Fußball: Landesliga
Zusammen für den BSV Roxel – Steffen und Christoph Hunnewinkel

Münster -

Wenn der große Bruder mit dem kleinen Bruder Sport treibt, bleiben Reibereien nicht aus. So war es früher auch bei Steffen und Christoph Hunnewinkel, die momentan beim BSV Roxel für ein gemeinsames Ziel unterwegs sind. Da hilft es, dass der jüngere Steffen sich die Tipps des älteren Bruders durchaus „zu Herzen nimmt“.

Freitag, 16.10.2020, 17:52 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 13:20 Uhr
Brüderlich in jeder Hinsicht: Christoph (gr. Bild) und Steffen Hunnewinkel puschen sich in Roxel gegenseitig.
Brüderlich in jeder Hinsicht: Christoph (Bild) und Steffen Hunnewinkel puschen sich in Roxel gegenseitig. Foto: fotoideen.com

Zweimal hat der Jüngere den Älteren zum Wechsel in seinen Verein motiviert. Auf der ersten gemeinsamen Station Gievenbeck kickten Steffen Hunnewinkel (25) und Christoph Hunnewinkel (30) nicht lange zusammen. Anders in Roxel: Beim BSV in der Landesliga sind der Außenbahnspieler und der Torwart bestens zufrieden. Und hier lebt der Jüngere auch damit, vom erfahrenen Älteren ein paar deutliche Tipps zu bekommen.

Das ist ja nicht immer leicht mit Brüdern. Die mögen sich grundsätzlich ob ihrer Seelenverwandtschaft und der gemeinsamen Zeit im Elternhaus. Bisweilen entwickelt sich der Kontakt zueinander konfliktträchtig. „So ein bisschen sind wir auch typische Brüder“, sagt Steffen Hunnewinkel, der Versicherungskaufmann mit Lebensmittelpunkt Münster. „Christoph will mich puschen, das bringt er auch rüber. Wenn er was sagt, nehme ich mir das zu Herzen.“

Lob und Kritik für den Jüngeren

Der Große, heimisch in Hiltrup und tätig in Sendenhorst in der Produktion von Fensterprofilen, will doch nur helfen. „Es gibt schon mal eine Ansage von mir, das stimmt. Ich bin ihm gegenüber sicherlich kritisch und schaue genau hin. Steffen hat das Potenzial, ein Schlüsselspieler zu sein“, sagt der Keeper. Und meint: Das Potenzial soll auch abgerufen werden. „Gut ist, dass er sich alles anhört. Grundsätzlich ist und bleibt es Fußball, da muss man das vertragen können.“ Und nach Abpfiff in der Kabine fachsimpeln oder Sprüche klopfen.

Der Feldspieler hat als U-17-Junior die Nachwuchs-Bundesliga mit dem SC Preußen erlebt, der Torwart suchte nach Jugendjahren beim TuS Hiltrup und VfL Wolbeck immer wieder die neue Chance. 53 Oberligaspiele bestritt er für die Hammer SpVg. und den lokalen Konkurrenten Westfalia Rhynern zwischen 2013 und 2018 – nicht immer gradlinig im Karriereverlauf, aber ambitioniert.

Schon in Gievenbeck gemeinsam am Ball

Eine Operation nach Meniskusriss sorgte in 2015/16 für die monatelange Auszeit. Und Zweifel. Der Bruder lotste ihn zur Gievenbecker Zweiten. Um den Spaß am Sport neu zu entfachen. Nach wenigen Monaten wechselte Christoph Hunnewinkel zurück nach Hamm, dann für 2018/19 zum SC Münster 08. „Ein Team mit ungeheuer großem Potenzial“ fand er vor. Aber keines mit Perspektive.

„Roxel ist wirklich ein Club mit familiärem Charakter. Sehr gut geführt. Hier wird einem immer geholfen“, urteilt der „Schnapper“ jetzt. Dass er aufgrund von Schichtdiensten nicht durchgehend trainieren kann, wird akzeptiert. „Ich muss dem Verein danken.“ Steffen Hunnewinkel, dessen Karriere von diversen Rückschlägen und Operationen an beiden Hüften lange beeinträchtigt war, schätzt bereits in der vierten Saison „die umfassende Unterstützung und das Klima beim BSV. So wohl wie hier habe ich mich nirgends gefühlt.“

Da stört auch die ein oder andere Ansage des Älteren nicht. „Wir ticken irgendwie auch gleich. Wir wollen immer alles geben“, sagt der Flügelmann. Und dies auch: „Christoph ist aktuell dermaßen gut drauf, ein absoluter Rückhalt.“ Und das nach einer daheim erlittenen Knieblessur in der Corona-Auszeit plus zweier Eingriffe am Gelenk…

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