Volleyball: Bundesliga
Der USC Münster wehrt sich beim 1:3 tapfer

Münster -

Das war gut, aber nicht gut genug: Bei der Premiere von Lisa Thomsen als fest installierte Cheftrainerin rang Volleyball-Bundesligist USC Münster dem amtierenden Deutschen Meister Stuttgart am Sonntagabend einen Satz ab. Die Punkte allerdings sicherte sich der Gast.

Sonntag, 01.11.2020, 20:52 Uhr
Beim Debüt von Lisa Thomsen als Cheftrainerin war Anika
Beim Debüt von Lisa Thomsen als Cheftrainerin war Anika Foto: Jürgen Peperhowe

In Spiel eins nach Teun Buijs ist dem USC Münster ein Achtungserfolg geglückt. Dem Titelkandidaten Allianz MTV Stuttgart forderte das Team von Neu-Trainerin Lisa Thomsen eine Menge ab und unterlag erst nach großem Kampf mit 1:3 (19:25, 18:25, 26:24, 20:25). „Das war seine sehr, sehr starke Leistung. Ich bin echt stolz auf die Mannschaft, die es richtig gut gemacht hat“, sagte Thomsen.

Die 35-Jährige änderte im Vergleich zur 0:3-Niederlage beim Dresdner SC die Startformation auf zwei Positionen. Für Taylor Nelson begann Sarah van Aalen im Zuspiel, dazu erhielt Juliane Langgemach im Block den Vorzug vor Kapitänin Barbara Wezorke. Und die Umstellungen trugen zunächst Früchte. Mit zwei Blockpunkten von Liza Kastrup und Sarah van Aalen – bis zum 8:7 folgten weitere zwei – erwischten die Unabhängigen einen guten Start gegen die Schwäbinnen, die erst am vergangenen Montag aus der Corona-Quarantäne gekommen waren. Münster gestaltete die Partie offen, hatte nach dem Punkt von Demi Korevaar zum 14:13 die Nase noch vorne. Allerdings letztmals für eine lange Zeit. Stuttgarts Angriff hatte nun Betriebstemperatur erreicht und machte den Unterschied aus. Krystal Rivers und Michaela Mlejn­kova stellten Münster vermehrt vor unlösbare Aufgaben, und da zudem die ehemalige USClerin Juliet Lohuis ebenso verlässlich ihre Klasse einsetzte, geriet das Satzende zu einer einseitigen Angelegenheit.

Wie reagierte der USC? Bemüht, engagiert – aber vergebens. Ein Fehlstart (1:6), für den sich hauptsächlich Mlejnkova mit drei der ersten vier Zähler verantwortlich zeichnete, verhinderte, dass sich die Thomsen-Truppe in einen Flow spielen konnte. Münster lief der Musik zu schnell hinterher, Stuttgarts Qualität ließ kein USC-Comeback in Abschnitt zwei zu, der Durchgang war früh entschieden. Stuttgarts Coach Ioannis Athanasopoulos nutzte den günstigen Augenblick, um mit der klaren Führung im Rücken durchzuwechseln. Einen Bruch gab es nicht, zumal die Unabhängigen es dem Champions-League-Teilnehmer mit vier Aufschlagfehlern im Satzendspurt auch recht einfach machten.

Aufstecken aber wollte der USC nicht. Die Köpfe blieben oben, der Kampfgeist war unvermindert groß. Münster hechtete und flog durch die leere Halle Berg Fidel, zwang Stuttgart in längere Ballwechsel – und punktete ganz nebenbei. Erst Kastrup, dann dreimal Nele Barber. 4:0 USC, Auszeit MTV. Die half nichts, Münster nutzte Stuttgarts unkonzentrierte Momente und war nach Mira Todorovas missglücktem Angriff zur technischen Auszeit gar sechs Punkte vorn.

Die Ansprache von Athanasopoulos wurde lauter, auf eine Zugabe hatte der Coach so gar keine Lust. Und seine Schützlinge hatten verstanden, waren beim 9:9 wieder gleichauf. Brechen aber ließ sich Münsters Wille auch durch diesen Zwischenspurt nicht. Unverdrossen arbeiteten die Grün-Schwarzen an einem Erfolgserlebnis, erneut ein Barber-Doppelpack sowie ein Kastrup-Korevaar-Block gegen Rivers bescherten dem USC ein Fünf-Zähler-Polster (15:10). Schritt für Schritt päppelte der USC sein Selbstvertrauen auf – und belohnte sich mit dem Satzgewinn. Unerwartet. Denn als Rivers dem Meister zwei Matchbälle verschafft hatte, schien die Partie entschieden. Aber nicht mit den Münsteranerinnen. Mit vereinten Kräften kamen sie zurück. Bärenstark. „Wir haben immer weiter gekämpft, das war sehr gut“, lobte Buijs-Nachfolgerin Thomsen.

Stuttgart wollte keine Federn lassen, wollte keine weiteren Diskussionen zulassen – musste sich diesen aber sportlich stellen. Der USC ließ nicht nach, auch nicht nach dem 2:8. Beachtlich, wie er zurückkam, wie unermüdlich er immer weiter machte. Münster war beim 12:12 wieder da und schnupperte beim 17:17 am Tiebreak. Doch gegen den hatte Stuttgarts Beste Einwände – und zwar hammerharte. Rivers wurde gesucht und gefunden, mit ihrem 29. Punkt machte sie Schluss. Der USC aber verließ erhobenen Hauptes das Feld.

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