19. Volksbank-Münster-Marathon
Virus ist schuld: Absage mit Ansage

Münster -

Jetzt ist es amtlich: Der Volksbank-Münster-Marathon ist endgültig abgesagt, das bestätigte Chef-Organisator Michael Brinkmann am Montagabend nach einem „Krisengipfel“. „Wir haben eine Verantwortung und wir haben einen Ruf als beliebtesten Marathon in NRW zu verlieren“, sagte Brinkmann.

Dienstag, 30.06.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 10:32 Uhr
Zurzeit ganz bestimmt nicht dem Corona-bedingten Abstandsgebot entsprechend: Der Start zum Volksbank-Münster-Marathon zu „normalen“ Zeiten.
Zurzeit ganz bestimmt nicht dem Corona-bedingten Abstandsgebot entsprechend: Der Start zum Volksbank-Münster-Marathon zu „normalen“ Zeiten. Foto: Jürgen Peperhowe

Hitze, Regen, Wind: allen Wetter-Unbilden haben die Verantwortlichen und Teilnehmer des Volksbank-Münster-Marathons in den vergangenen 18 Jahren getrotzt. Selbst dem Stadtschützenfest und den Kommunalwahlen gingen die Ausdauersportler 42,195 Kilometer weit aus dem Weg. Zweieinhalb Monate vor dem 19. Lauf (am 20. September) bremst nun ein klitzekleines Virus mit riesengroßem Gefährdungspotenzial die größte Laufveranstaltung des Münsterlandes komplett aus. Am Montagabend teilte Michael Brinkmann im Anschluss an den „Krisengipfel“ des veranstaltenden Münster-Marathon ­e.V. die seit dem verordneten Lockdown im März befürchtete Absage offiziell mit. Eine Absage mit Ansage angesichts der gravierenden Ursache.

„Einstimmig“ sei das Votum ausgefallen, betonte Michael Brinkmann, Vorsitzender des Münster Marathon e. V., „und zwar unter Berücksichtigung aller infrage kommender Alternativen“. Brinkmann betonte, dass alle Aufgabengebiete – Streckensicherung, Verpflegung der Läufer, Sicherheitskonzept, Bustransfer, Start- und Ziel-Organisation – auf ihre Machbarkeit unter Gesundheitsaspekten abgeklopft wurden. Ergebnis: In dieser Zeit der hohen Ansteckungsgefahr ist der Marathon nicht zu stemmen. „Zumal es ja auch noch den Beschluss auf Bundesebene gibt, dass Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober nicht stattfinden dürfen“.

Die bange Frage, was, wenn ausgerechnet der Münster-Marathon einen neuen Hotspot verursacht, bewegte die Organisatoren. „Wir haben eine Verantwortung und wir haben einen Ruf als beliebtesten Marathon in NRW zu verlieren“, sagte Brinkmann.

Dass er nicht bis zum Schluss um eine Startmöglichkeit gekämpft hätte, kann man ihm wirklich nicht vorwerfen. Zuletzt engagierte er sich gemeinsam mit Markus Frisch (Köln-Marathon, ebenfalls abgesagt) und German Road Races – GRR, Dachverband der deutschen Straßenlauf-Veranstalter – sowie dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), die erfolgten Lockerungen der Landesregierung auch auf Laufveranstaltungen umsetzen zu können. Dazu erarbeiteten Brinkmann, Frisch, GRR und DLV gemeinsam einen Ideenkatalog für die Organisation von Meetings und Straßenläufen, die den Ausrichtern bei der Durchführung ihrer Läufe „Impulse bieten können und auf dem Weg zur Normalität unterstützen sollen“, sagte DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska. Darin enthalten: Fragebogen, Kontaktrisiko-Evaluation, Hygiene-Konzept und Desinfektionsregeln.

All das verhindert die Absage für den Marathon in Münster mit zuvor rund 2000 Finishern und einigen Tausend Besuchern – die meisten dicht gedrängt beim Start und im Zieleinlauf am Prinzipalmarkt – nicht. „Sicherlich wird das Konzept für die Veranstalter von großen Marathon-Events wenig zielführend sein“, schilderte Brinkmann schon zuvor. Für die Vielzahl der Volksläufe, die weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, indes könnte das Konzept hilfreich sein.

Dem Volksbank-Münster-Marathon hilft es nicht. Die Organisatoren machen einen „enormen Verlust“, betonte Brinkmann. Jeder bisher angemeldete Läufer erhalte sein Startgeld zurück. Zugleich hoffen die Marathon-Macher aber darauf, dass die bereits gemeldeten Sportler ihren Startplatz mit ins nächste Jahr nehmen. Am 12. September 2021 soll die 19. Auflage starten.

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