Handball: Landesliga
Derbys und ein Ritt auf der Rasierklinge für Neuling Sparta

Münster -

Sparta Münster war mit seiner Männer-Mannschaft zwischenzeitlich in der Kreisliga verschwunden. Nun ist der Traditionsverein zurück in der Landesliga. Dort erwartet den Neuling die eine oder andere harte Nuss. Vor allem herrscht aber Vorfreude auf die Derbys.

Dienstag, 14.07.2020, 20:31 Uhr aktualisiert: 14.07.2020, 20:40 Uhr
Neu in der Landesliga: Spartas Trainer Nils Overkamp möchte den nächsten Entwicklungsschritt machen.
Neu in der Landesliga: Spartas Trainer Nils Overkamp möchte den nächsten Entwicklungsschritt machen. Foto: Johannes Oetz

Wildcard gezogen. Corona sei Dank. Sparta Münsters Handballer packten als Bezirksliga-Fünfter beim Saisonabbruch die Gelegenheit beim Schopfe, nahmen das Aufstiegsrecht wahr. Und da sind sie – zurück in der Landesliga. „Wir haben intern lange diskutiert, ob wir diesen Weg gehen. Letztlich waren wir uns alle einig, dass es der nächste Entwicklungsschritt ist“, sagt Trainer Nils Overkamp, der zusammen mit Christian Maaß die Männer coacht.

Es wird ein Ritt auf der Rasierklinge, das wissen sie. Vier Absteiger werden in den sauren Apfel beißen. Der Traditionsclub wird Nerven wie Drahtseile brauchen, um in der Liga zu bestehen. Aber, das wirft Overkamp selbstbewusst ein: „Wir werden nicht vor Ehrfurcht erstarren. Ziel ist es schon, sich mittelfristig im neuen Umfeld zu etablieren.“

Veränderte Liga

Die Landesliga sieht in der neuen Saison ein wenig anders aus als bislang. Das liegt weniger daran, dass es für die drei Clubs aus Münster nun die Staffel 3 statt 2 ist, sondern vielmehr daran, dass die Fahrten nach Ostwestfalen entfallen. Sämtliche zwölf (statt bisher 14) Mannschaften kommen aus dem Münsterland. Vorwärts Gronau, TV Vreden, 1. HC Ibbenbüren, SuS Neuenkirchen, Arminia Ochtrup, TSV Ladbergen, TV Kattenvenne, TV Friesen Telgte und SW Havixbeck lauten die Gegner für den SC Münster 08, Sparta Münster und Westfalia Kinderhaus. Kattenvenne und Neuenkirchen bekamen dabei den Klassenerhalt geschenkt. Der TV Verl, der TV Werther, die TG Hörste, die SpVgg Hesselteich und die SF Loxten II haben die Liga verlassen.

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Seit gut einer Woche befinden sich die Jungs in der Vorbereitung auf die neue Serie. Vorwiegend wird draußen auf dem Sportplatz geschwitzt. Wie ist der Stand der Dinge? Wo müssen die Trainer ihre Spieler nach der langen Pause abholen? Auf diese drängenden Fragen gilt es möglichst schnell Antworten zu finden. Mithilfe einer Leistungsdiagnostik. Die wird in Eigenregie abgewickelt. Es gibt etliche Sportstudenten im Team, die mit Prozessen der Trainingssteuerung bestens vertraut sind. Die Ergebnisse werden protokolliert.

Im August, so die Planung, geht es in die Halle. Die neue Schutzverordnung macht das möglich. Seit diesem Mittwoch dürfen Gruppen bis zu 30 Personen in geschlossenen Räumen wieder Kontaktsport ausüben. Die einfache Rückverfolgbarkeit ist sicherzustellen. Die Breite atmet auf – und tief durch. Die letzte Phase des Warm-ups auf die am 3./4. Oktober beginnende Spielzeit ist an der Sentruper Höhe für den September terminiert. Ein strammes Programm.

„In der Findungsphase“

Bis dahin gilt es, die Truppe landesligatauglich zu machen. Es warten in der Staffel 3 interessante Stadtderbys gegen Westfalia Kinderhaus und den SC Münster 08. Das hat es lange nicht gegeben. Auch die Duelle gegen SW Havixbeck und den TV Friesen Telgte versprechen viel. „Noch stecken wir inmitten der Findungsphase“, sagt Nils Overkamp. Er weiß aber auch: „Wir haben reichlich Zeit, um uns auf das Abenteuer vorzubereiten.“ Gekommen, um zu bleiben – das scheint das treffende Motto in Anlehnung an den Song der deutschen Pop-Rock-Band „Wir sind Helden“. Vielleicht werden Spartas Jungs auch zu welchen.

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