Corona und die Folgen
USC Münster und WWU Baskets bestreiten Heimspiele ohne Zuschauer

Münster -

Ganz Deutschland ächzt unter der Wucht der aktuellen Corona-Zahlen und den damit einhergehenden Inzidenzberechnungen. Neue und schärfere Hygiene-Regeln sind gefordert, einige Verbände bessern mit Mühe und verlustreich nach, andere kapitulieren in Gänze.

Montag, 26.10.2020, 17:04 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 20:46 Uhr
Nach einer ersten Stippvisite am Berg Fidel müssen die Anhänger des USC und der WWU Baskets jetzt wieder draußen bleiben.
Nach einer ersten Stippvisite am Berg Fidel müssen die Anhänger des USC und der WWU Baskets jetzt wieder draußen bleiben. Foto: pp

Fast zeitgleich schickten am Montagmorgen der USC Münster und die WWU Baskets ihre schlechten Nachrichten via E-Mail und fernmündlich auf den Weg: Für die beiden bundesweit agierenden Sport-Clubs aus Münster sind mit dem Überschreiten der Inzidenz-Grenzwerte umgehend neue Regeln in Kraft getreten, und beide Clubs blicken einem einsamen Sportwochenende in der leeren Großsporthalle am Berg Fidel entgegen. Das detailliert ausgearbeitete und von der Stadt Münster abgesegnete Hygienekonzept ist nach der Überschreitung der Siebentages-Inzidenz-Zahl von 35 ausgesetzt, gemäß NRW-Corona-Schutzverordnung müssen bundesweite Teamwettbewerbe demnach ohne Zuschauer stattfinden.

Geisterspiele am Samstag und Sonntag

In der zweiten Basketball-Bundesliga Pro B steht somit am Samstag (15 Uhr) ein Geisterspiel gegen die TKS 49ers aus Brandenburg an, am Sonntag (18 Uhr) folgt dann ein stiller Schlagabtausch zwischen Volleyball-Bundesligist USC Münster und dem MTV Stuttgart.

„Wir bedauern das sehr“, erklärt Ralph Bergmann, sportlicher Leiter des Volleyball-Bundesligisten. „Aber natürlich gehen die Gesundheit aller Beteiligten und unsere aktive Beteiligung an der Eindämmung der Pandemie hier klar vor.“ Bedauern und Verständnis bekundet auch Baskets-Manager Helge Stuckenholz: „Es tut mir in der Seele weh, dass wir am kommenden Wochenende leider ohne unsere Zuschauer spielen müssen.“

Doppelsieg vor Zuschauern zum Auftakt

Sowohl die Korbjäger als auch die Pritsch- und Baggergilde der USC-Damen hatten zum Saisonstart gute Erfahrungen mit ihrem begeisterten Premierenpublikum gesammelt – beide Teams bedankten sich mit Siegen bei den treuen Fans. 270 Zuschauer sahen den 3:2-Erfolg des USC gegen den VC Wiesbaden, 610 Fans waren Zeuge des 77:75-Startsiegs der Baskets gegen die Kangaroos aus Iserlohn.

Daumendrücken für bessere Zahlen und Zeiten

Ab sofort ist man also wieder unter sich. Eine Rückkehr der Fans in die Halle ist erst denkbar, wenn die 35er-Marke wieder unterschritten wird. Bei aktuell steigenden Zahlen und einem Wert jenseits der 60 ein derzeit schwer vorstellbares Szenario – und dennoch erklärtes Ziel der Clubs, wie Stuckenholz betont, der über den Sport hinaus an das Verantwortungsbewusstsein der Münsteraner appelliert. „Wir haben hiernach zwei Auswärtsspiele, somit von heute an beinahe vier Wochen, die wir in unserer Stadt gemeinsam nutzen müssen, um wieder auf akzeptable Inzidenzwerte zu kommen.“

Boxen: Handschuhe am Nagel

Auch wenn der Schlag nicht unerwartet kam, traf die offizielle Absage des Bundesranglistenturniers der U 19 in Köln die Boxer des Boxsportzentrums Münster doch hart. Mit Max Becker, Mohamed Siala und Marcel Lapke hätte Trainer Farid Vatanparast am 3. November ein ambitioniertes Nachwuchs-Trio bestens vorbereitet und aussichtsreich an den Rhein geschickt, doch der Corona-Tiefschlag trifft auch die sonst so wehrhafte Boxergilde schutzlos. „Ich gehe davon aus, dass in diesem Jahr nicht mehr geboxt werden kann“, so Vatanparast. „Wir warten die behördlichen Vorgaben ab und werden entsprechend reagieren. Es zeichnet sich ab, dass in Kontaktsportarten wohl auch kein Training mehr stattfinden kann.“ -ag-

