Startschuss in Nienberge
Vom Katzentisch auf den Hauptplatz: 50 Jahre Frauenfußball in Münster

Münster -

Eigentlich war es kein Start, der am 31. Oktober 1970 die Geburtsstunde des Frauenfußballs in Deutschland markiert, sondern ein Ende. An diesem Tag wurde das Verbot des Frauenfußballs gekippt. 50 Jahre später sind viele Vorurteile entkräftet, die Emanzipation jedoch längst noch nicht abgeschlossen, wie ein Blick auf den Frauenfußball in Münster veranschaulicht. Von Jürgen Beckgerd
Freitag, 30.10.2020, 17:45 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 30.10.2020, 17:45 Uhr
Zurzeit das Aushängeschild in Münsters Frauenfußball: Wacker Mecklenbeck, hier mit Tessa Schipke.
Zurzeit das Aushängeschild in Münsters Frauenfußball: Wacker Mecklenbeck, hier mit Tini Dircks. Foto: Leßmann
Eine Eloge wäre angebracht – und auch angemessen. Ein Hoch auf den Frauenfußball! Gerade in Erinnerung an die Aufhebung des Verbots durch den Deutschen Fußball-Bund vor taggenau 50 Jahren. Und doch stürzen sich viele Sportbeobachter und -berichterstatter auf die skurrilen Begebenheiten, die die Geschichte des Frauenfußballs so hergibt. Das ominöse Kaffeeservice als Lohn für die deutschen Fußballerinnen, die Europameister wurden, gehört dazu. 1989 war das, erstmals übertrug das deutsche Fernsehen live, stieg im Halbfinale der deutschen Frauen gegen Italien in die Berichterstattung ein. Noch nicht am Ziel Frauenfußball, zumal mit allen vom Männersport gewohnten Wettbewerben, wie Bundesliga, Champions League und Pokal ausgestattet, ist so viel mehr, oder? „Auch heute verbinden sich mit dem Fußballsport bestimmte Männlichkeitsvorstellungen, die nicht nur Frauen als das ,Andere‘ markieren und ausgrenzen, sondern auch kaum Platz für andere Männlichkeiten, wie beispielsweise homosexuelle Männer lassen. Mit Fußball werden angeblich spezifisch männliche Werte und Fertigkeiten wie Stärke, Durchsetzungsvermögen, Kampfkraft und Ausdauer verbunden. „ Elf Freunde müsst ihr sein. Dieser Spruch galt früher vor allem für die Fußballerinnen. Das war tatsächlich so. “ Irmhild Venschott, Borussia Münster Für Frauen bleibt der sportliche Katzentisch“, schrieb Josefine Paul schon anlässlich der WM 2015 unter dem Titel „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich“, angelehnt an ein Zitat von Fifa-Präsident Joseph Blatter.
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