Fußball: Regionalliga West
Preußen lassen gegen Schalke Punkte liegen und haben Siesta nötig

Münster -

Wie alle anderen Regionalligisten pfeifen auch die Preußen kurz vor Weihnachten aus dem letzten Loch. 20 Spiele in dreieinhalb Monaten – die kurze Pause kommt wie gerufen. Gegen den FC Schalke 04 II ging den Münsteranern beim 1:1 in der zweiten Hälfte auch ein wenig die Puste aus.

Sonntag, 20.12.2020, 14:22 Uhr aktualisiert: 20.12.2020, 14:52 Uhr
Da kommt der „Rambo“ raus: Münsters Nicolai Remberg (links) und Schalkes Levent Mercan gehen sich an die Wäsche. Julian Schauerte (rechts) geht energisch dazwischen. Für Alexander Langlitz (am Boden) endete die Partie nach zwölf Minuten (kleines Bild).
Da kommt der „Rambo“ raus: Münsters Nicolai Remberg (links) und Schalkes Levent Mercan gehen sich an die Wäsche. Julian Schauerte (rechts) geht energisch dazwischen. Für Alexander Langlitz (am Boden) endete die Partie nach zwölf Minuten (kleines Bild). Foto: Jürgen Peperhowe

Den rechten Unterarm bandagiert, den linken Oberarm mit zwei Pflastern notversorgt. Wenn es schnell gehen muss ... Nicolai Remberg wollte sich in den 90 Minuten nicht mit schmerzhaften Nebenschauplätzen beschäftigen. Der junge Bursche ging vorbildlich voran, kämpfte wie ein Löwe. Und schlich dementsprechend ausgelaugt vom frisch malträtierten „Acker“ des Preußenstadions in Richtung der improvisierten Mixed-Zone in Corona-Zeiten. „Viel zu wenig“, sagte er mit hängenden Armen, die Mundwinkel heruntergezogen. Aber klarem Kopf: „Wir haben uns vor allem in der zweiten Halbzeit hinten reindrängen lassen. Wenn wir verlieren, dürfen wir uns nicht beschweren.“ Könnte trefflicher nicht sein diese messerscharfe Analyse nach dem 1:1 (1:0) gegen die zweite Garde des FC Schalke 04. Der Kehraus 2020 hätte arrivierter sein können.

Enorme Entwicklung bei Preußen-„Rambo“ Remberg

Remberg, „Rambo“ Remberg. Der 20-Jährige hat in dieser Saison eine enorme Entwicklung genommen. Das wuchtige Laufwunder aus Rheine, das Ex-U-19-Coach Cihan Tasdelen 2018 nach Münster lockte, ist sich für nichts zu schade, schmeißt sich in jeden Ball. „Er hat Riesenfortschritte gemacht, hat eine tolle Mentalität“, sieht sein Coach Sascha Hildmann in ihm großes Potenzial (hier zur Einzelkritik der SCP-Spieler ).

21. Spieltag, Saison 2020/21: SC Preußen Münster – FC Schalke 04 II

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  • Torschütze Alexander Langlitz liegt verletzt am Boden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Julian Schauerte, gefoult von Brooklyn Ezeh.

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  • SCP-Coach Sascha Hildmann.

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  • Justin Möbius im Zweikampf mit Schalkes Mika Hanraths.

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  • SCP-Keeper Max Schulze Niehues klärt einen Schuss von Jan Luca Schuler.

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  • Gelbe Karte für Simon Scherder durch Schiedsrichter Kevin Domnick.

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  • Alexander Langlitz bekommt es mit Brooklyn Ezeh zu tun.

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  • Schiedsrichter Kevin Domnick hat Diskussionsbedarf.

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  • Julian Schauerte und Nicolai Remberg im Gespräch mit Münir Levent Mercan.

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  • Sehen Sie im Folgenden viele weitere Fotos aus dem Preußenstadion.