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Volleyball: Spiele in der Pause

Das Präsidium des Westdeutschen Volleyball-Verbandes (WVV) reagiert auf die eingeschränkten Möglichkeiten, den Spielbetrieb geregelt durchführen zu können, mit einer Pause desselben bis zum 22. November. Das gilt für den Erwachsenenbereich (Ober- bis Kreisliga), den Jugend- sowie den Breiten- und Freizeitsport. „Die Spiele, die in diesem Zeitraum nicht stattfinden, werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt“, schreibt der Verband.In einer Erweiterung dieser Regelung ist die Ausnahme beschrieben: „Für Mannschaften, die dennoch bis zum 22. November 2020 ihre angesetzten Spiele absolvieren möchten, besteht die Möglichkeit, dies problemlos zu machen, sofern die Hygienevorgaben vor Ort eingehalten werden.“ Eine Austragung müsse von beiden beteiligten Mannschaften gewünscht werden.„Es gibt also kein Muss, aber ein Kann“, sagt WVV-Vizepräsident Jürgen Aigner. „Angesichts des geografisch riesigen Gebiets, das der WVV abdeckt, und der unterschiedlichen Entwicklungen setzen wir auf regionale Entscheidungen.“ Nach der Pause müsse die Lage neu bewertet werden. -tau-

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Handball: Verlegung auf Antrag

Der Westfälische Verband (WHV) hatte bereits Hand angelegt und den Vereinen freigestellt, die anstehenden Begegnungen kostenfrei verlegen zu können. Dem hat sich nun auch der Handballkreis Münster angeschlossen: „Wenn Mannschaften aufgrund der aktuellen Situation die Spiele nicht austragen wollen beziehungsweise wegen Spielermangels nicht können, besteht die Möglichkeit dieses Spiel auf Antrag zu verlegen.“ Wobei der Handballkreis „absolute Planungssicherheit“ gewährleistet sehen will. Mitgliedsvereine sollen sich bis zum 2. November erklären, ob Mannschaften – vorerst bis zum 31. Dezember – pausieren oder sich gänzlich vom Spielbetrieb der Saison 2020/2021 abmelden möchten. Bei einem „Pausenwunsch“ werden die Spiele dieser Mannschaften „geparkt“. Die Spiele werden dann nachgeholt, wenn es die Situation wieder erlaubt. Sollte die Anzahl der Abmeldungen keinen geregelten Spielbetrieb zulassen, wird die jeweilige Staffel bis zum 31. Dezember ausgesetzt. -be-

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Tischtennis: Keine Rückspiele

Auf Bundesebene wird noch gespielt, im Bereich des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes (WTTV) seit Sonntag nicht mehr. Ein Präsidiumsbeschluss sieht eine Unterbrechung aller Wettkämpfe bis zum Jahresende vor. Gleich zeitig entschied die Verbandsspitze, die laufende Saison nicht als Doppelrunde mit Hin- und Rückspielen auszutragen, sondern als einfache Runde fortzuführen und zu beenden. Heißt: Partien, die bereits gespielt wurden, erfahren in dieser Spielzeit keine zweite Auflage. Damit verschafft sich der Verband in nahezu allen Ligen ein Zeitpolster. Überwiegend wird der Spielbetrieb erst im März 2021 aufgenommen. Die bereits vorgenommenen Ansetzungen bleiben bezüglich des Heimrechts unverändert. Die Tabellenwertung erfolgt nach Abschluss der Hauptrunde. Der WTTV schreibt, dass die jeweiligen Auf- und Abstiegsregelungen vollumfänglich umgesetzt werden sollen. -wis-

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Basketball: Zweigeteilter Starttermin

Nachdem der Westdeutsche Basketball-Verband (WBV) den Saisonstart des Spielbetriebs seiner Zuständigkeit in den Januar 2021 verschoben hat, gab das Präsidium am Montag die Sonderregelung für die 2. Regionalliga der Herren sowie der Regionalliga der Damen bekannt. Letztere startet am 16. Januar.Die mit dem UBC Münster 2 und der SG Telgte-Wolbeck Baskets besetzte 2. Regionalliga der Herren wird nach den ausgewerteten Stellungnahmen der Clubs einen „zweigeteilten Saisonstart“ bekommen: Die erste Gruppe spielt frühestens ab dem 14. November mit mindestens sechs Teams, die zweite Gruppe soll am 16. Januar ihren Spielbetrieb aufnehmen. Je nach endgültiger Stärke der Besetzung wird eine Auf- und Abstiegsregelung greifen. Alle Teams sollen bis Samstag eine Entscheidung mitteilen. Die UBC-Zweite hatte in der ersten Abfrage für den Januar-Termin votiert. -tau-

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