Fußball: 3. Liga
Preußen Münster kommt mit mauer Nullnummer in Großaspach Ziel etwas näher

Großaspach -

0:0 bei der SG Sonnenhof Großaspach, ein maues Spiel, ein sehr maues – trotzdem nahm Preußen Münster aus dem Kellerduell die Hoffnung mit, dass dieser Punkt im Abstiegskampf noch mal richtig wertvoll werden könnte.

Mittwoch, 10.06.2020, 22:02 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 22:16 Uhr
Verbissener Kampf um den Ball: Heinz Mörschel (von links) setzt sich gegen Joel Gerezgiher durch, unterstützt von Oliver Steurer.
Verbissener Kampf um den Ball: Heinz Mörschel (von links) setzt sich gegen Joel Gerezgiher durch, unterstützt von Oliver Steurer. Foto: Ralf Poller/Avanti/Pool

So nah war der SC Preußen Münster seit dem Spätsommer nicht mehr am rettenden Ufer. Nach dem 0:0 bei der SG Sonnenhof Großaspach verringerte sich der Rückstand auf Rang 16 auf noch zwei Zähler. Ein, zwei Zähler, das sollte doch zu machen sein für die Elf von Trainer Sascha Hildmann. Die Rettung, der Klassenerhalt in der 3. Liga, vor einigen Monate noch eine Utopie, ist zum Greifen nah. Wirklich.

„Wir wollten geduldig sein, haben auf die eine oder andere Chance am Ende spekuliert“, befand Hildmann. Hier, an seiner alten Wirkungsstätte, hatte sein SCP nicht die Durchschlagskraft der letzten drei Partien. Aber, so der Fuballlehrer weiter: „Wenn uns vor einigen Wochen jemand gesagt hätte, wir würden zwei Zähler Rückstand auf Rang 16 nach 31 Spieltagen haben, dann hätten wir das sofort unterschrieben.“ Er wollte sagen, dass die Aufholjagd der Preußen im vollen Gange ist, der Punktgewinn bringt sie wieder voran.

Klassenkampf im Tabellenkeller

Die Gäste nahmen den Klassenkampf gegen einen direkten Mitkonkurrenten erneut sehr seriös an. Ja, es stimmt, es war kein gutes Spiel, kein Augenschmaus. Dafür ging es um zu viel. Für Großaspach, wie auch Jena, dürfte der Zug allerdings nun abgefahren sein, das Remis genügte der SG nicht. Münster bleibt dran, rückt sogar wieder ein Stückchen näher, der Punkt von Großaspach könnte am Ende noch Gold wert sein – und dem Team Kraft für das Heimspiel am Samstag gegen den FC Ingolstadt geben. Der SCP, er lebt, Hildmanns Männer bleiben trotzig im Abstiegskampf.

Rückkehr eines Duos

Das System blieb unverändert, zwei Positionen wurden getauscht. Alexander Rossipal und Kevin Rodrigues Pires waren in Großaspach wieder erste Wahl. Dagegen waren Niklas Heidemann und Okan Erdogan raus. Trainer Sascha Hildmann setzte auf sein bewährtes 5-4-1-System. Der SCP-Coach musste auch keine große Rücksicht auf seine „Gelbsünder“ nehmen. Vor dem Spiel waren Abwehrchef Jan Löhmannsröben, Ole Kittner und Fridolin Wagner mit vier Verwarnungen auf Bewährung. Letztgenannter hatte gerade erst eine drei Spiele umfassende Rotsperre verbüßt.

...

Das Spiel war vor der Pause so, wie man sich Abstiegskampf vorstellt, zumal es das „x-te Endspiel“ für die Hausherren war. Nur ein Sieg würde der SG weiterhelfen, keine Frage. So übernahm Großaspach die Regie, besser gesagt, der Tabellenvorletzte versuchte es. Münster tat das, was das Team unter Hildmann verinnerlicht hat: verteidigen.

3. Liga - Saison 2019/20: SG Sonnenhof Großaspach - Preußen Münster

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  • Kellerduell am 31. Spieltag der 3. Liga: Die SG Sonnenhof Großaspach empfängt Preußen Münster.

    Foto: Ralf Poller
  • Der Gast aus Münster reiste als Tabellen-18. an, der Gastgeber steht auf Platz 19.

    Foto: Ralf Poller
  • Engagiert an der Seitenlinie: Großaspachs Coach Hans-Jürgen Boysen.

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  • Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel...

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  • ...Torchancen blieben aber Mangelware.

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  • Am Ende trennten sich beide Teams torlos - 0:0

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  • Es folgen weitere impressionen der Partie...

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  • Beide Teams trennen in der Tabelle acht Punkte - es war ein Duell auf Augenhöhe.

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  • Viel Kampf und Zweikämpfe standen auf der Tagesordnung.

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Es dauerte tatsächlich bis zur 40. Minute, ehe Lucas Cueto eine wirkliche Chance zum Torschuss hatte. Die Hausherren hatten aber auch nicht viel mehr zu bieten was gute Torchancen betraf. Ein Schuss von Matthias Morys (15.) war ein Warnsignal. Als die Preußen kurz nicht aufpassten, kam Panagiotis Vlachodimos zu einer Chance (24.). Keine Tore in einer intensiv geführten Partie war zur Halbzeit absolut passend. Großaspach, so etwas wie ein Angstgegner der Preußen, brachte nicht mehr zustande. Die Preußen, fünfmal in fünf Jahren ohne Sieg im Rems-Murr-Kreis, wollten zunächst nicht mehr als die Null zu halten. Das gelang, mehr nicht.

Großaspachs Bester frühzeitig vom Platz

Großaspachs Morys blieb in der Kabine, kurz vor der Pause hatte der auffälligste Angreifer knapp vor einem Platzverweis gestanden, sein Dauerschimpfmodus hatte ihn in die Bredouille gebracht, vielleicht zum Glück für die Preußen. Die wirkten einen Hauch offensiver, weil Heinz Mörschel (49.) beim Schuss im letzten Moment geblockt und Cueto (52.) umstritten mit einem Abseits-Pfiff vielversprechend aus dem Spiel genommen wurde. Ein guter Re-Start.

Es war ein zähes Hin und Her, es lebte von der Dramatik, verzweifelt suchte Großaspach den Weg zum Tor, Vlachodimos (72.) kam spät gefährlich nahe. Dann köpfte Dominik Martinovic (83.) den Ball auf die Latte. Sekunden später sah Schiedsrichter Tim Gerach keinen Elfmeter, als Martinovic Kontakt zu Keeper Max Schulze Niehues im Strafraum suchte. Im Gegenzug vergab Seref Özcan den Siegtreffer für Münster, sein Schuss strich am Tor vorbei (86.).

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