Fußball: Westfalenliga
Nach Anzeige droht Westfalia Kinderhaus eine Strafe

Münster -

Corona und die Folgen sind auch im Sport immer spürbar. Nur unter Auflagen können etwa Fußballfans die Partien ihrer Lieblingsmannschaft verfolgen. Wenn es jedoch zu Sorglosigkeiten kommt, was sich bei Westfalia Kinderhaus unlängst zugetragen haben soll, droht Ärger.

Montag, 05.10.2020, 18:11 Uhr aktualisiert: 11.10.2020, 17:15 Uhr
Fußball: Westfalenliga: Nach Anzeige droht Westfalia Kinderhaus eine Strafe
Gefüllte Ränge: Bei der Tribüneneinweihung in Kinderhaus war die Welt noch in Ordnung. Inzwischen gilt eine Corona-Verordnung – vor zwei Wochen sollen Fans die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Foto: Katrin Jünemann

Die im September 2018 eingeweihte Tribüne am Hauptplatz von Westfalia Kinderhaus ist ein Schmuckstück. Und praktisch zugleich. 200 Menschen finden Sitzplätze vor, 100 dürfen unterm Dach stehen. Normalerweise – in diesen Zeiten selbstredend nicht, wenn die Westfalenliga-Elf den Fußball bewegt. Beim 2:1 über den 1. FC Gievenbeck durften am Sonntag die zuvor angemeldeten Interessenten Platz nehmen, wenn sie eine Maske trugen. Über die volle Spielzeit. Stehplätze gab es auf der Tribüne keine – nur links und rechts neben dem Bauwerk. Etliche Orga-Kräfte sorgten für die Einhaltung der pandemiebedingten Regeln.

An Disziplin seitens der Zuschauer soll es am 20. September gemangelt haben. Nach dem 2:0 der Westfalia über den TuS Sinsen wurde der Club angezeigt. Zu viele Menschen hätten zu nahe beieinander gestanden, ein regulierender Eingriff sei unterblieben oder habe keine Wirkung gezeigt. Die Westfalia reagierte, reduzierte fürs Derby das Platzangebot von erlaubten 300 auf 240 und achtete vielköpfig auf Abstand und Anstand. Die Anzeige aber liegt vor und dem Club droht eine Strafzahlung von 1000 Euro. Die Stadt Münster teilte mit, bei der „Thematik handelt es sich um ein laufendes Verfahren. Eine Stellungnahme ist daher derzeit nicht zu erwarten.“ Möglicherweise sprechen alle Seiten noch mitein­ander. In Kinderhaus schütteln viele den Kopf ob der Höhe der angedrohten Sanktion. Der Verein habe Fehler in der Durchführung des Sinsen-Spiels erkannt und schnell Abhilfe geschaffen. Das müsse auch gewertet werden seitens der Stadt.

  • Von all dem dürfte der Neu-Kinderhauser Marvin Kehl nicht viel mitbekommen haben. Der 23-Jährige hatte im Dress mit der Nummer 33 am Ball und gegen den Gegner gut zu tun. Auffällig agierte der technisch beschlagene Offensivmann, den Trainer Marcel Pielage erst nach einem Votum des Spielerrats in die erste Elf geholt hatte. „Marvin hatte erst ein paar Trainings mitgemacht, da war mir die Meinung der Wortführer sehr wichtig“, sagte Pielage, dem das Qualitätsplus auch angesichts der vielen Ausfälle recht sein kann. Kehl absolvierte in den letzten beiden Serien für Union Neumünster in der Oberliga Schleswig-Holsteins 35 Partien und studiert nun in Münster.
  • Der Kinderhauser Liga-Konkurrent TuS Hiltrup spielt momentan nicht gut – und gewinnt trotzdem. Beim 2:1 gegen Sinsen durfte der dritte Sieg in Reihe notiert werden. Christian Hebbeler haderte trotzdem. „Spielerisch lassen wir zurzeit viele Wünsche offen“, sagte er. Immerhin hat der Trainer in diesen Tagen ein glückliches Händchen. Zweimal wechselte er den Sieg quasi ein: Beim 3:1 in Lünen erzielten Montasar Hammami und Luca de Angelis Joker-Tore. Im Heimspiel gegen Sinsen (2:1) am Sonntag leitete der eingewechselte Omar Guetat mit dem 1:1 (86.) die späte Wende ein.
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