Handball: Nachwuchsförderung
Konzentration der Talente im neuen Verein HV 2020 Münster

Münster -

Dieser Schritt könnte den seit Jahren darbenden Handball in der Stadt auf Sicht deutlich besser aufstellen. Noch im Dezember soll der Verein HV 2020 Münster gegründet werden, in dem die Jugendlichen aus sechs Vereinen leistungsorientiert spielen sollen.

Donnerstag, 03.12.2020, 18:08 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 18:10 Uhr
Es könnte ein Meilenstein im münsterischen Handball sein: Die Gründung des HV 2020 Münster.
Es könnte ein Meilenstein im münsterischen Handball sein: Die Gründung des HV 2020 Münster. Foto: imago-images/Feichtinger

Der Handball konzentriert sich und seine (Nachwuchs-)Kräfte. Noch bis zum Jahresende soll der Handball-Verein 2020 Münster e.V., kurz der HV 2020 Münster, aus der Taufe gehoben werden. Es ist die Umsetzung eines langersehnten Wunsches der Szene in Münster. Dabei versteht sich das neue Konstrukt als leistungsorientierter Ableger der Clubs BSV Roxel, Concordia Albachten, HSG Gremmendorf/Angelmodde, Sparta Münster, TSC Gievenbeck und Westfalia Kinderhaus. Also machen sämtliche Clubs der Stadt (bis auf Eintracht Hiltrup), die auch im Nachwuchsbereich tätig sind, künftig gemeinsame Sache. Vier der noch zehn aktiven Vereine im Stadtgebiet fehlen.

„Die Idee gab es schon immer. Oft nur nicht strukturiert. Jetzt könnte es ein Quantensprung in Münsters Handball werden“, ordnet Marcel Feichtinger, zweiter Jugendwart der HSG Gremmendorf/Angelmodde und Mitglied der AG des neuen Clubs, die Initiative und die Vereinsgründung ein. Die Idee entsprang einem aktuellen Anlass. Ein höherklassiger Verein jenseits der Domstadt warb um D-Jugendspieler, also um Elf- oder Zwölfjährige. Eine bis dahin neue Entwicklung, über die sich einige Trainer, darunter Jürgen Bollmers aus Roxel und Feichtinger, durchaus besorgt austauschten. Es folgte ein erstes Treffen aller Vereine Anfang des Jahres. „Anschließend hat das Thema eine ziemliche Dynamik bekommen“, verrät Feichtinger.

Von der C- bis zur A-Jugend

Der Zusammenschluss soll talentierte Spieler von der C- bis zur A-Jugend bündeln und ihnen ein leistungsorientiertes Angebot anbieten. Vor Ort. Die immer wieder vollzogenen Wechsel und weiten Wege der ambitionierten Talente zu höherklassig spielenden Vereinen wie Ahlener SG, TV Emsdetten oder ASV Hamm im männlichen sowie dem SC Everswinkel oder dem SC Greven 09 im weiblichen Bereich wären nicht mehr erforderlich. Zumindest gibt es künftig eine mehr als attraktive Alternative. „Alle haben irgendwie ähnliche Schwierigkeiten. Darum haben wir uns nun zum Ziel gesetzt, die Talente zusammenzubringen“, so Feichtinger.

Nach Beratungen mit dem Handball-Kreis sowie dem LSB wurde ein Verein gewählt, keine Spielgemeinschaft. Für die kommende Saison ist vorgesehen, zwei C-Jugendteams als Jahrgangsmannschaften – 2007 und 2008 – am Spielbetrieb teilnehmen zu lassen. Die betreffenden Spieler trainieren schon seit geraumer Zeit in der Sporthalle der Hans-Böckler-Schule. Die Meldung muss spätestens im Februar erfolgen. Um nicht in zeitliche Not zu geraten, wurde der Dezember für die Vereinsgründung gewählt. Alles läuft dann unter den Auflagen der Corona-Schutzverordnung.

Oberliga als Ziel

Anvisiert wird für beide Mannschaften die Qualifikation zur Oberliga. Als weitere Schritte der (Alters-)Entwicklung sollen B- und A-Jugendmannschaften folgen. Derweil gehen die Überlegung eben weit voraus. Für den Fall, dass sich nach der Juniorenzeit eine Seniorenmannschaft abzeichnet. „Eine Präambel in der Satzung sieht vor, dass dann eventuell eine Kooperation mit einem Verein in reizvoller Spielklasse gesucht wird“, verrät Feichtinger. Als Konkurrenz zu den heimischen Clubs versteht sich der HV ohnehin nicht. Aber als einer mit Visionen: „Wir haben gesehen, wie viele Zweit- und Drittligaspieler in der Stadt wohnen. Vielleicht ist der Verein sogar die Basis für die 3. Liga in Münster.“

Zunächst aber geht der Blick nur wenige Tage vor­aus. „Mit der Vereinsgründung erhält das schwierige Jahr 2020, zumindest aus handballerischer Sicht, einen hoffnungsvoll stimmenden Abschluss“, blickt Feichtinger mit großer Zuversicht nach vorn.

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