Reiten: Jugend-DM der Vielseitigkeit
Emily Roberg geht mit zwei Pferden in ihren „Probelauf“

Münster -

Als „Übergangsjahr“ war Emily Roberg eigentlich ihre erste Saison als Juniorin angegangen. Doch bald merkte die 16-jährige Münsteranerin, dass ihr der Wechsel aus dem Pony- ins Großpferdelager schneller glückt als gedacht. Das Ergebnis ist die Qualifikation mit zwei Pferden für die DM in Luhmühlen, die dennoch als „Probelauf“ bezeichnet.

Mittwoch, 30.09.2020, 17:22 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 11:42 Uhr
Der Wechsel aus dem Pony- ins Großpferdelager ist Emily Roberg geglückt. Mit Donna Lena (Foto) und Guccimo ist die Münsteranerin bei der DM in Luhmühlen dabei.
Der Wechsel aus dem Pony- ins Großpferdelager ist Emily Roberg geglückt. Mit Donna Lena (Foto) und Guccimo ist die Münsteranerin bei der DM in Luhmühlen dabei. Foto: Chrissi Jahnke Pferdebilder

Wie es sich anfühlt, einen deutschen Meistertitel zu gewinnen, kennt Emily Roberg (RC St. Mauritz) bereits. Als 14-Jährige gewann die junge Vielseitigkeitsreiterin im niedersächsischen Ströhen im Sattel von Sandro den Titel bei der Pony-DM, krönte damit ihre tolle Saison nach zuvor zwei vierten Plätzen (Einzel und Team) bei der EM. Nun, zwei Jahre später, ist Roberg dem Ponylager entwachsen und mischt nun mit ihren Großpferden bei den Junioren mit. Und das erfolgreich, bei den am Donnerstag in Luhmühlen beginnenden nationalen Titelkämpfen ist die Münsteranerin gleich doppelt vertreten – mit Donna Lena und Guccimo.

Die Umstellung verlief im Schnellverfahren, große Anpassungsprobleme hatte Roberg nicht. „Dass ich mit beiden Pferden dabei bin, ist schon super. Auf keinen Fall hatte ich damit gerechnet“, sagt die 16 Jahre alte Elftklässlerin des Gymnasiums St. Mauritz. Besonders mit Guccimo – der zwölfjährige Wallach ist erst seit drei Monaten bei ihr im Stall – hakte es anfangs ein wenig. „Er hat es mit nicht so ganz leicht gemacht und war zunächst etwas unsicher“, erklärt Roberg. Doch nach zwei Wochen Kennenlernphase entwickelten sich Reiterin und Pferd zu einer Einheit, Bronze bei den Westfalenmeisterschaften war ein erstes Indiz für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft. „Er ist jetzt super anhänglich und grundzufrieden“, sagt Roberg über Guccimo, der in der Dressur und im Gelände viel Qualität zeigt. Im Parcours fehlt dem Duo noch ein wenig Routine im Zusammenspiel, was die Juniorin aber auf ihre Reitkappe nimmt. „Da benötigen wir noch etwas Zeit. Ich weiß noch nicht, was er wann braucht.“

Donna Lena eine „typische Stute“

Bei Donna Lena ist Roberg da schon einen Schritt weiter, auch weil das Duo seit einem Jahr zusammen ist. Als „typische Stute“ bezeichnet sie ihre sportliche Partnerin, die sie schnell auf ihre Seite gezogen hat. „Wir sind mittlerweile unzertrennlich, da kommt keiner zwischen. Sie macht alles für mich“, sagt Roberg, die sich für die DM keine überbordenden Ziele setzt oder zu hohe Erwartungen hegt. „Eigentlich war dieses Jahr als Übergangsjahr gedacht, die deutschen Meisterschaften sind ein Probelauf. Ich bin super froh, dass ich dabei bin und habe nicht den ganz großen Druck, wie vielleicht Greta Busacker“, sagt Roberg mit Blick auf Ingrid Klimkes Tochter, die in der Junioren-Konkurrenz als frühere DM-Dritte zu den Favoritinnen gehört.

Ob sie einen ähnlichen Weg wie die international erfolgreiche Busacker geht, wird sich zeigen. „Ich möchte abwarten, wie meine Junioren-Zeit wird. Wenn ich erfolgreich bin, könnte nach dem Abitur vor einem Studium erst einmal der Reitsport an erster Stelle stehen“, sagt Roberg. Ihr Einstieg als Juniorin verlief ja schon einmal vielversprechend.

Auch Klimke und Busacker bei der DM in Luhmühlen

Am Mittwochvormittag machte sich der Tross auf den Weg, die Reiseroute war bestens bekannt. Das Ziel von Ingrid Klimke und ihrer Tochter Greta Busacker war Luhmühlen, wo ab Donnerstag die deutschen Vielseitigkeitsreiter in drei Altersklassen ihre Meister ermitteln. „Es ist schön, dass in diesem Jahr die DM gemeinsam stattfindet“, sagt Klimke. Die amtierende Doppel-Europameisterin geht gleich mit drei Pferden ins Meisterschaftsrennen, Siena just do it feiert dabei eine Premiere auf Vier-Sterne-Niveau. Wie die beiden erfahrenen Olympia-Kandidaten Hale Bob und Asha geht die achtjährige Stute „gut vorbereitet“ (Klimke) in die Titelkämpfe, die mit der Dressur beginnen und ganz klassisch mit dem Springen am Sonntag enden. „Im Training haben sich alle gut in Schuss gezeigt“, sagt Klimke. Tochter Greta wird mit ­Coco Maurice und Scrabble bei den Junioren starten – ein letztes Mal. Nach ihren Erfolgen im Sommer, etwa im polnischen Strzegom oder im niederländischen Kronenberg, gehört die 18-jährige DM-Dritte von 2018 mit dem Duo sicher zu den Titelkandidaten.

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