Volleyball: Bundesliga Frauen
Der Meister gastiert beim USC Münster: Thomsen-Debüt gegen Stuttgart

Münster -

Eine aufregende, turbulente Woche liegt hinter dem USC Münster: Coach Teun Buijs frei- und Lisa Thomsen als Cheftrainerin vorgestellt. Es ging hoch her am Berg Fidel, nun soll wieder das Sportliche in den Vordergrund rücken. Da kommt die Begegnung am Sonntag gerade richtig, mit dem amtierenden Meister Stuttgart hat sich zur Thomsen-Premiere gleich ein dicker Brocken angesagt. Der USC hat nichts dagegen.

Freitag, 30.10.2020, 15:28 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 17:39 Uhr
Kapitänin Barbara Wezorke und der USC wollen als Außenseiter den MTV aus Stuttgart ärgern.
Kapitänin Barbara Wezorke und der USC wollen als Außenseiter den MTV aus Stuttgart ärgern. Foto: Jürgen Peperhowe

Es war ein turbulenter Mittwoch am Berg Fidel, es herrschte Unruhe beim USC Münster. Coach Teun Buijs wurde am Morgen vom Verein freigestellt, mit seiner Assistentin Lisa Thomsen die neue Cheftrainerin vorgestellt. Ein Wechsel nach vier Spieltagen, der an der Mannschaft naturgemäß nicht spurlos vorüberging. Doch das heftige Gewitter hat sich jetzt verzogen, nun zählt nur noch eines: „Der Blick nach vorne“, sagt Thomsen, die am Sonntag (18 Uhr/live bei Sport 1) ihr Debüt als Chefin gegen den Allianz MTV Stuttgart feiert.

Der Mittwoch stand noch ganz im Zeichen der Buijs-Demission, die Aufarbeitung der Ereignisse geschah nicht nur individuell. Die Mannschaft saß nach der offiziellen Verkündung von USC-Präsident Martin Gesigora und dem Sportlichen Leiter Ralph Bergmann noch intern beisammen, sprach über „Veränderungen, Chancen und Möglichkeiten“ (Kapitänin Barbara Wezorke), die nun kommen werden. „Ich denke und hoffe, dass das Thema nun abgehakt ist und wir uns auf die Zukunft konzentrieren können“, erklärt Thomsen. Von ihrem ersten Training hatte sie zumindest einen „sehr, sehr guten Eindruck“, alle Spielerinnen präsentierten sich „sehr motiviert und engagiert“. Aufbruchstimmung am Berg Fidel.

Voll besetzter Kader

Da passt es vielleicht ganz gut, dass der voll besetzte USC in Spiel eins nach Buijs gegen die Schwaben, immerhin nach dem Abbruch der Vorsaison noch der amtierende Meister, nicht die Bürde des Favoriten tragen muss. „Ich bin ganz froh, dass es Stuttgart ist“, sagt Wezorke. Und Thomsen stimmt der Spielführerin zu. „Für uns ist es eine Partie, in der wir befreit aufspielen können. Ich möchte eine Mannschaft sehen, die mit positiver Energie und Aggressivität ins Spiel geht“, sagt die 35-Jährige. Vom „super guten“ MTV, der auf „jeder Position doppelt top-besetzt“ ist, erwartet Thomsen, dass er ihre Mannschaft schon mit dem Aufschlag in der Annahme unter Druck setzen will und wird. Der erste Ball war zu Saisonbeginn die Schwachstelle des USC, der sich aber beim Dresdner SC (0:3) in der Annahme verbessert zeigte. „Da waren wir mit Dresden auf einem Niveau, dann leider im Angriff nicht variantenreich genug und zu einfach zu lesen. Ich möchte, dass wir nun einen Schritt vorwärts machen und unser Spiel durchziehen. Dabei wird wichtig sein, dass wir jeden Punkt einzeln angehen und uns nicht beeindrucken lassen, wenn mal zwei, drei Punkte weggehen.“ Kampfgeist, Moral und eine positive Körpersprache in schlechten Phasen sind Dinge, die Thomsen sehen will.

Wiedersehen mit Juliet Lohuis

Aufregende Tage erlebten aber nicht nur Münsters Volleyballerinnen. Auch der MTV um die ehemalige USC-Blockerin Juliet Lohuis musste schwere Wochen durchstehen, nach Corona-Fällen musste das Team von Trainer Giannis Athanasopoulos in Quarantäne. Erst seit Montag sind die Schwäbinnen wieder vereint und am Ball – und daher für Thomsen „eine Überraschungskiste“. Allerdings eine qualitativ hochwertige.

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