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Die Laufleistung in Kilometer – kaum zu übertreffen. „Ich bin müde und froh, dass es vorbei ist“, so Remberg nach dem finalen Akt 2020 gegen Gelsenkirchen. Diese Siesta haben sie alle bitter nötig. Auch wenn sie zu einer Momentaufnahme verkommt. Anfang Januar geht es weiter.

Drei Fragen an Max Schulze Niehues

Max Schulze Niehues musste nach 74 Minuten doch noch hinter sich greifen. Bis dato hatte die Nummer eins im Kasten eine einwandfreie Figur abgegeben.

Max, enttäuscht?

Schulze Niehues: Klar hätten wir uns hier lieber mit einem Sieg verabschiedet. Nur haben wir zu viel zugelassen, gute Schalker haben uns nach der Pause ganz schön unter Druck gesetzt. Ich denke, dass die Punkteteilung so in Ordnung geht.

Der Ausgleich: eine Verkettung unglücklicher Umstände?

Schulze Niehues: Das sah schon seltsam aus. Wir klären den ersten Ball nicht richtig. Dann stehen wir meiner Meinung nach zu tief im Sechzehner und hätten da schon mehr Höhe gewinnen müssen. Stattdessen hängen wir bei der zweiten Flanke hinten drin und verlieren den Schalker Stürmer aus den Augen.

Geben Sie sich eine Teilschuld an diesem Treffer?

Schulze Niehues: Weil wir hinten so dicht im Fünfer stehen, ist es für mich schwer, an den Ball zu kommen. Ich fasse ihn erst, als er im Tor liegt. Wir müssen in Zukunft Gegentore dieser Art verhindern, früher rausrücken.

...

Hildmann schenkte exakt jenen Jungs sein Vertrauen, die schon gegen Aachen den späten Sieg erzwungen hatten. 25, 30 Minuten sah das auch gut aus, dann zogen die Gäste, die in Timo Becker, Levent Mercan und später Matthew Hoppe drei Kicker aus der Lizenzabteilung aufs Grün schickten, den Platzherren unter königsblauem Himmel den Stecker. 1:0 lag Münster zu diesem Zeitpunkt nach einem Treffer von „Torjäger“ Alexander Langlitz vorne. Sein sechster in dieser Spielzeit. Justin Möbius hatte den rechten Flügelspieler nach zwölf Minuten mit einem feinen Pass auf die Reise geschickt. Der 29-Jährige lieferte sich ein knackiges Duell mit Gegenspieler Henning Matriciani, stocherte das Leder im Nachsetzen über die Linie – und hielt sich das Knie. Das frühe Aus. „Ich wollte unbedingt dieses Tor, habe die Verletzung in Kauf genommen“, versuchte Langlitz nach der Partie die Szene zu beschreiben. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

Schalke mit verdientem Ausgleich

Und Schalke? Bekam Oberwasser. Der eingewechselte Phil Halbauer vergab mit dem Halbzeitpfiff das dickste Ding zum Ausgleich, seinen Strahl klärte Stürmer Osman Atilgan auf der Linie. Die Führung beim Gang in die Katakomben war durchaus glücklich. Im zweiten Abschnitt fehlten den Preußen die zündenden Ideen. Es wurde reagiert statt agiert.

Es schien, als bettelte Münster um den Ausgleich. Der nach 74 Minuten verdient war. Der just eingewechselte Fatih Candan traf mit dem Köpfchen. „Wir hätten sogar gewinnen können“ – für S04-Kapitän Mika Hanraths stand die Partie jetzt auf der Kippe.

In 16 Pflichtspielen bislang gab es erst eine Pleite daheim gegen den Unterbau der Knappenschmiede. Das war am 2. August 2003. In der Regionalliga Nord zog der SCP gleich am ersten Spieltag mit 1:3 den Kürzeren. Pellegrino Matarazzo und Marco Antwerpen schnürten damals noch die Schuhe für die Domstädter, für den Malocher-Club standen unter anderem Größen wie Mike Büskens und Christian Pander auf dem Platz. Lang ist das her. Nicolai Remberg war damals drei Jahre jung. Und „Rambo“ gab es nur in drei Teilen.

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