Fußball: Regionalliga West
Bringt der Winter neue Preußen?

Münster -

Sie mag kürzer ausfallen als sonst, aber die Winterpause in der Fußball-Regionalliga naht unerbittlich. Und damit die Frage nach Nachbesserungen im Kader. Doch macht das überhaupt Sinn beim SC Preußen, dem die Ligaspitze langsam aber sicher davoneilt? Trainer Sascha Hildmann sagt: Unbedingt.

Montag, 30.11.2020, 17:14 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 15:42 Uhr
Jules Schwadorf hat seine zweite Verletzung in dieser Saison überstanden und bereichert die Offensive.
Jules Schwadorf hat seine zweite Verletzung in dieser Saison überstanden und bereichert die Offensive. Foto: Jürgen Peperhowe

Neuzugänge im Winter? Wenn es nach Sascha Hildmann geht, auf alle Fälle. Der Preußen-Trainer wünscht sich noch einen Mittelstürmer. Also genau den Typus, den Sportchef Peter Niemeyer schon im September und Oktober verpflichten wollte, der aber nicht kam. Offenbar wollte keiner der Qualitätskandidaten den (Rück-)Schritt in die Regionalliga antreten.

„Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir da noch jemanden bräuchten“, sagt der Coach. Allerdings weiß auch er um die Probleme des Vereins aufgrund der noch länger ausbleibenden Zuschauereinnahmen. „Wenn wir es uns erlauben können, wäre ein Angreifer schon super“, sagt Hildmann.

Kurzfristige Verpflichtung keine Option

Die Frage geht also weiter an den Sportdirektor Peter Niemeyer. Geht da was? „Ich denke nicht in kurzfristigen Abschnitten“, sagt er. Heißt: Ein Vertrag nur für die Rückserie oder gar eine Ausleihe ergeben keinen Sinn, denn in den Aufstiegskampf wird der SCP wohl nicht mehr eingreifen. Sollte sich aber eine Option ergeben, einen Spieler für eineinhalb Jahre oder länger zu verpflichten, würden die Preußen zuschlagen. „Wir bauen uns was auf und wollen unser gutes Gebilde weiter punktuell verbessern – losgelöst vom Tabellenbild. Wir haben eine Vision“, sagt Niemeyer. Im Sommer hat der 36-Jährige nicht das gesamte Budget verpulvert. „Das, was wir zurückgehalten haben, wird allerdings gerade nach und nach abgetragen“, betont er und meint die Belastung durch die Geisterspiele.

Bedarf in der Spitze

Es könnte also dennoch sein, dass ein weiterer Stürmer kommt. Da Joel Grodowski inzwischen über die linke Seite kommt, erhalten aktuell Nicolai Remberg (gelernter Mittelfeldspieler), Osman Atilgan (eher schmaler Statur) den Zuschlag in der Spitze. Benedikt Zahn, der am ehesten als Zielspieler mit einer gewissen Körpergröße zu bezeichnen ist, brachte trotz zweier Treffer aus dem Fünfmeterraum in den ersten Wochen noch keine Konstanz in seine Leistungen, auch wenn sein Jokereinsatz gegen Wegberg-Beeck gut war.

Kick-Off für das Leitbild

Das seit einigen Jahren geplante Vereinsleitbild des SC Preußen bekommt in Kürze Konturen. Am Donnerstag geht der „Kick-off“ über die Bühne – natürlich digital auf den Facebook- und Youtube-Kanälen des Clubs. Die interaktive Livestream beginnt um 19.06 Uhr, zunächst stellt sich hier die Projektgruppe vor. Eingebunden werden sollen in den nächsten Monaten Fanvertreter, Mitglieder, Mitarbeiter und Sponsoren. Federführend ist Präsident Christoph Strässer. Digitalexperte Thomas Knüwer moderiert. An­drea Peschke und Dirk Michalowski (VfL Bochum) sowie Kerstin Weber und Christian Bernhart (FSV Mainz 05) beschreiben zudem die Leitbild-Prozesse ihrer Clubs.

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Auch Lukas Frenkert wurde schon mal für den Angriff eingewechselt, zuletzt agierte dann Jules Schwadorf in hängender Rolle vorne. Der 28-Jährige verkörpert natürlich nicht das, was einen zentralen Stürmer ausmacht. Aber er deutete beim 0:0 gegen den FC Wegberg-Beeck erneut an, dass er der Mannschaft weiterhelfen kann. „Ja, es ist schon auffällig, dass meine Mitspieler mich oft suchen, dass viel über mich läuft“, sagt er in aller Bescheidenheit. Fast zwei Monate hatte Schwadorf wegen einer Muskelverletzung pausiert. Nach ein paar Kurzeinsätzen durfte er am Samstag wieder beginnen und gleich 90 Minuten drinbleiben. „Das war schon okay so, dass ich meine Einsatzzeit immer gesteigert habe“, sagte er. Die volle Distanz war für den häufig anfälligen Offensivmann kein Problem. Und ein Versprechen gibt er zugleich für die nächsten Wochen ab: „Das, was bei mir rauskommt, wird immer besser werden.“ Möglicherweise in der zweiten Halbserie dann mit einem neuen Angreifer an seiner Seite.

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