Fußball: Regionalliga
Preußen Münster arbeitet an Last-Minute-Transfers

Münster -

Das spielfreie Wochenende haben die Preußen genutzt, um den Kopf mal freizubekommen. Sport-Chef Peter Niemeyer indes hat sich keine Auszeit gegönnt. Der 36-Jährige ist weiter auf der Suche nach Verstärkungen. Am 5. Oktober schließt das Transferfenster.

Dienstag, 29.09.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 19:31 Uhr
Dominik Klann (links) und Joel Grodowski (2. von links) zählen zu den Entdeckungen der Saison.
Dominik Klann (links) und Joel Grodowski (2. von links) zählen zu den Entdeckungen der Saison. Foto: Jürgen Peperhowe

So ruhig und entspannt war es beim SC Preußen Münster schon lange nicht mehr – und wird es vermutlich so schnell auch nicht mehr werden. Am Wochenende ruhte das bis dahin hyperaktive Leder komplett, die Spieler hatten nicht nur die Chance, sondern den ausdrücklichen Auftrag, durchzuatmen und die strapazierten Beine hochzulegen.

Die außerplanmäßige Corona-Verschnaufpause des Regionalligisten am vergangenen Wochenende tat allen Angestellten des Vereins gut – und konnte dank des geglückten Saisonstarts auch mit gutem Gewissen genossen werden. Mittlerweile ist das Team wieder voll im Training – bis auf Joshua Holtby sind alle Mann an Bord. Am Samstag geht es zur U 21 des 1. FC Köln, Teil sechs der Mammutserie wird in Angriff genommen.

Keine Atempause gönnte sich dagegen Sportdirektor Peter Niemeyer, dem noch fünf Tage verbleiben, den Spielermarkt nach Last-Minute-Verstärkungen zu durchforsten. Keine leichte Aufgabe, bestätigt der 36-Jährige, „weil wir nicht Irgendjemanden suchen, sondern Spieler, die passen.“

  • Derzeit stehen 22 Spieler im Kader – inklusive Ousman Touray, der offiziell nach wie vor eigentlich zum Kader der Oberliga-Reserve zählt. Reicht das für die lange Saison?

„Ganz ehrlich“, sagt Niemeyer, „nein. Das ist mir definitiv zu wenig. Nicht, dass ich mir noch mal selbst die Schuhe schnüren muss.“ Schon jetzt machen sich bei der Dauerbelastung Verschleißerscheinungen bemerkbar, „das war vorhersehbar und darauf müssen wir reagieren.“

  • Vor Saisonstart stand noch ein routinierter Innenverteidiger auf der Fahndungsliste, ist diese Stelle noch vakant?

Niemeyer winkt ab: „Es stimmt, dass wir das geplant hatten.“ Einen Mann vom Format Jan Löhmannsröben hatte den Preußen vorgeschwebt – am liebsten der „Löh“ höchstpersönlich. Doch der gab bekanntermaßen Drittligist Hansa Rostock den Vorzug, und die Preußen haben aus der Not eine ihrer besten Tugenden gemacht. „Auf dieser Position sind wir durch“, sagt Niemeyer und verbeugt sich tief vor Leistung und Entwicklung des 21-jährigen Marcel Hoffmeier. „Der macht das da großartig. Wir wollen und müssen ihm niemanden vorsetzen, er soll seinen Weg gehen.“ Mit Routinier Simon Scherder steht ihm ein erfahrener Akteur zur Seite, Neuzugang Roshon van Eijma (21) ist als Defensivallrounder ein Mann für alle Fälle.

 

Der Kader des SC Preußen Münster in der Saison 2020/2021

1/20
  • Tor: Max Schulze Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tor: Marko Dedovic

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Jannik Borgmann

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Okan Erdogan

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Lukas Frenkert

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Niklas Heidemann

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Alexander Langlitz

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Julian Schauerte

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Simon Scherder

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Dennis Daube

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Marcel Hoffmeier

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Joshua Holtby

    Foto: SCP
  • Mittelfeld: Dominik Klann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Naod Mekonnen

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Gianluca Przondziono

    Foto: SCP
  • Angriff: Jules Schwadorf

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angriff: Joel Grodowski

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angriff: Justin Möbius

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Angriff: Nicolai Remberg

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Angriff: Osman Atilgan

    Foto: Picasa

 

  • Mittelstürmer Joel Grodowski ist jung und als Spitze wirklich einsam, bekommt er Unterstützung?

„Wenn ich mir etwas wünschen könnte, würde ich mir genau das wünschen“, sagt Niemeyer und bestätigt, dass ein echter „Neuner“ auf der Anforderungsliste ganz weit oben steht. „Wir sind dran“, macht Niemeyer Hoffnung.

  • Zwei Keeper stehen im Kader, das kann reichen, ist aber knapp...

Zu knapp, stellt Niemeyer klar. „Wir haben zwei Torhüter im Regionalligakader und einen bei der U 23, das ist definitiv zu wenig.“ Auch diese Personalie besitzt eine hohe Priorität. „Glücklicherweise sind wir aber mit Max Schulze Niehues als erstem Mann super aufgestellt.“

  • Der kleine Kader wird immer wieder von Verletzungen weiter minimiert. War das Risiko zu hoch, Spieler zu verpflichten, die direkt aus Verletzungs- oder längeren Spielpausen kommen?

Nein, sagt Niemeyer. „Die Verletzungen muss man sich differenziert anschauen. Wenn Jules Schwadorf nach einem Foul auf die Schulter fällt, dann hat das nichts mit seiner Verletzungshistorie zu tun. Dennis Daube hatte schon einige Verletzungen, aber noch nie einen Muskelfaserriss“. Dass Joshua Holtby pausieren muss, liegt aber auch daran, dass der 24-Jährige im Schnelldurchgang durchstarten musste und mit, wie er selber sagt „70 Prozent“ seiner Leistungsfähigkeit, auf dem Platz schon 100 Prozent geben musste.

  • Wenn es nach fünf Spieltagen ein Zwischenzeugnis gäbe, wie fiele das aus?

Versetzung nicht gefährdet, so Niemeyer. Im Gegenteil: Für die ersten Ergebnisse mit zwei Remis und drei Siegen verteilt der Sportdirektor eine glatte „2“. Eine „3“ gibt es für das Sportliche. „Auch da gab es gute Phasen, aber auch einige Dinge, die ausbaufähig sind.“ Eine überragende Kopfnote für Fleiß, Mitarbeit und Entwicklung gibt es vom Chef für die junge Garde, die ihre Sache „ganz hervorragend macht, darüber freuen wir uns sehr“, sagt Niemeyer mit Blick auf die Youngster aus dem eigenen Stall, angeführt von Dominik Klann, Nikolai Remberg und Touray.

  • Beim Start in Rödinghausen ging dem Team am Ende die Luft aus...

„Das mussten wir einkalkulieren. Als die anderen im Juli ins Training gestartet sind, sind wir gerade erst abgestiegen“, so Niemeyer. Diesen Rückstand hole das Team aber auf und ist auf einem sehr guten Weg.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7608650?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker