Fußball: Regionalliga
Erster Teil der Dezibelprüfung für Preußen gegen RW Ahlen

Münster -

Zu Hause sind die Preußen eine Bank. Auch wenn das noch nicht zu 100 Prozent aussagekräftig ist nach vier Heimspielen. Gegen RW Ahlen ist Münster natürlich Favorit. Allerdings kommt es Trainer Sascha Hildmann nicht nur auf einen Sieg an – sondern auch auf Lautstärke.

Freitag, 06.11.2020, 17:10 Uhr
Okan Erdogan (hinten) wird im Mittelfeld oder im Abwehrzentrum benötigt.
Okan Erdogan (hinten) wird im Mittelfeld oder im Abwehrzentrum benötigt. Foto: Jürgen Peperhowe

An der Hammer Straße ist Preußen Münster bislang nicht beizukommen. Vier der elf Saisonspiele fanden zwar nur zu Hause statt, die gewannen die Adler alle. Wenn auch eher gegen das untere Segment der Regionalliga. Die tabellarisch kleinste Hausnummer ist nun am Samstag (14 Uhr) zu Gast. Die Rollen vor dem Duell mit Nachbar, Neuling und Schlusslicht RW Ahlen sind sowieso klar verteilt. Trainer Sascha Hildmann gibt diese Devise aus: „Schnelle Füße haben, Ball laufen lassen, über außen spielen.“

Nach der Schlappe in Dortmund ist Rang eins zwar für den Moment aus den Augen verloren, doch die Zeit des unnötigen Understatements ist vorüber. „Oben dran bleiben, nicht zurückfallen“, so der Coach. „Das ist das Ziel. Der Spielplan hat vielleicht etwas Gutes, die dicken Brocken haben wir fast alle in der Rückserie daheim.“

Sechs Heimspiele bis Weihnachten

Bis dahin warten einige Pflichtaufgaben. Bisher erledigte der SCP diese vorbildlich. Sechs von neun Begegnungen bis Weihnachten finden zu Hause statt. Da ist was möglich. Zumal Münster ja auch in den verlorenen Partien keineswegs chancenlos war. „Fußballerisch müssen wir uns sicher nicht verstecken. Uns fehlte nur meist das Momentum“, sagt Hildmann und denkt an Aluminiumtreffer in Essen und Dortmund. „Beim Gegner sind die Bälle drin, bei uns springen sie raus. Da geht es oft um zehn Zentimeter.“

Eine wirkliche englische Woche bestreiten die Preußen diesmal zwar nicht, die eine oder andere Verschnaufpause schließt der Pfälzer aber nicht aus. Dennis Daube muss mit einer Mittelfußprellung ebenso zuschauen wie bekanntlich Joshua Holtby. Ein Ausfall von Marcel Hoffmeier (Adduktorenprobleme) käme da ungelegen, scheint aber noch umgänglich. Anderenfalls würde wohl eher Okan Erdogan in die Innenverteidigung zurückfallen als Roshon van Eijma sein Startelf-Debüt geben. Im Mittelfeld stehen Naod Mekonnen, Dominik Klann und Gianluca Przondziono parat, auch Justin Möbius mit seiner Ballsicherheit kann ein Thema im Zentrum sein.

Wir haben uns von der Lautstärke einschüchtern lassen. Das war auch ein Punkt in unserer Videoanalyse.

Sascha Hildmann

Eine vom Personal weitgehend unabhängige Lehre aus der Niederlage beim BVB war die verbale Unterlegenheit. Die Schwarzgelben brüllten sich auf und neben dem Platz die Seele aus dem Leib, bei den Preußen tobte nur der Trainer selbst. „Wir haben uns von der Lautstärke einschüchtern lassen. Das war auch ein Punkt in unserer Videoanalyse“, sagt er. „Auf diesem Gebiet sollte sich unser Pegel schleunigst erhöhen.“ Alexander Langlitz und allenfalls noch Simon Scherder gehen als potenzielle Wortführer durch, um sie herum wird es dünn. „Naturell hin oder her – jeder muss etwas dazu beitragen, jeder muss sprechen“, sagt Hildmann zur Dezibelprüfung. „Das müssen wir eben trainieren.“ Gegen Ahlen kann die Elf bereits zeigen, wie schnell sie die Forderungen umsetzen kann.SCP:Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Hoffmeier, Heidemann – Klann, Erdogan – Atilgan, Möbius, Schwadorf – Zahn

Liveticker aus dem Preußenstadion ab 13.30 Uhr:

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