Volleyball: DVV-Pokal Frauen
USC gibt gegen Vilsbiburg 2:0-Führung ab und scheitert im Achtelfinale

Münster -

Es sah zwei Sätze lang sehr gut aus für den USC Münster. Dann aber fehlten Ideen und Power gegen die Roten Raben Vilsbiburg. Mit 2:3 (25:21, 28:26, 18:25, 19:25, 9:15) zog der Gastgeber den Kürzeren und verpasste zugleich im Achtelfinale des DVV-Pokals einen kleinen Befreiungsschlag.

Sonntag, 08.11.2020, 16:54 Uhr aktualisiert: 08.11.2020, 17:54 Uhr
Anika Brinkmann (r.), hier gegen Vilsbiburgs Kayla Haneline, überzeugte in den ersten beiden Sätzen.
Anika Brinkmann (r.), hier gegen Vilsbiburgs Kayla Haneline, überzeugte in den ersten beiden Sätzen. Foto: Jürgen Peperhowe

Zum fünften Mal hintereinander hat der USC Münster ein Pflichtspiel verloren. Wie schon im Oktober unterlag der Bundesligist zu Hause mit 2:3 gegen die Roten Raben Vilsbiburg. Diesmal gab es aber nicht mal einen Trostpunkt, denn es ging um das Weiterkommen im DVV-Pokal. Für die Unabhängigen war demnach im Achtelfinale Schluss. Zwei Sätze lang war die Leistung gut, auch danach enttäuschte das Team nicht

Schon vorab mussten die Grün-Weißen eine kleine Hiobsbotschaft verkraften. Linda Bock verletzte sich am Freitag im Training am Daumen, biss aber auf die Zähne. Zur Sicherheit wurde für ein drittes Talent des VC Olympia Münster (neben Mia Kirchhoff und Pia Mohr) kurzfristig ein Doppelspielrecht beantragt. Erika Kildau sollte als Libera einspringen, wenn die Nationalspielerin zu starke Schmerzen verspürt. Da auch Helo Lacerda Pereira weiter angeschlagen ist, ging der USC also erneut keineswegs in Bestbesetzung aufs Feld. Immerhin hatte Trainerin Lisa Thomsen im Mittelblock diesmal viel Auswahl.

Brinkmann fängt super an

Die Gastgeber liefen direkt einem Rückstand nach, Block und Abwehr hatten zu oft das Nachsehen. Doch Anika Brinkmann hielt ihr Team mit gutem Auge im Angriff im Spiel und war federführend, als das Team von 7:10 zum 10:10 ausglich. Fortan war es eng, pünktlich zur zweiten technischen Auszeit besorgte Demi Korevaar mit ihrem zweiten Block die erste Führung (16:15). Auch Nele Barber blühte nun etwas auf. Während den Roten Raben die Ruhe verloren ging, schwang sich Sarah van Aalen mit gutem Zuspiel und viel Cleverness in unübersichtlichen Situation zum X-Faktor in der Crunchtime des Durchgangs auf. Der USC war gut eingestellt auf den Konkurrenten. Den dritten Satzball verwertete Liza Kastrup zum 25:21, die Niederländerin hatte sie perfekt in Szene gesetzt.

Wilde Endphase

Abschnitt zwei begann eigentlich gut. Nach einem Aufschlagfehler von van Aalen und zwei Bock-Patzern in der Annahme stand es aber 3:4. Viele Servicepunkte gingen jetzt mit dem nötigen Glück an die Vilsbiburgerinnen, die 9:5 führten. Plötzlich ging nicht mehr viel für Münster. Regie, Angriff, Abwehr – überall fehlten ein paar Prozent. Der Gast, der sich am Netz umgestellt hatte und immer besser aufschlug, zog auf 15:7 weg. Taylor Nelson löste nun van Aalen ab, Mia Kirchhoff kam diagonal für Liza Kastrup. Gegen das Sideout der Roten Raben war in dieser Phase kein Kraut gewachsen, der Block richtete nichts aus.

Aber die Unabhängigen wehrten sich, gaben keinen Ball verloren, halbierten den Rückstand – und freuten sich dann auf Brinkmann beim Aufschlag bei 19:23. Die Routinierin brachte so viel Druck ins gegnerische Feld, dass Vilsbiburg kaum zu geordneten Angriffen kam. Brinkmann selbst, Barbara Wezorke und Youngster Kirchhoff finalisierten die Punkte, sodass es plötzlich 24:23 für die Heimmannschaft stand. Allein diese Aufholjagd war der Wahnsinn, doch es wurde noch spektakulärer. Die Allgäuerinnen gaben sich nicht auf, hatten ihrerseits über Luisa Keller (ehemals USC) und einen Block gegen Korevaar zwei Satzbälle. Dann aber schlug Münster wieder zurück. Kirchhoff, Nele Barber und ein Fehler von Danielle Brisebois brachten die abermalige Wende zum 28:26 und die 2:0-Führung!

Gäste steigern sich wieder

Entschieden war natürlich noch lange nichts. Die Ralleys blieben überaus eng, der Spielstand auch. Aus einem 3:4 machte Münster ein 9:5, auch weil Kirchhoff immer cooler wurde. Zuspiel und Angriff hatten einen gewissen Einfallsreichtum zu bieten. Doch auch der Gast ließ kaum nach, sich nie ganz abschütteln und kam mit großer Wucht und Blockhöhe nach 8:12 beim 12:12 zurück. Keller drehte nun auch verbal auf und brachte ihr Team zur zweiten technischen Auszeit 16:15 in Front. Vilsbiburg war wieder voll da, spielte aufmerksam am Netz und zog die eigenen Angriffe super auf. Hinzu kamen starke Aufschläge sowie freche Aktionen von Kapitänin Lena Möllers. Über 19:16 und 23:17 holten die Gäste mit einem Block von Alexis Conaway Set drei mit 25:18.

Bitterer Fehlstart

Der verlorene Satz brachte den USC aus dem Konzept. Ein 0:5-Fehlstart in Durchgang vier war auf schwache Annahmen, wenig Übersicht auf den Außenpositionen und gute Blockarbeit des Gegners zurückzuführen. Mit Adeja Lambert kam etwas Power zurück. 4:6, 8:10, 12:14 – ihr Team lief dennoch hinterher. Kastrup kam für Kirchhoff zurück und steuerte ein paar wichtige Zähler bei, sodass die Gürn-Weißen dran blieben. Doch ein Brinkmann-Schlag ins Aus bedeutete das 12:16. Immer wieder schlichen sich unnötige Fehler ein, wenn der Ausgleich nah war. Auch Brinkmann ging ein wenig die Puste aus. Lambert sorgte einerseits für etwas Spannung, als sie von 16:22 auf 19:22 verkürzte, knallte den Ball aber beim Satzball dann ins Aus – 19:25.

Zu viele Patzer

Alles oder nichts also im Tiebreak, anders als in der Liga, wo der Verlierer nach fünf Durchgängen ja seit langem einen Zähler erhält. Auch dieser Satz ging denkbar schlecht los, der USC wirkte kraftlos. Doch unter anderem zwei Blocks von Barber und Korevaar machten aus einem 0:3 ein 3:3. Es wurde wieder knapp, beim Seitenwechsel lagen die Roten Raben aber 8:6 vorn. Annahmefehler schenkten dem Gast sogar die 10:6-Führung. Danach gab es kein Zurück mehr. Sieben Satzbälle hatten die Allgäuerinnen am Ende. Den dritten brachte Keller ins Ziel. Münster glaubte da schon nicht mehr an die Wende.

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