliga nicht gespielt wird. Foto: Jürgen Peperhowe

Am Donnerstag fliegen die ersten Bälle über das Netz in der Sommersaison 2020, die schon vor dem ersten Ballwechsel für Diskussionen gesorgt hat. Ist es richtig, diese Spielzeit, die vom Westfälischen Tennis-Verband als „Übergangssaison“ ohne Absteiger deklariert wurde, durchzuführen? Die Meinungen divergierten, immerhin 58 Prozent der Mannschaften in Westfalen entschieden sich für einen Start, der auf Freiwilligkeit basiert. Und so legen sie los, Münsters Racketsportler, am Donnerstag in den Regionalligen sowie auf Bezirksebene, am Wochenende dann auf Verbandsebene.

Hohe Hürden für Hiltrups Herren

Der 1. TC Hiltrup, als Westfalenligist ranghöchstes Herren-Team, steht am Sonntag (10 Uhr) vor der ersten von vier schweren Aufgaben. Beim TC BW Halle gastieren die Hiltruper, die „ohne Druck und ganz entspannt“ (Mannschaftsführer Carlo Bückmann) die Saison angehen. „Wir können frei aufspielen. Für uns ist die Corona-Regelung ohne Absteiger schon günstig, sonst wäre es wohl schwer geworden“, sagt Bückmann mit Blick auf die Abgänge der niederländischen Leistungsträger Jelle Sels und Gijs Brouwer. Als Ersatz verpflichtete der TCH deren Landsmann Stephan Gerritsen, der in Halle, gegen den Regionalliga-Absteiger TC Parkhaus Wanne-Eickel (21. Juni), beim TuS Ickern (23. August) sowie gegen den TC Herford (30. August) zum Einsatz kommen soll. Seine Truppe sieht Bückmann als Außenseiter. „Die anderen Teams werden versuchen hochzugehen. Günstiger kann man den Aufstieg ja kaum bekommen.“ Eine Besonderheit hat sich der Club vom Steiner See für die Heimspiele, die wegen der sonst nur schwierig umsetzbaren Hygienevorschriften ohne Zuschauer stattfinden, ausgedacht. Auf Youtube werden die Partien per Livestream ausgestrahlt.

Verstärkung für Union-Reserve

In der mit sieben Teams voll besetzten Westfalenliga „oben mitspielen“ will die Zweite des TC Union, die nach der Absage der 2. Bundesliga verstärkt ins Rennen geht. Ria Dörnemann, An­drea Böckmann und Tina Kötter sind spielberechtigt – und geben Trainer Thomas Heilborn fast unbekannte Auswahlmöglichkeiten. „Dennoch weichen wir nicht von unserer Linie ab und werden weiter unsere Youngster einsetzen“, sagt Heilborn.

So sollen zum Auftakt am Sonntag bei GW Herne Nele Niermann und Friederike Nolte aufschlagen. „Wir wollen eine vernünftige Saison spielen. Wer Liga-Favorit ist, ist ja schon normalerweise schwer zu sagen. Jetzt sind die Fragezeichen noch größer“, erklärt Heilborn. Ickern und der TP Bielefeld noch vor den Ferien sowie danach Wanne-Eickel, Halle und der TP Versmold sind die weiteren Kontrahenten.

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