Fußball: 3. Liga
Keine Zeit zum Luftholen für Preußen vor Ingolstadt-Gastspiel

Münster -

Die Preußen sind weiter dran am rettenden Ufer. Aber sie brauchen gerade zu Hause Siege. Nach dem 0:0 in Großaspach kommt nun ein schwereres Kaliber nach Münster. Der FC Ingolstadt will aufsteigen – die Frage lautet vor allem, wer mehr Kräfte aufweist.

Freitag, 12.06.2020, 15:12 Uhr aktualisiert: 12.06.2020, 17:36 Uhr
Preußen im Glück, kein Elfmeter kurz vor Ende: Dominik Martinovic fällt über das Bein von Tormann Max Schulze Niehues.
Preußen im Glück, kein Elfmeter kurz vor Ende: Dominik Martinovic fällt über das Bein von Tormann Max Schulze Niehues. Foto: Ralf Poller

Die Rückfahrt durch die Nacht brachte den Tross des SC Preußen Münster dem Sonnenaufgang am Donnerstag sehr nahe. Im Gepäck hatte der Fußball-Drittligist ein 0:0 bei der SG Sonnenhof Großaspach nach einem zähen Abnutzungskampf.

Die Skeptiker sagten, dass das zu wenig gewesen sei gegen eine schwache SG-Auswahl – Sieg verschenkt. Die Realisten sahen das anders beim Blick auf die Tabelle. Erstmals seit Ende September beträgt der Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsrang nur noch zwei Zähler, das Delta war zwischenzeitlich sechs, sieben, acht Zähler groß gewesen. Das riecht so schon eher nach Rettung, vor allem wenn das Team von Trainer Sascha Hildmann am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen Aufstiegsanwärter FC Ingolstadt mit einem Sieg „nachladen“ würde. „Vor ein paar Wochen oder Monaten hätten wir das alle unterschrieben, wenn wir nach dem 31. Spieltag nur noch zwei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer haben“, wollte SCP-Coach Sascha Hildmann die Nullnummer vernünftig einsortieren. Er hat dem SCP eine strikte Verteidigungsstrategie angedeihen lassen, das ist verlässlich in dieser Mannschaft. Nicht jeder Windhauch wirft die Adlerträger aus der Spur.

Löhmannsröben droht weiter Gelbsperre

Münsters am besten bewerteter Feldspieler in der Rückrunde steht weiter vor einer Gelbsperre: Jan Löhmannsröben, Winterzugang von Wacker Nordhausen, hat in elf Partien vier Verwarnungen erhalten. Dem 29-Jährigen droht nun eine Spielsperre, gegen die er sich in den letzten vier Begegnungen ohne Gelbe Karte allerdings erfolgreich gewehrt hat.

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In Großaspach fehlte gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden, spielerisch aber überschaubaren Gegner dieses Mal das gewisse Etwas in der Offensive. Nun soll gegen den FCI wieder die Stunde von Münsters „Umschaltkünstlern“ schlagen, dafür wird Raum auf dem Spielfeld benötigt. Was aber für Hildmann die große Unbekannte, und damit geht es ihm wie eigentlich jedem Drittliga-Coach, ist: inwieweit seine Spieler die Strapazen von fünf Partien in 14 Tagen verkraften. „Training ist doch gar nicht mehr möglich“, sagt er. Donnerstag war frei, am Freitag begann die sportliche Vorbereitung auf Ingolstadt, genau eine Einheit – nichtsdestotrotz wird der SCP wieder richtig liefern müssen.

Wagner zurück im Team?

Vorteil für die Preußen ist, dass Fridolin Wagner nach abgelaufener Rotsperre noch ziemlich „frisch“ sein dürfte für einen Einsatz im zentralen Mittelfeld. Auch Luca Schnellbacher hatte nach Ablauf einer Gelbsperre eine kurze Auszeit und könnte X-Faktor in der Offensive sein.

Jammern hilft sowieso nicht. Will der SCP die 3. Liga erhalten, dann werden die Spieler auf die Zähne beißen und auf dem Zahnfleisch laufen müssen – was auch immer das bedeutet.

  • Voraussichtliche SCP-Aufstellung: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Löhmannsröben, Steurer, Rossipal – Özcan, Wagner, Mörschel, Litka – Schnellbacher
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