Beachvolleyball: Deutsche Meisterschaft
Behrens/Tillmann: ein erster Erfolg vor Gericht

Münster -

Der Start in das Top-Turnier in Hamburg verlief für Kim Behrens und Cinja Tillmann nur schleppend, dennoch ist das Beachvolleyball-Duo auch am Samstag noch im Wettbewerb. Viel besser verlief dagegen der Prozessauftakt am vergangenen Mittwoch für Behrens/Tillmann, die im Streit um die Nominierungsrichtlinien gegen den Verband klagen.

Freitag, 14.08.2020, 18:54 Uhr
Nicht nur im Sand kämpferisch unterwegs: Kim Behrens (l.) und Cinja Tillmann wehren sich vor Gericht gegen die Nominierungsrichtlinien des Deutschen Volleyball-Verbands.
Nicht nur im Sand kämpferisch unterwegs: Kim Behrens (l.) und Cinja Tillmann wehren sich vor Gericht gegen die Nominierungsrichtlinien des Deutschen Volleyball-Verbands. Foto: imago-images

Ein Erfolgserlebnis im Sand blieb Kim Behrens und Cinja Tillmann am Freitag zum Auftakt des Top-Turniers in Hamburg verwehrt – und doch steht das Beachvolleyball-Duo im Achtelfinale, in dem es am Samstag auf das Nationalteam Victoria Bieneck/Isabel Schneider trifft. Im entscheidenden Spiel um das Weiterkommen profitierten die beiden vom verletzungsbedingten Rückzug von Leonie Klinke/Lena Ottens. Kraft gespart. Zuvor hatten die 27-jährige Behrens und die knapp zwei Jahre ältere Tillmann, die im vergangenen September bei den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand Bronze gewonnen hatten, gegen Leonie Körtzinger und Sarah Schneider mit 18:21, 16:21 verloren.

Ein kleines, aber überaus wichtiges Erfolgserlebnis gab es für Behrens/Tillmann außerhalb des Platzes. Im Streit um die nationalen Nominierungsrichtlinien entschied am Mittwoch das Landgericht Frankfurt, dass die Klage des Beach-Duos gegen den Deutschen Volleyball-Verband zulässig und damit ein ordentliches Gericht zuständig ist. „Der DVV wollte eine Klageabweisung und mit der Streitigkeit vor ein Schiedsgericht des Verbandes. Daher war es für uns das Wichtigste, dass das Gericht die Klage für zulässig erklärt hat“, sagte Tillmann.

Kein fairer Wettbewerb

Sie hatte sich mit ihrer Partnerin gegen die Nominierungspraxis des DVV gewehrt. Diese sieht vor, dass die vier deutschen Nationalteams ein zugesichertes Startrecht haben und so unabhängig von der Weltranglistenposition bei internationalen Turnieren starten dürfen. Da Behrens/Tillmann aber in der Vergangenheit in sieben Fällen höher als mindestens eins der nationalen Paare in der Weltrangliste standen und dennoch kein Startrecht vom DVV erhielten, fühlen sich die in Münster lebenden Beacherinnen ungerecht behandelt. Ein fairer Wettbewerb, so das Duo, sehe anders aus. Zumal nicht nur sportlich die Karriere beeinträchtigt werde, sondern ihnen auch finanziell wegen entgangener Start- und Preisgelder Nachteile entstünden. Und da der Verband auf seinem Prozedere beharrte, wählten Behrens/Tillmann den Klageweg.

Auch Schadenersatz gefordert

Nachdem der Prozessauftakt im März noch wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, brachte nun der erste Verfahrenstag einen ersten Erfolg. Die Klage ist zulässig, und der Verband muss nun sachliche Gründe nennen, warum die Nationalteams bevorzugt werden und „die Ungleichbehandlung gerechtfertigt sein soll“ (Tillmann). Ganz nebenbei geht es nicht nur um die Nominierungsrichtlinien des Verbands, auch eine Schadenersatzforderung in Höhe von 25 000 Euro macht das Duo geltend.

Es bleibt spannend, wie der Verband auf die Entscheidung des Landgerichts reagiert und welche Gründe er vorträgt. Am 23. September geht es mit dem nächsten Gerichtstermin in die zweite Runde.

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