Tennis: Hallensaison
WTV bläst Wettkampf-Charakter für diesen Winter ab

Münster -

Der Westdeutsche Tennis-Verband hat den Wettkampf-Charakter der Hallensaison abgeblasen und setzt ausschließlich auf Pflicht-Freundschaftsspiele. Das kommt nicht überall gut an, der Münsteraner Lutz Rethfeld ist als Vorsitzender des Sportausschusses nicht glücklich damit. In vielen Bundesländern gehen die Verantwortlichen anders vor.

Montag, 09.11.2020, 16:28 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 16:39 Uhr
Die Tennissaison fällt in Westfalen diesen Winter wohl ins Wasser.
Die Tennissaison fällt in Westfalen diesen Winter wohl ins Wasser. Foto: A2955 Wolfgang Kumm

Der Westfälische Tennis-Verband (WTV) hat reagiert. Schnell, vielleicht auch vorschnell. Ganz sicher unerwartet. Er hat entschieden, die Spiele der bevorstehenden Winter-Saison ohne Auf- und Abstieg auszutragen. Begonnen werden soll mit der Spielzeit unter dem Hallendach, wenn der Tennissport in NRW wieder erlaubt ist. Bis zum 30. November sind die Sport- und somit auch Tennishallen zunächst geschlossen. Was noch keine Eile rechtfertigt. Die Spielpläne sehen im November einen, im Dezember maximal zwei Termine vor. Ein Meisterschaftsbetrieb der seinem Namen nicht gerecht wird, ist zweifelhaft.

Während in der vergangenen Sommersaison immerhin der Aufstieg für sportliches Denken und ein Stück weit Wettkampfcharakter sorgte, bleiben nun Pflichtfreundschaftsspiele. Bei weiten Fahrten durch das Verbandsgebiet eine lästige Pflicht, die sich auch auf die Aufstellungen der Mannschaften auswirken könnte. „Da gebe ich Recht“, teilt Lutz Rethfeld (Münster) diese Annahme. Auch andere Bedenken teilt er. „So haben wir eine Freizeit-Saison, nicht mehr den Meisterschafts-Charakter. Ich bin nicht glücklich darüber“, gesteht der Vorsitzende des Sportausschusses. Nur der WTV-Vize Wettkampfsport Erwachsene hatte sich nach eigenem Bekunden in dem elfköpfigen Gremium, dem unter anderen die vier Sport-Koordinatoren der Bezirke angehören, für eine Auf- und Abstiegsregelung ausgesprochen.

Nachholspiele im Rheinland

So wie in den Verbänden Mittel- und Niederrhein. „Dort werden die zunächst ausfallenden Spiele nachgeholt. Begegnungen, die für den Aufstieg relevant sind, aber nicht stattgefunden haben, werden für März angesetzt“, sagt Rethfeld: „Das könnte man auch bei uns machen.“ Eine letzte Hoffnung bleibt: Das erweiterte Präsidium, das im Dezember tagt, „hat die Möglichkeit, die Entscheidung des Sportausschusses zu kippen.“

Bis dahin bieten andere Verbände Orientierungshilfen. Während in Hessen Bemühungen laufen, den Punktspielbetrieb einzuführen, ist Niedersachsen sogar noch weiter. Tennis auf Hallenplätzen ist dort zu zweit erlaubt – zudem auch ein Trainingsbetrieb. Am Wochenende ging sogar ein Ranglisten-Turnier in Hannover mit je 60er-Feldern bei Damen und Herren über den Hallenboden.

Anschluss an Klage

Derweil hat sich der WTV einer Klage der „IG Tennis der Tennisverbände NRW“ angeschlossen. Die zielt darauf ab, das vollständige Verbot des Trainingsbetriebs allgemein und des Tennis-Individualsports in Tennishallen aufzuheben. Im Eilverfahren.

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