Serie: Münsters Juniorsportler des Jahres
Kraftmaschine und Gefühlsruderer: Richard Bensmann und Maximilian Wagner

Münster -

Der eine stammt aus einer Rudererfamilie, der andere von einem Ruder-Gymnasium – gemeinsam mischten sie Anfang bis Mitte der Zehner-Jahre als Jugendliche die deutsche Ruderszene auf. Jetzt blicken Maximilian Wagner und Richard Orosa Mariano stolz auf tolle Jahre und eine etwas andere Siegesfeier zurück.

Montag, 11.01.2021, 17:42 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 17:44 Uhr
Richard Bensmann (2.v.r.) und Max Wagner (r.) im Kreise von Münsters Besten 2011.
Richard Bensmann (2.v.r.) und Max Wagner (r.) im Kreise von Münsters Besten 2011. Foto: Peperhowe

Anfangs war es vor allem eine Zweckgemeinschaft: Die „Kraftmaschine“ aus Münster und der „Gefühlsruderer“ aus Lüdinghausen. Richard Bensmann sorgte für den Antrieb, Maximilian Wagner für das Feintuning – und gemeinsam setzten sie die ambitionierten Pläne von Heim-Trainer Thorsten Kortmann und Kadertrainer Marc Rossmeier dann bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Brandenburg wie gewünscht um. Platz zwei und DM-Silber im B-Junioren-Zweier bescherte den beiden 15-Jährigen ihren ersten „großen“ nationalen Erfolg, dem in den folgenden Jahren EM- und WM-Medaillen folgen sollten. In Münster führte aber schon 2011 kein Weg mehr an den beiden Talenten vorbei. Erstmals teilte sich ein Duo den Titel „Münsters Juniorsportler des Jahres“ – und aus geteilter wurde bei der feierlichen Preisverleihung im GOP Münster im Februar 2012 dann unübersehbar doppelte Freude.

„Eine ganz andere Art von Siegesfeier“

„Natürlich kann ich mich noch sehr gut daran erinnern, am besten an ein Interview mit mir, das geistert immer noch bei Youtube herum. Das war ein toller Abend“, sagt Richard Bensmann, der inzwischen glücklich verheiratet ist, Richard Orosa Mariano heißt und bei der Bereitschaftspolizei in Dortmund nur noch selten Gelegenheit hat, ins Boot zu steigen. „Aufgeregt waren wir schon, das war eine ganz andere Art von Siegerehrung“, erinnert sich auch Maximilian Wagner, der als angehender Maschinenbau-Ingenieur immer noch jede Gelegenheit nutzt, um zu rudern – als liebgewonnenes Hobby.

Kontakt ist nie abgerissen

Kurz vor Weihnachten trafen sich beide auf ein coronagerechtes Bier in Wagners Wohnung in Bochum. „Der Kontakt ist nie ganz abgerissen“, bestätigt Wagner. „Und es ist eigentlich auch erst nach dem Rudern eine richtige Freundschaft geworden“, sagt Orosa Mariano. Zuvor waren es vor allem unzählige gemeinsame Kilometer auf dem Wasser, ungezählte Trainingsstunden, brüderlich geteilte Hotelzimmer bei den Wettkämpfen – und natürlich viele, viele glänzende Auftritte auf dem Siegersteg.

Familie und Schule

Während Richard Bensmann aus einer Rudererfamilie stammt und in Vater und Großvater sehr naheliegende Vorbilder hatte, wurde Max Wagner auf dem St.-Antonius-Gymnasium in Lüdinghausen inspiriert, wo Philipp Stüer, Olympiateilnehmer, Weltmeister und immerhin zehn Mal Münsters Sportler des Jahres, unübersehbare Fußstapfen hinterlassen hatte, denen der junge Max dann mit großen Schritten folgte. Im Juniorenbereich zählten die beiden Ruderer vom RV Münster zur nationalen Elite und streuten in schöner Regelmäßigkeit weitere Auftritte bei Münsters Sportlergala ein. 2012 waren sie mit dem Junioren-Achter Teil der Mannschaft des Jahres, ein Jahr später war Bensmann sogar Sportler des Jahres.

Olympischer Traum

Auch sportlich wuchs der Traum vom ganz großen Auftritt, vom Platz im Deutschland-Achter – am liebsten bei den Olympischen Spielen. Richard Bensmann wurde als erster von der Realität eingeholt. 2016 begann er die Ausbildung bei der Polizei und beendete die Ruderkarriere – Max Wagner saß noch ein Jahr länger auf dem Rollsitz, ehe das Maschinenbau-Studium mehr als nur eine Teilzeitkraft einforderte.

 Doch der Rudersport hat bleibende Spuren hinterlassen. Wagner hatte und hat regelmäßig erfolgreiche Auftritte im münsterischen Sprintachter, Orosa Mariano springt gerne spontan ein, wenn die knappe Zeit es zulässt – auch ohne Training. Da ist Rudern wie Radfahren, das verlernt man nicht. Auf Gefühl und Kraft ist immer Verlass.

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