Volleyball: Frauen-Bundesliga
Premiere des USC Münster wird zur Feuertaufe

Münster -

Die Spielerinnen wissen, was sie zu tun haben, auf – aus gegebenem Anlas aber auch neben dem Spielfeld. Wenn am Wochenende wieder um Bundesliga-Punkte gespielt werden darf, ist beim USC Münster längst nicht wieder alles, wie es einmal war. Sport in Zeichen von Corona ...

Donnerstag, 01.10.2020, 18:06 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 11:41 Uhr
Symbolisch im Trikot und mit Maske: Pia Mohr, Mia Kirchhoff, Demi Korevaar (v.l.).
Symbolisch im Trikot und mit Maske: Pia Mohr, Mia Kirchhoff, Demi Korevaar (v.l.). Foto: GUCC

Die Premiere ist die Feuertaufe. Einen Testlauf konnte es aus nahe liegenden Gründen nicht geben. Wenn der USC Münster am Sonntag (14.30 Uhr) das erste Bundesligaspiel gegen den VC Wiesbaden bestreitet, sind in der Halle Berg Fidel nicht nur die Nerven der Volleyballerinnen angespannt. Sondern auch die aller Verantwortlichen in den Zeiten der Pandemie, die für vielfältige Einschränkungen sorgt. Immerhin: Es wird wieder Sport geboten. Vor Publikum.

Wöchentliche Corona-Tests

Seit Wochen tagt, meist virtuell, der Arbeitskreis der Volleyball-Bundesliga (VBL) zum Thema. Für den USC sprechen hier Ralph Bergmann und Geschäftsstellenmitarbeiterin Anja Dühnen mit, die als Teammanagerin auch etliche organisatorische Belange im Blick hat bis zur Umsetzung. Der Arbeitskreis beschloss, dass sich jeder Erstligist einmal pro Woche dem Test auf das Coronavirus unterzieht – die Volleyballer fahren einen strikteren Kurs als von den Ländern vorgegeben. Auch um Zeichen zu setzen. „Das gilt bis auf Weiteres“, sagt Anja Dühnen. Und behält die Entwicklung im Auge. In Münster und für den USC führt Teamarzt Dr. Christian Fechtrup die Untersuchungen durch.

Mehr Kabinen, weniger Helfer

Ist im Vorfeld alles im grünen Bereich, wird am Spieltag der Ablauf über neue Wege erfolgen. Am Sportlereingang wird kontaktlos Fieber gemessen. Jedes Team, maximal 14-köpfig, bezieht zwei Kabinen statt nur eine wie früher. Der „Staff“, also das Team hinter dem Team, soll kleiner also sonst gehalten werden. Die Trainer mögen die Besprechungen kurz und knapp halten. Die Spielerinnen ihren Jubel auf dem Platz kontaktmäßig reduzieren. Und wenn der Durst kommt, heißt es gut aufpassen. Zum Einsatz dürfen allein „personalisierte Getränkeflaschen“ kommen.

VIP-Bereich bleibt geschlossen

Der Handschlag mit dem Gegner ist untersagt. „Die Offiziellen auf der Bank achten bei der Ausübung ihrer Tätigkeit auf den Mindestabstand. Offizielle haben während des Spiels keinen Körperkontakt zu Spielern“, steht geschrieben. Und auch dies: „Spielerinnen desinfizieren sich vor jedem Betreten des Spielfeldes die Hände.“ Behandelt wird auch das Spielgerät wiederholt, nicht nur nach Satzpausen. „Bälle werden im Spielablauf durch die Ballholer regelmäßig desinfiziert.“ Es dürfen nur drei Ballholer eingesetzt werden.

Was erwartet die Fans und Freunde der Unabhängigen? Auf jeden Fall kein Showprogramm oder ein Besuch im VIP-Bereich. Der ist geschlossen. Der Club hat wie berichtet zunächst nur Dauerkarten angeboten. Wer die nun offerierten personalisierten Einzeltickets – auch am Spieltag selbst möglich – erwerben will, kann das nur online erledigen. Am Spieltag selbst gibt es keine Tageskassen vor Ort. Viele der bisherigen Helfer in der Halle sind jetzt zumeist als Ordner unterwegs und per „Hygiene-Akkreditierung“ im Dienst des Clubs. Sie weisen den Besuchern die Sitzplätze zu, erinnern im Bedarfsfall an Maskenpflicht und Abstandsgebot. „Es ist also verboten, sich in der Halle enger zusammenzusetzen, als von uns vorgegeben“, sagt Bergmann und appelliert: „Nur, wenn sich wirklich alle an die Regeln halten, ist es möglich, vor Publikum zu spielen. Daher bitte ich alle Fans eindringlich, die Regeln zu beachten.“ Bergmann weiß, wie sehr ab sofort auch der Volleyball im Fokus stehen wird. „Daher muss sich jeder Zuschauer seiner Verantwortung bewusst sein“, hofft er auf Disziplin.

Der neue Mann am Mikrofon

Nicht nur auf dem Feld, auch hinter der Bande gibt es zum Saisonauftakt des USC ein neues Gesicht zu sehen. Michael Reschke übernimmt den Job des Hallensprechers von Kristian Klement und Paul Becker. In Hallen- und Beachvolleyball-Kreisen ist Reschke unter seinem Spitznamen „Jackson“ bekannt, war unter anderem bei den RWE Volleys Bottrop, der TSG Solingen und den TV Gladbeck Giants am Mikrofon – und das seit 15 Jahren. „Jackson ist ein Vollprofi“, sagt Münsters Sportlicher Leiter Ralph Bergmann über den Mann aus Marl. Die Halle Berg Fidel kennt der 56-Jährige gut, als Linienrichter war Reschke beim USC schon im Einsatz.

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