Fußball: Regionalliga
Preußen deuten baldige weitere Abschlüsse an – Herausforderung für U 23

Münster -

Der große Durchbruch, auf den viele Preußen-Fans seit Wochen warten, ist das natürlich noch nicht. Doch immerhin wächst der Kader zahlenmäßig durch die Aufstockung mit drei U-23-Talenten. Lukas Frenkert, Nicolai Remberg und Marko Dedovic hatten sich den Sprung durch starke Oberliga-Auftritte verdient.

Mittwoch, 29.07.2020, 20:12 Uhr
Marko Dedovic erhält einen Profivertrag.
Marko Dedovic erhält einen Profivertrag. Foto: fotoideen.com, Rellmann, Oetz

Abgesehen von der Präsentation des Sportlichen Leiters und Trainers vor zehn Tagen blieb es zuletzt rund um die Profis von Preußen Münster verdächtig still. Peter Niemeyer und Sascha Hildmann arbeiten im Hintergrund am Aufgebot, doch die einzigen Personalmeldungen, die seit dem Abstieg nach außen drangen, waren eher negativer Natur. Etwa diese: Luca Schnellbacher oder Fridolin Wagner haben neue Clubs, Marco Königs erhält wie Ole Kittner trotz Interesse kein Angebot. Viele andere warten ab.

Am Mittwochabend immerhin wuchs der Regionalliga-Kader auf neun Mitglieder an. Aus der U 23 rücken Keeper Marko Dedovic (22) sowie die Feldspieler Lukas Frenkert (20) und Nicolai Remberg (20), die beide vertraglich ohnehin an den Club gebunden und in der Vorsaison häufig Trainingsgäste bei den Profis waren, auf. „Alle drei sind hochtalentierte Jungs, die eine hervorragende Entwicklung genommen haben“, sagt Niemeyer und benennt so den „Weg der Zukunft. Wir sind in vielen Gesprächen sehr weit, kommunizieren diese Entscheidungen aber ganz bewusst zuerst. Wir wollen verdeutlichen, dass wir auf unsere Nachwuchsspieler setzen.“ Der 36-Jährige verspricht, die Jugendarbeit zu forcieren und die Planung seines Vorgängers Malte Metzelder für ein Leistungszentrum voranzutreiben.

Schell ein Thema?

Wie viel Spielpraxis die drei Akteure bekommen, hängt natürlich auch von weiteren Verpflichtungen ab. Ein Kandidat soll Innenverteidiger Julius Schell (20), der bei Borussia Dortmund II in der Vorsaison ohne Einsatz blieb, sein. Dedovic, dem sein bisheriger Coach Sören Weinfurtner exzellente Fortschritte bescheinigt, wird schauen, ob etwa Marian Prinz seinen ausgelaufenen Kontrakt noch ausdehnt.

Letzter Protest vom DFB abgelehnt

Auch den letzten Protest von Ex-Drittligist Preußen Münster hat das DFB-Bundesgericht erwartungsgemäß als unbegründet abgelehnt. Der Club sah sich sportlich massiv benachteiligt und hatte gegen den Re-Start nach der Corona-Pause allgemein, gegen sämtliche Ansetzungen und gegen jede Niederlage Einspruch eingelegt. Diesmal ging es um das 0:3 gegen den SV Meppen am 1. Juli, das den Abstieg in die Regionalliga besiegelte. Bislang hatte der SCP sich die Option offen gehalten, vor einen Zivilgericht zu ziehen und weiter zu klagen.

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Die Zweite ist auch ohne das Trio schon einige Schritte weiter und hat 21 Akteure im Team. Erhan Duyar, Jan Klauke, Sven Rüschenschmidt und Diogo Duarte hatten noch Verträge. Auch Nils Burchardt, Marius Mause, Marius Lackmann, Jonas Ströker, Sören Wald, Kürsat Özmen und Loris Deiters haben verlängert. Sieben externe Zugänge sowie drei Spieler aus der ehemaligen U 19 komplettieren die Runde – Namen will der SCP aber erst später kommunizieren. „Ich bin so weit zufrieden“, sagt Weinfurtner, der weiteren Zuwachs, „wenn uns einer zuläuft“, aber nicht ganz ausschließt. Weil zwischen Erst- und Zweitvertretung nur noch eine Klasse liegt, boten sich viele Kicker selbst (oder vermehrt über Berater) an. Das hatte Vor- und Nachteile. „Wir haben eine spannende Mischung“, so der 41-Jährige, der am Mittwoch die erste Einheit leitete.

Körperliche Defizite drohen

Dennoch droht der Reserve ein schwieriges Jahr. Die 21er-Staffel, die 40 Pflichtspiele mit sich bringt, ist für einen schmalen Kader „hammerhart“, wie der Trainer sagt. Vor allem, weil das Hygienekonzept aktuell nur eine Gruppe pro Trainingsplatz zulässt, wo sich beim SCP sonst vier Teams tummeln. „Wir müssen uns kleine Ecken suchen und findig sein“, so Weinfurtner, der körperliche Defizite und eine höhere Verletzungsanfälligkeit befürchtet.

Da seine Truppe aber jung und entwicklungsfähig ist und keine Pokalspiele hat, hofft er in der Mammutsaison auch auf einen langen Atem. „Es sind ja so schon sieben englische Woche, dazu kommen im Sieger- und Sauerland sicher einige Ausfälle“, so der Trainer. „Auch wenn das Niveau teils hoch ist, reden wir von Amateurfußball. Der Großteil der Spieler geht noch arbeiten. Physisch und mental ist das fragwürdig.“ Es ist rauszuhören: Der SCP hatte gegen die 40 Spiele und für eine andere Lösung (zwei Staffeln oder Playoffs) plädiert.

Auftakt am Montag

In den nächsten Wochen dürfte der Trainingskader des Öfteren noch schrumpfen, da Hildmann das Regionalliga-Team am Montag zum Auftakt bittet und dort sicher noch temporäre Verstärkung braucht. Weinfurtner: „Details kenne ich noch nicht, warten wir mal ab.“

  • Alexander Rossipal, zuletzt zehn Monate vom SV Sandhausen ausgeliehen, ist beim Zweitligisten ohne Zukunft.
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