Fußball: Besondere (Corona-)Bedingungen
Vereine für Fans: Mit großer Manpower und viel Fantasie

Münster -

Die Pandemie und ihre Folgen setzen alle unter Stress. Auch Sportvereine. Auf den Start der Fußballsaison im Amateurbereich bereiteten sich die Clubs gewissenhaft vor. Schließlich wollen sie weiter in aller Öffentlichkeit und vor Zuschauern spielen.

Freitag, 04.09.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 17:54 Uhr
Fußballvergnügen aus der Distanz und unter Auflagen: Die Amateurvereine haben sich vorbereitet und versuchen, mit dem Einsatz etlicher Ehrenamtlicher eine Öffentlichkeit zu garantieren.
Fußballvergnügen aus der Distanz und unter Auflagen: Die Amateurvereine haben sich vorbereitet und versuchen, mit dem Einsatz etlicher Ehrenamtlicher eine Öffentlichkeit zu garantieren. Foto: imago images

Anpfiff der Fußballsaison unter besonderen Bedingungen: Die pandemiebedingten Vorgaben zur Durchführung der Spiele unter Zuschauerbeteiligung führten zu akribischer Vorbereitung bei allen Vereinen. Ebenso hilfreich wie zwingend zu beherzigen sind die ausführlichen Infos des westfälischen Verbandes (FLVW) zum Spielbetrieb unter Corona-Bedingungen. Mal eben umzusetzen sind sie nicht allerorten. Oft sind Einzellösung gefragt und bisweilen auch Fantasie, um die erlaubten 300 Besucher (darin 50 vom Gastverein) hereinlassen zu können.

In Münster hat sich Borussia mit einem Testlauf am eigenen Gelände auf Spieltag Nummer eins vorbereitet. Geschäftsführer Herbert Goßen und die vielen Ehrenamtlichen lernten hinzu – wie und wo die Zuschauer Einlass finden, ohne sich dem Gedrängel stellen zu müssen, wo sie Platz zum Zugucken finden, auf welchem Weg sie die Anlage verlassen können.

Spielen wie bei Borussia mehrere Teams eines Vereins am gleichen Tag, muss dringend entzerrt werden. In den Kabinen, auf Zuschauerplätzen. Daher gibt es Anstoßzeiten wie Sonntag bei der Landesliga-Premiere (15.15 Uhr) – der zeitliche Puffer zwischen An- und Abreisenden soll gefährliche Massenaufläufe verhindern.

Am Eingang hängen vier Infoblätter mit einem QR-Code aus, den Smartphone-Nutzer scannen können. Sie erhalten eine Bestätigung und gelten als erfasst – hier entfällt das Eintragen in Listen. Interessenten ohne diese technische Ausstattung schreiben sich ein. „Wir bieten mehr Ordner auf und stehen als Helfer parat. Unsere Clubhaus-Kantine darf unter den bekannten Bedingungen wie das Tragen vom Mund- und Nase-Schutz öffnen“, sagt Goßen, der Tische entfernt hat gemäß dem Abstandsgebot.

Preußen Münsters Oberliga-Elf nutzt in der Regel den Kunstrasenplatz am Stadion. Der Club wird den Einlassbereich verlegen – erreichbar vom Fußweg von der Halle Berg Fidel in Richtung Hammer Straße. Der bekannte Eingang bleibt den Aktiven vorbehalten. Geschäftsführer Bernhard Niewöhner weiß von der Konferenz der Liga zu berichten, „dass die anreisenden Vereine vorab die 50 Namen der mitreisenden Zuschauer“ an den Gastgeber zu übermitteln haben. Ein schwierig umzusetzendes Unterfangen. „Wir haben sehr unterschiedliche Fangruppen.“ Es gebe immer welche, die sonntags spontan losfahren, um die U 23 zu unterstützen. Der Club überlegt noch, Tickets vorab über bundesweite Anbieter anzubieten – dann fiele die Steuerung der Anreisenden und Erfassung ihrer Namen leichter. „Wir brauchen deutlich mehr Manpower an Spieltagen und rechnen mit höheren Kosten“, sagt Niewöhner zur Lage am Heimspieltag selbst.

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