Fußball: Regionalliga West
Neuer Preußen-Stürmer: Scherders Torriecher

Münster -

Simon Scherder traf doppelt beim ersten Saisonsieg des SC Preußen Münster. Mit 4:0 (2:0) wurde SV Bergisch Gladbach bezwungen, 300 Zuschauer durften die Partie vor Ort verfolgen. Damit bleibt das Team von Trainer Sascha Hildmann nach zwei Spieltagen ungeschlagen. Am Mittwoch geht es zum SV Straelen.

Sonntag, 13.09.2020, 20:55 Uhr
Mann des Spiels: Simon Scherder köpte zwei Mal und markierte auch zwei Treffer.
Mann des Spiels: Simon Scherder köpte zwei Mal und markierte auch zwei Treffer. Foto: Jürgen Peperhowe

So schnell kamen die meisten der 300 Zuschauer gar nicht aus dem Jubelmodus raus, als die Preußen schon mit voller Kraft auf die Euphoriebremse traten. „Ich werde dafür sorgen, dass es richtig eingeordnet wird“, sagte Sascha Hildmann, Trainer des SC Preußen Münster, bestimmt. „Wir werden nicht so durch die Liga marschieren“, erklärte auch Torwart Max Schulze Niehues nach diesem Auftritt. „Wir wissen, dass noch einiges zu tun ist“, stimmte Doppel-Torschütze Simon Scherder in den Chor der Zurückhaltung ein nach dem 4:0 (2:0)-Heimerfolg über SV Bergisch Gladbach.

Doppel-Torschütze Simon Scherder? Das war schon außergewöhnlich. Seit 2006 spielt der mittlerweile 27 Jahre alte Innenverteidiger für den SC Preußen: „Ich kann mich nicht erinnern, jemals zwei Tore in einem Spiel geschossen zu haben.“ Nein, hatte er auch nicht in der Jugend. Gegen Bergisch Gladbach, eine Woche nach dem mühsamen 1:1 in Rödinghausen mit einem von Scherder verursachten Handelfmeter, war der aufgerückte Verteidiger zweimal zur Stelle. Zudem trafen Julian Schauerte und Joel Grodowski für die Hausherren. Mehr als nur bemerkenswert war, dass drei Treffer durch Neuzugang Joshua Holtby vorbereitet wurden, beim 2:0 durch Schauerte half Justin Möbius als Vorbereiter entscheidend mit.

Es war Erleichterung pur bei den Preußen. Dieser erste Sieg war zwar fest eingeplant, aber viele Fragezeichen gibt es immer noch nach dem Drittliga-Abstieg. Das eine oder andere ist nun beantwortet. Doch gegen den potenziellen Abstiegskandidaten lösten die Hausherren die zwei, drei Problemchen, ehe die spielerisch bessere Elf die Weichen prompt auf Siegkurs stellte.

Sorgen? Torwart Schulze Niehues lenkte einen geschickten Kopfballheber von Ajet Shabani an die Latte, vor der Pause entschärfte er einen Schuss von Serhat Krouk Zübeyr. Damit war den Gästen die Gefährlichkeit genommen. Der SCP spulte dann das Programm ab, das man von einer Profi-Elf gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden Gegner, der sportlich ein, zwei Klassen tiefer anzusiedeln ist, erwarten kann.

„Ein gelungener Tag für uns. Es war aber auch viel Aufwand für den Sieg nötig, wir haben noch viel Luft nach oben“, fasste Hildmann den Sieg zusammen. Glücklich war er über 300 Zuschauer, endlich wieder, im Stadion. „Preußen, Preußen“, schallte es von der Tribüne. Klang gut, man rückte wieder etwas zusammen, ein Anfang ist gemacht.

Hildmann lobte zudem auch Dominik Klann. Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler kam zu seinem zweiten Einsatz in der Erstvertretung, erstmals stand er in der zentralen Mittelfeld-Defensive in der Startelf, weil mit den verletzten Dennis Daube und Gianluca Przondziono die Platzhirsche des Augenblicks fehlten. „Ich denke, es hat ganz gut geklappt. Eine Prognose für die Saison fällt schwer. Persönlich möchte ich möglichst viel Spielzeit sammeln“, blieb Klann zurückhaltend. Coach Hildmann stellte klar: „Er hat das ganz hervorragend gelöst.“

Wobei: Die Mehrklassen-Gesellschaft Regionalliga wurde am zweiten Spieltag deutlich. Bergisch Gladbach wird sich im Tabellenkeller einsortieren, Münster wohl eine bedeutendere Rolle einnehmen. Wohin die Reise des SCP genau geht, ist noch unklar. Der erste Sieg gibt Zuversicht, doch erst die nächsten Wochen gegen stärkere Gegner werden zeigen, ob es für mehr als gehobenes Mittelfeld und einen Spitzenrang reichen wird.

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