Volleyball: 3. Liga Frauen
Den Talenten des VC Olympia Münster droht ein verlorenes Jahr

Münster -

Die Volleyballerinnen des VC Olympia Münster sind privilegiert. Während bei der Konkurrenz neben dem Spiel- auch der Trainingsbetrieb ruht, dürfen die Talente vom Bundesstützpunkt weiter üben. Ein wichtiger Faktor, um die Entwicklung der möglichen Bundesliga-Spielerinnen von morgen voranzutreiben. So weit, so gut. Doch die Spielpraxis, der Wettkampfgedanke, beides fehlt – und sind auch nur schwer zu ersetzen.

Donnerstag, 07.01.2021, 18:03 Uhr
Coach Justin Wolff hofft auf die Saisonfortsetzung, damit die Talente nicht ein Jahr in ihrer Entwicklung verlieren.
Coach Justin Wolff hofft auf die Saisonfortsetzung, damit die Talente nicht ein Jahr in ihrer Entwicklung verlieren. Foto: fotoideen.com

Als kurz vor Weihnachten der zweite harte Lockdown begann, setzte auch Trainer Justin Wolff die Einheiten aus. Das Privileg, am Bundesstützpunkt mit den jungen Volleyballerinnen des VC Olympia Münster auch in Corona-Zeiten weiter trainieren zu dürfen, nutzte er zwischenzeitlich nicht, verzichtete auf weitere Einheiten. „Das war eine neue Situation, da sind wir dann in die Weihnachtspause gegangen. Und den Mädels tat es auch mal ganz gut, in dieser Zeit etwas Abstand zu bekommen“, sagt Wolff.

Nun aber ist sein Team wieder beisammen, seit Mittwoch trainieren die Talente unter Beachtung aller Auflagen und Hygieneregeln wieder. Immerhin etwas, ist die Drittliga-Saison doch bis auf weiteres unterbrochen – wenn sie denn überhaupt noch einmal aufgenommen wird. Keine leichte Situation für den ambitionierten Volleyball-Nachwuchs (zwischen 14 und 18 Jahre), der ein wichtiges Jahr in seiner Entwicklung verlieren könnte. „Für die Mädels ist es unheimlich wichtig, Spielpraxis und Erfahrungen zu sammeln. Nur so kommen sie voran, nur so machen sie die nächsten Schritte. Wir möchten daher gerne weiterspielen, weil es für den Prozess notwendig ist“, sagt Wolff, der zudem ohne die Aussicht auf den Wettkampf auf die „schwindende Motivationsgrundlage“ hinweist. „Die Mädels sind von zu Hause weggegangen und leben hier für die Schule und den Volleyball. Da fehlt gerade natürlich etwas.“

Wolff: „Das ist ein Bonus“

Dabei lässt der Coach keineswegs die coronabedingten Probleme und die dadurch resultierenden Diskussionen außen vor, weiß auch, dass bei den derzeitigen Corona-Zahlen kein Liga-Betrieb möglich ist. Und auch für die Kollegen, die pro Saisonabbruch sind, hat er Verständnis. „Ich kann nachvollziehen, dass in anderen Teams mit Studentinnen und Arbeitnehmerinnen die Meinung eine andere ist und viele es nicht verantworten können. Wir sind froh, dass wir trainieren dürfen, das ist ein Bonus. Und wir werden es sicher nicht auf die Spitze treiben“, erklärt Wolff.

Für den Fall, dass die 3. Liga nicht fortgeführt wird, Hallen- und Mannschaftssport aber wieder erlaubt ist, haben Wolff und die Bundes- sowie die weiteren Stützpunkttrainer Ideen, wie die Förderung der jungen Volleyballerinnen vorangetrieben werden kann. Interne Maßnahmen an den Leistungszentren sind ebenso eine Möglichkeit wie Testspiele gegen Zweitligisten. Dafür aber müsste es erst zu einer Lockerung. Bis dahin heißt es: Training, Training, Training. Immerhin.

Annacker und Spratte für den Abbruch

Ende Oktober 2020 wurde in den 3. Ligen letztmals Volleyball gespielt. Seitdem ruhen Trainings- und Wettkampfbetrieb, die Kontakte der Mannschaftssportler untereinander haben sich auf digitale Treffen reduziert. Ob die Saison in irgendeiner Form abgeschlossen wird oder wie die vergangene im Abbruch endet, ist ungewiss. Kai Annacker hat für die, die noch immer vehement auf Fortsetzung der Punkterunde drängen, wenig Verständnis. „Ich höre, dass unsere Sportart großen Schaden nehmen würde, wenn wir die Dinge wieder nicht zu Ende bringen. Das ist mir ein bisschen viel Drama. Die 3. Liga ist Hobby, wir sind Amateure“, sagte der Trainer der Damen von BW Aasee. Ohnehin sei die Spielzeit schon jetzt verkorkst: „Keine Fans, Fieber messen, Formulare ausfüllen, Mundschutz tragen. Dass Volleyball ein schöner Sport ist, hat doch zuletzt niemand mehr gespürt.“ Michael Spratte, Coach der Männer des TSC Gievenbeck, ist an der Seite von Annacker. „Bei uns lief es vor der Unterbrechung wirklich gut. Aber das ist kein Argument, die Saison zu Ende spielen. Wir müssen jetzt vernünftig sein“, sagt er. wis

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