Fußball: Regionalliga
Preußen Münster gibt Ole Kittner keinen neuen Vertrag

Münster -

Damit hatte Ole Kittner nicht gerechnet. Gern hätte der Abwehrspieler noch ein weiteres Jahr das Trikot des SC Preußen getragen. Doch die neue sportliche Leitung plant ohne den Routinier. Der 32-Jährige erhält beim Regionalligisten keinen neuen Vertrag.

Donnerstag, 23.07.2020, 14:22 Uhr aktualisiert: 23.07.2020, 19:36 Uhr
Ole Kittner rang nach seiner Ausmusterung beim SC Preußen Münster um Fassung. Ans Karriereende denkt er noch nicht.
Ole Kittner rang nach seiner Ausmusterung beim SC Preußen Münster um Fassung. Ans Karriereende denkt er noch nicht. Foto: imago-images

Nach vier Jahren im Preußen-Dress ist Schluss. Ole Kittner erhält beim Absteiger in die Regionalliga keinen neuen Vertrag. Das ist die Essenz aus einem Treffen mit dem neuen Sportchef Peter Niemeyer. „Ich war baff, geschockt“, sagt der Routinier.

2016 kam der Ur-Münsteraner, der aus der Nullacht-Jugend stammt und auch für RW Ahlen, die TuS Koblenz und den SV Sandhausen bis zur 2. Liga aktiv war, aus einer mehr als dreijährigen Vereinslosigkeit an die Hammer Straße, wurde schnell zum Stammspieler, Leistungsträger, Leitwolf und auch zur Identifikationsfigur für viele Fans. 114 Punktspiele machte er für den SCP. „Im Prinzip war ich fast immer gesetzt, bis auf das letzte halbe Jahr“, sagt er.

Vielleicht liegt hier der Knackpunkt. Unter Coach Sascha Hildmann hatten andere die Nase vorn. „Die Jungs haben gute Leistungen gezeigt, da gibt es keine zwei Meinungen“, so der 32-Jährige. Dennoch hadert er. „Im November und Dezember habe ich unter Schmerzen mit gebrochenem Knochen gespielt. Dann habe ich mich extra in der Winterpause operieren lassen, um nicht zu lange zu fehlen.“ Die Konsequenz war, dass er sich anfangs unter dem neuen Trainer nicht anbieten konnte, dessen Abwehrreihe dann stand und in den englischen Wochen nach dem Re-Start nie die Möglichkeit bestand, sich in den Einheiten zu zeigen. „Ich würde das wieder so machen, habe dabei nur an den Klassenerhalt gedacht. Im Nachhinein frage ich mich dennoch, was wäre gewesen, wenn ...“

Noch kein Karriereende

Stunk kam für den Innenverteidiger nicht infrage. „Ich glaube, ich habe mich vernünftig verhalten. Auch mit dem Coach war es überhaupt nicht problematisch.“

Trotzdem jetzt das Aus. „Es ist, so hieß es, eine sportliche Entscheidung, dass ich kein Angebot erhalte. Ich wäre auch kompromissbereit gewesen und kein Spinner. Ich war darauf vorbereitet, dass das Budget deutlich gekürzt ist“, sagt Kittner, dessen Vertrag ohne den Abstieg noch ein Jahr gelaufen wäre und der als Master der Sportpsychologie eigentlich auch für eine Betreuung von Jugendspielern in diesem Bereich langfristig vorgesehen war.

Das Karriereende bedeutet die Trennung nicht. „3. Liga und Regionalliga traue ich mir auf jeden Fall noch zu. Ich will spielen, habe Bock, fühle mich gut. So kann ich einfach nicht aufhören.“ Eins, zwei Anfragen gab es auch, sie wurden mit Verweis auf die Preußen aber abgeblockt. „Mir ist auch klar, dass in diesem Sommer keine zehn Clubs Schlange stehen. Und mich holt auch keiner als Nummer 20. Ich möchte einen Club finden, der mich braucht.“ Einer aus der Nähe wäre nicht schlecht – der Routinier ist im Oktober erstmals Papa geworden. „Aber ich würde mir auch alles andere anhören.“ Nur das Thema SCP ist seit Mittwoch durch. Trotz aller Enttäuschung hegt Kittner keinen Groll. Und die vielleicht intensivste Phase seiner Laufbahn bleibt sowieso unvergessen.

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