Volleyball: Bundesliga Frauen
USC-Trend zeigt zum Jahresende wieder nach oben

Münster -

Die Erleichterung war in allen Gesichtern zu erkennen. Mit einem 3:2 beim VC Wiesbaden hat sich der USC Münster aus einem schwierigen Jahr verabschiedet. Gleichsam war, auch wenn es einige Probleme in der Annahme gab, die Leistung sehr ordentlich. Und für 2021 gibt es wieder Perspektiven.

Montag, 28.12.2020, 17:44 Uhr aktualisiert: 29.12.2020, 15:12 Uhr
Matchball verwandelt: So jubelten (v.l.) Anika Brinkmann, Demi Korevaar (verdeckt) Taylor Nelson, Nele Barber, Helo Lacerda und
Matchball verwandelt: So jubelten (v.l.) Anika Brinkmann, Demi Korevaar (verdeckt) Taylor Nelson, Nele Barber, Helo Lacerda und Foto: imago-images

Nicht mal zwei spielfreie Wochen sind den Damen des USC Münster rund um den Jahreswechsel vergönnt. „Von einer Pause können wir sowieso nicht reden“, sagte Trainer Ralph Bergmann nach dem 3:2-Sieg beim VC Wiesbaden, der am Sonntag erst um kurz vor halb zehn feststand. Dennoch darf der Bundesligist zumindest einmal kurz durchschnaufen. „Wir sind alle ziemlich gar und platt. Klar, wir sind Profis, aber das Jahr fordert seinen Tribut, gerade die letzten Wochen haben Energie gekostet.“

2020 brachte auch den Unabhängigen wenig Gutes. Saison-Abbruch, Trainerwechsel, sportliche Krise – am Ende zeigt der Trend jedoch zumindest merklich nach oben. „Wir haben dreimal hintereinander gepunktet, das ist gut“, so Bergmann. Zum zweiten Mal wurde VCW geschlagen, die Hessinnen sieht der USC tabellarisch ebenso wie Straubing oder Aachen in Reichweite. Die Playoffs sind greifbar.

Kein „Haar in der Suppe“ suchen

Der Auftritt in Wiesbaden war einer der besten dieser Saison, auch wenn nicht alles glattlief. „Ich will gar nicht viel grübeln über die negativen Aspekte. Es wäre jetzt das falsche Signal, Haare in der Suppe zu suchen“, sagte Bergmann und freute sich lieber über seine große Konstante Anika Brinkmann (auch in der Annahme), die in den entscheidenden Momenten wache Barbara Wezorke, die gewiefte Zuspielerin Taylor Nelson oder vor allem Helo Lacerda, die zum zweiten Satz kam und diagonal auftrumpfte. Wieder war es eine Bauchentscheidung. „100 Prozent rational kann ich nicht erklären, warum ich sie in dem Moment gebracht habe. Liza Kastrup war auch nicht so schlecht.“

Kirchhoff springt ein

Sorgen bereitete jedoch die zweite Stelle im Außen­angriff. Adeja Lambert und Nele Barber fanden schwer ins Spiel. „Da musste ich rumbasteln“, so der Coach. „Am Ende hat es aber gut funktioniert.“ Erst Mia Kirchhoff brachte Stabilität. „Sie ist gerade 16 geworden, das muss man schon im Kontext sehen“, sagte Bergmann. „Aber bis dahin hatten wir zugegeben Schwierigkeiten.“ Der lange wechselhafte Block war dann im Tiebreak voll da, auch weil sich Demi Korevaar sofort super einfügte. Das nötige Glück bei ein, zwei Schiedsrichter-Pfiffen im fünften Satz war gar nicht mehr entscheidend. Der USC ist wieder im Geschäft dank der sechs Zähler im Dezember. Am 9. Januar geht es beim Tabellensechsten Vilsbiburg weiter. In der jüngsten Form ist Münster dort zumindest nicht chancenlos.

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