Volleyball: DVV-Pokal Frauen
Solide Leistung langt USC gegen Rote Raben nicht

Münster -

Phasenweise zeigte der USC Münster gegen die Roten Raben Vilsbiburg ein wirklich gutes Spiel. Dennoch war im Achtelfinale des DVV-Pokals Schluss. Beim 2:3 drehten die Gäste nämlich immer wieder auf und hatten taktisch am Netz die passenden Antworten, während die Grün-Weißen die Kraft verließ.

Sonntag, 08.11.2020, 19:02 Uhr aktualisiert: 08.11.2020, 19:06 Uhr
Die gerade 16-jährige Diagonalangreiferin Mia Kirchhoff spielte mehr als zwei Sätze, und das größtenteils überzeugend. Hier düpiert sie Danielle Brisebois.
Die gerade 16-jährige Diagonalangreiferin Mia Kirchhoff spielte mehr als zwei Sätze, und das größtenteils überzeugend. Hier düpiert sie Danielle Brisebois. Foto: Jürgen Peperhowe

Auch im zweiten Anlauf binnen eines Monats musste sich der USC Münster zu Hause den Roten Raben Vilsbiburg im Tiebreak beugen. Das 2:3 (25:21, 28:26, 18:25, 19:25, 9:15) bedeutete das Aus im Achtelfinale des DVV-Pokals und die fünfte Pflichtspiel-Schlappe am Stück. Phasenweise aber überzeugte der Gastgeber, wieder einmal hatte der Kontrahent ein Quäntchen mehr zu bieten. „Die Enttäuschung ist groß“, sagte Trainerin Lisa Thomsen auch angesichts der 2:0-Führung. „Es war ja ein ganz guter Auftritt, nur der Lohn – auch für die Arbeit in der Woche – fehlte.“ Taktisch hatte ihr Team dank einer guten Block-Abwehr den Gast unter Kontrolle. „Dann aber hat sich Vilsbiburg angepasst, worauf wir nicht mehr reagieren konnten. Auch wenn wir natürlich wussten, dass dieser Gegner immer zurückkommen kann.“

Brinkmann startet furios

Anika Brinkmann war zu Beginn die treibende Kraft und half, Rückstände bis zur zweiten technischen Auszeit auszugleichen. Als es am Ende heiß wurde, drehte Sarah van Aalen im Zuspiel und mit frechen Aktionen am Netz auf. Liza Kastrup verwertete den dritten Satzball.

Auch im zweiten Abschnitt lief der USC bis kurz vor Schluss meist einem Rückstand von bis zu acht Punkten (12:20) hinterher. Vor allem Brinkmanns druckvolle Aufschläge, die den Raben kein gutes Sideout mehr ermöglichten, wendeten aber das Blatt von 18:23 auf 24:23. Die Allgäuerinnen wehrten sich, hatten selbst in der Crunchtime zwei Satzbälle, ehe Youngster Mia Kirchhoff, Nele Barber und ein Fehler von Danielle Brisebois dem Gastgeber das 28:26 ermöglichten. Furios!

Drei Fragen an ...

Sarah van Aalen, die im Zuspiel anfangs große Momente hatte, dann etwas abbaute, eine Pause erhielt und später noch mal gut wiederkam.Was hat den Ausschlag in diesem engen Spiel gegeben?van Aalen: Es war ja alles oder nichts. Vilsbiburg hat sehr viel Energie eingebracht, da konnten wir am Ende leider nicht mehr gegen ankämpfen.Wie haben Sie Ihre Leistung erlebt? Es ging ja auf und ab ...van Aalen: Am Anfang sind unsere Pläne voll aufgegangen. Das galt auch für mich. Aber der Gegner hatte fast immer eine Antwort.Also alles eine Frage der Taktik?van Aalen: Im Grunde schon. Ich konnte leider nicht immer auf Plan B umstellen.

...

Die Roten Raben aber hatten sich schon zuvor mit Kampfkraft, einem mit Risiko und etwas Glück vorgetragenen Service und viel Erfahrung zurückgemeldet. Aus einem 8:12 machten sie ein 12:12 und zogen am Ende angeführt von der starken Regisseurin Lena Möllers davon. Alexis Conaway machte den Deckel drauf.

Fehlstart mit 0:5

Nun war der USC aus dem Tritt. Nach einem 0:5-Start in den vierten Satz fand die Heimmannschaft nur mit Mühe Anschluss. Die Kraft schwand, auch bei Brinkmann. Adeja Lambert brachte nur kurzzeitig Hoffnung, jagte den Ball aber dann zum 19:25 ins Aus.

Auch der Auftakt in den Tiebreak misslang (0:3). Die Gäste hatten sich nun hervorragend eingestellt, ließen Münster nur kurz schnuppern und zogen am Ende deutlich davon. Luisa Keller verwandelte gegen ihren Ex-Club den Matchball.

„Wir waren zwei Sätze super eingestellt“, sagte USC-Libera Linda Bock, die trotz am Freitag erlittener Daumenverletzung durchspielte und sogar ausgezeichnet wurde. „Leider kam am Ende alles gegen uns zusammen.“

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